Zehn Tipps für eine Präsentation

von Inga Amberge

Vielen Schülern und Studenten stellen sich schon beim Gedanken an das Halten einer Präsentation die Nackenhaare auf. Die Angst, sich zu verhaspeln, dass die Technik versagt oder dass man plötzlich ein völliges Blackout hat, dominiert.

Dabei ist es reine Übungssache, eine Präsentation souverän zu meistern und die gute Nachricht ist: Jeder kann es lernen! Wenn ihr die folgenden Tipps und Schritte wirklich berücksichtigt, sind Nervosität und Angst völlig unbegründet.

1. Die Vorbereitung

Die Grundlage einer gelungenen Präsentation ist die Vorbereitung. Je besser diese ist, desto besser wird auch die Präsentation. Aus diesem Grund solltet ihr darauf achten, dass ihr euer Referats- oder Präsentationsthema bis ins kleinste Detail beherrscht. So bleibt bei fachlichen Rückfragen nichts zu befürchten. Vielen hilft es vor einer Präsentation, wenn sie ihren Text auswendig lernen, damit sie keine wichtigen Aspekte vergessen. Diese Vorgehensweise hat aber nicht nur Vorteile. Dadurch wirkt ihr zu schnell sehr steif und konzentriert. Idealerweise interessiert ihr euch für das Thema so sehr, dass es Freude macht, sich damit zu beschäftigen und die Präsentation Schritt für Schritt aufzubauen. In diesem Fall ist es häufig gar nicht mehr nötig, etwas auswendig zu lernen, da sich der Inhalt automatisch einprägt.

2. Dinge, die schief gehen können

Ihr solltet vor einer Präsentation nichts dem Zufall überlassen. Bringt lieber einen zweiten Laptop mit, denn hält doppelt im Notfall immer besser. Auch, wenn die PowerPoint Präsentation eigentlich auf dem Laptop sein sollte, bringt ihr sie lieber noch einmal auf einem USB-Stick mit.
Für diejenigen, die bisher wenige Erfahrungen im Halten von Präsentationen haben, empfiehlt es sich, die komplette Präsentation mehrmals vorher zu Hause durchzuspielen und dabei ebenfalls alle technischen Mittel zu benutzen, die eingeplant sind. Dabei sollte ihr die Zeit stoppen, sodass die tatsächliche Länge des Vortrags nicht deutlich die Vorgabe überschreitet. Und apropos Zeit: Lieber eine halbe Stunde zu früh im Seminarraum, als zwei Minuten zu spät. Durch die halbe Stunde früher im Raum bleibt euch genügend Zeit, alles nach euren Vorstellungen aufzubauen und euch mit der Umgebung vertraut zu machen.

3. Was will ich mit meiner Präsentation erreichen?

Genauso wichtig wie die inhaltliche Vorbereitung einer Präsentation ist die Definition eines Ziels, das erreicht werden soll. Je nach Thema des Vortrags geht es häufig darum, dem Publikum einen logischen Argumentationsaufbau zu liefern, z. B. wenn es eine Pro- oder Contra-Präsentation ist. Im Gegensatz zu einer Rede, ist eine Präsentation eher sachlich. Während eine Rede meist nach den fünf Säulen der Rhetorik aufgebaut werden sollte (inventio = Finden der Argumente, dispositio = Gliederung des Materials, elocutio = sprachliche Gestaltung, memoria = Erlernen, actio = Vortrag), sind einer Präsentation weniger Grenzen gesetzt, so dass die Nutzung von Laptop, Beamer & Co. viel Handlungsspielraum gibt.

4. Der eigene Auftritt

Einen gelangweilten Referenten kann selbst die beste Präsentation nicht retten. Er ist dafür zuständig, das Publikum durch das Thema oder die Problematik zu führen und dabei kompetent und vorbereitet zu wirken. Viele machen sich vor einer Präsentation am meisten darüber Sorgen, dass sie sich durch Nervosität verhaspeln oder den Faden verlieren. Diese Befürchtungen sind aber unbegründet, wenn der eigene Auftritt gut geplant und vorbereitet ist. Hierzu gehört auch die Vorbereitung der Karteikarten, die eine hilfreiche Gedächtnisstütze während des Vortrags sind. Beschriftet diese nicht zu klein und überladet sie nicht, da sie alles sonst nur noch schlimmer machen. Ein weiterer netter Nebeneffekt der Karten: wer Angst hat, dass er zu schnell spricht oder vor lauter Aufregung das Lächeln vergisst, der kann sich einfach Atempausen, z.B. durch das Wort "Atmen", kennzeichnen und kleine Smileys malen.

5. Die Präsentation

Das eigene Auftreten und der Inhalt werden durch die Aufmachung der Präsentation, z.B. mit PowerPoint, abgerundet. Eine Präsentation von 10-15 Minuten (je nach Anlass und Thema) sollte nicht mehr als 15 Folien umfassen sollte. Außerdem sollten die Folien, ähnlich wie die Karteikarten, nicht überladen werden. Durch überfüllte Folien kann es passieren, dass der Zuhörer überrumpelt und dadurch nicht mehr aufmerksam ist. Auch der Inhalt der Folien ist von großer Bedeutung. Es macht keinen Sinn, wenn die Folien auf dem Overhead-Projektor oder in der PowerPoint-Präsentation einfach vorgelesen werden. Das können die Zuhörer selbst machen, wenn sie es möchten. Es ist vielmehr sinnvoll, den Inhalt der Folien und der eigenen Präsentation so abzustimmen, dass sich beides perfekt ergänzt.
Einen weiteren wichtigen Teil bildet die gestalterische Komponente. Wenn es heutzutage schon so viele technische Möglichkeiten gibt, dann solltet ihr diese auch zu eurem Vorteil nutzen, solange ihr den Zuhörer/-schauer nicht mit Reizen überfordert. Es darf also mit Effekten und Farben experimentiert werden, solange es den Inhalt übersichtlicher macht. Dabei empfiehlt es sich natürlich auch hier, Farben und Effekte an das Thema anzupassen.
Mehr Infos gibt’s hier.

6. Der Einstieg

Ein guter Einstieg sichert euch sofort die Aufmerksamkeit des Publikums. Die Zuhörer wollen nicht überrumpelt, sondern langsam an das Thema herangeführt werden. Zu diesem Zweck bietet es sich häufig an, den Vortrag mit einer offenen Einstiegsfrage zu beginnen, durch die die Zuhörer direkt mit eingebunden werden und sich eigene Gedanken zum Thema machen können.

7. Struktur

Nicht nur der Einstieg will gut durchdacht sein, der Aufbau der kompletten Präsentation ist ebenfalls wichtig. Fünf Schritte können hierbei als grobe Orientierung dienen: Einleitung, Problem/Thema und Struktur der Präsentation vorstellen, Hauptteil, Fazit, Literaturliste. Bei einigen Präsentationen bietet sich eine anschließende Diskussionsrunde an, die durch gezielte Fragen am Ende des Vortrags angeregt werden kann.

8. Referent und Publikum

Für die Beziehung zwischen euch und eurem Publikum gelten die gleichen Prinzipien der Kommunikation wie für jede andere Kommunikationssituation zwischen Menschen. Durch verschiedene Aspekte habt ihr als Referenten den Ablauf der Präsentation selbst in der Hand. Hierbei spielt die positive Körpersprache eine wichtige Rolle, die viel über die eigene Selbstsicherheit aussagt. Jemand, der Unruhe ausstrahlt, weil er regelmäßig hektisch auf seine Karteikarten starrt oder womöglich mit dem Kuli in der Hand herumspielt, der wird auch ein unruhiges Publikum erleben. Eng verbunden mit der Körpersprache ist die Stimme. Wenn die Stimme durch die bereits unter „Der eigene Auftritt“ genannten Tipps ruhig und langsam ist, haben die Zuhörer auch die Geduld zuzuhören. Ein absolutes No Go während einer Präsentation sind Hände in den Hosentaschen. Wenn ihr nicht wisst, wohin mit euren Händen, dann bieten euch Karteikarten oder die Fernbedienung für den Laptop Halt. Ein weiterer wichtiger Punkt zwischen Referent und Publikum ist der Blickkontakt. Wenn ihr regelmäßig einen Blick in die Gesichter eurer Zuhörerschaft werft, merkt ihr auch, ob die Informationen ankommen.

9. Authentisch sein

So, wie das Publikum genau spürt, ob jemand gut vorbereitet ist oder nicht, merkt es auch, ob ihr authentisch seid oder versucht eine Rolle zu spielen. Wer sich verstellt ist unsicher und Unsicherheit bringt wieder die Qualität der Präsentation ins Wanken. Also: Seid ihr selbst!

10. Ein gelungenes Ende

Nachdem ihr sicher seid, dass alle wichtigen Aspekte genannt wurden, solltet ihr zum Ende kommen. Auch hier gibt es mehrere Varianten. Das einfachste ist, wenn ihr euch auf eurer letzten Folie für die Aufmerksamkeit des Publikums bedankt und euch im Anschluss daran noch den Fragen der Zuschauer stellt. Außerdem ist das Ende der Präsentation gleichzeitig der Moment, in dem die Handouts ausgeteilt werden sollten, sofern es welche gibt. Zum Schluss lohnt sich der Blick in die Runde, denn meistens könnt ihr spätestens jetzt erkennen, wie eure Präsentation beim Publikum angekommen ist.

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