Keine Angst vor der Masterarbeit - Teil 1
Tipps gegen Stress und Schreibblockaden

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Der Abschluss des Studiums steht kurz bevor – nur noch diese eine große Hürde: die Masterarbeit. Dabei könnte alles so einfach sein. UNICUM verrät sieben Tipps gegen die Angst vor …
... DEM UMFANG UND INHALT
Es gibt keine bundesweit verbindlichen Vorgaben, wie viele Seiten eine Masterarbeit haben sollte. Während Geisteswissenschaftler häufig 90 bis 120 Seiten schreiben müssen, erwartet zum Beispiel die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Uni Bielefeld nur rund 60 bis 80 Seiten.
Der zeitliche Rahmen hingegen ist einheitlicher. Er liegt in fast allen Fächern bei einem halben Jahr. Empirische Untersuchungen, wie man sie in einer Dissertation macht, kommen da häufig zu kurz. Dennoch schätzen es die meisten Professoren, wenn eine eigene Untersuchung, Umfrage oder Studie Grundlage der Masterarbeit ist. Ausschließliches Zitieren von Sekundärliteratur sollte im Zeitalter der Plagiatsaffären ohnehin nur mit größter Sorgfalt erfolgen.
Die Masterarbeit ist umfangreicher als eine Bachelorarbeit und geht wissenschaftlich mehr in die Tiefe. In einigen Studiengängen ist es üblich, die Arbeit mündlich zu „verteidigen“. Das bedeutet zum Beispiel, einen 20-minütigen Vortrag zu halten und anschließend zehn Minuten lang die Fragen der Prüfer zu beantworten. Nach solch einem Kolloquium kann die Note der Abschlussarbeit noch geändert werden.
… DEM PROF
Jeder Professor ist daran interessiert, dass die Studierenden seiner Hochschule erfolgreich abschneiden. Ein guter Berater von Abschlussarbeiten müsse auf strukturelle und persönliche Komponenten seiner Studierenden eingehen, so Prof. Dr. Peter Riegler von der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaft Braunschweig/Wolfenbüttel im Fach Informatik.
„Wenn ich feststelle, dass ein Studierender Angst vor der schriftlichen Arbeit hat, lasse ich ihn schon frühzeitig anfangen, damit es keine Aufschieberitis gibt.“ Einige Personen bräuchten klare Vorgaben, weil sie unsicher sind, andere seien selbstständiger. „Am Anfang treffe ich mich oft 14-täglich mit dem Studierenden, um abzustecken, was gemacht werden soll, welche Struktur dahintersteckt, welchen Input die Person braucht“, sagt Riegler. Später vergrößern sich die Abstände dann.
Er ist mit seinen Methoden bei den Studierenden gut angekommen, die ihn im vergangenen Jahr zum Professor des Jahres für UNICUM BERUF wählten. „Ich lasse mir gerne Vorabversionen geben, um gravierende Fehler und Plagiate in der endgültigen Fassung zu verhindern“, sagt Riegler. Da er weiß, wie zeitintensiv die Betreuung ist, nimmt er bewusst nur zwei bis drei Masterarbeiten pro Semester an.
… DEM THEMA
„Interesse am Thema ist die beste Motivation“, sagt Autorin und Schreibpädagogin Andrea Behnke, schließlich beschäftigt man sich mindestens sechs Monate intensiv damit. Nicht in allen Studiengängen ist die selbstständige Wahl möglich. Manchmal gibt der Betreuer ein Thema vor.
An Fachhochschulen ist der Regelfall, die Arbeit außerhalb der Institution zu schreiben. „Oft geben Firmen Masterthemen an die Studierenden heraus, die sich im Sinne der Prüfungsordnung nicht bearbeiten lassen“, sagt Prof. Dr. Riegler, der sich dann in der Fürsorgepflicht seinen Studenten gegenüber fühlt.
An Universitäten ist es in der Informatik so, dass die Masterarbeit in Arbeitsgruppen geschrieben wird. Sie bieten viel mehr Unterstützungsmöglichkeiten, auch hinsichtlich der Motivation. Es sind mehr kompetente Ansprechpartner da, die helfen können, auch wenn der betreuende Prof. nicht da ist.
Besonders entscheidend ist das Thema, wenn man mit dem Master später in die Wissenschaft will, weil man sich so in einem bestimmten Teilbereich seines Fachgebiets qualifiziert und mit der Promotion auf die eigene Masterarbeit aufbaut.
... EINER SCHREIBBLOCKADE
Oft entstehen Schreibhemmungen, weil sich die Masterarbeit wie ein Berg vor einem auftürmt, weil man nur das Ganze sieht und die vielen Seiten, die man zu füllen hat. „Besser ist es, sich die Arbeit in Teilschritten zu zerlegen und sich für jeden einzelnen Teilschritt einen Zeit- und Arbeitsplan zu machen“, sagt Schreibcoach Andrea Behnke.
In den Zeitplan gehören auch ganz klar freie Zeiten. „Man braucht Pausen und Abwechslung, um kreativ sein zu können.“ Sobald man sich über die Kernaussage im Klaren ist, „sollte man Zeit in eine Gliederung investieren, die als Gerüst dient, aber im Laufe des Schreibens auch noch verändert werden kann.“
Das „Wann“ und „Wo“ des Schreibens sollte jeder seinem eigenen Rhythmus anpassen. Sinnvoll sei nur, alles, was einem aus dem Schreibfluss herausreißt, auszustellen: Internet, soziale Netzwerke und das Telefon. „Als Belohnung kann man sich dann kleine Zeitfenster gönnen, in denen dann ganz bewusst gesurft oder telefoniert wird.“
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