Keine Angst vor der Masterarbeit - Teil 2

Tipps gegen Stress und Schreibblockaden

von Rita Martens-Baentsch
Foto: Thinkstock

Der Abschluss des Studiums steht kurz bevor – nur noch diese eine große Hürde: die Masterarbeit. Dabei könnte alles so einfach sein. UNICUM verrät sieben Tipps gegen die Angst vor …

… VOR DEADLINES

Viele Studierende haben „abenteuerliche Phantasien“ darüber, welche Ansprüche an eine Masterarbeit gestellt werden. Die Angst vor dem Abgabetag wird so manchmal übergroß.

Dabei könne man sich in der begrenzten Zeit keinen Perfektionismus leisten, sagt Wilfried Schumann, Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle von Universität und Studentenwerk Oldenburg. „Es liegt in der Natur der Sache, dass das Endprodukt bei der Abgabe immer wie ein Provisorium wirkt.“ Der Psychologe ermutigt die Studenten, indem er ihnen sagt, dass es „kein Zufall ist, dass sie es bis in die Endphase ihres Studiums geschafft haben“.

Es gebe jedoch auch Studierende, die durch Zukunftsängste eine Arbeit unbewusst in den Sand setzen würden. „Wenn Unsicherheit und Resignation überhandnehmen und wir davon ausgehen müssen, dass die aktuellen Probleme Ausdruck tiefer liegender Konflikte sind, überweisen wir für die langfristige Bearbeitung dieser Schwierigkeiten in Psychotherapie“, sagt Schumann.

Durch Krankheit oder andere Umstände kann man eine Verlängerung der Deadline bekommen. Auch bei inhaltlichen Gründen wie Schwierigkeiten bei der empirischen Untersuchung ist ein Aufschub möglich. Aber das sollte nur der letzte Ausweg sein.

… DER BENOTUNG

In den Fächern Mathematik oder Informatik werden bundesweit oft sehr gute Noten vergeben, während man bei den Juristen der König ist, wenn man ein „voll befriedigend“ erreicht. Eigentlich ist das auch kein Problem, wenn alle Beteiligten inklusive späterer Arbeitgeber das wissen.

Beim Consultingunternehmen Roland Berger berücksichtigt man, dass Absolventen der Technischen Unis wie die TU München oder Karlsruhe mit einem Notendurchschnitt von 2,5 bis 3,0 zu den besten 30 Prozent gehören, so Julia Kemmler, Recruiting- Beauftragte bei Roland Berger Deutschland: „Für die meisten Absolventen gilt: Die Gesamtnote sollte bei uns nicht schlechter sein als 2,4. Wir achten sehr stark auf alle Noten seit dem Abitur – von Bachelor- über Prüfungsnoten innerhalb des Studiums bis hin zur Masterarbeitsnote.“

... DER WIRTSCHAFT

Die Vorteile, die Arbeit in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen zu schreiben, liegen auf der Hand: Man bekommt eine gute Unterstützung durch das Unternehmen und hat Zugriff auf Experten in dem Bereich, mit dem man sich beschäftigt.

Im Lebenslauf macht es sich natürlich auch sehr gut. Und mit Abschluss der Arbeit sind die Kontakte zum eventuell zukünftigen Arbeitgeber schon geknüpft: „Wer bei uns seine Masterarbeit schreibt, wird nicht automatisch übernommen. Es ist kein Freifahrtschein, aber wenn man es sehr gut gemacht hat, ist es durchaus möglich, so einen Job nach dem Studium zu bekommen“, sagt Thomas Degraaff, Personalberater beim Chemiekonzern BASF.


Nachgefragt bei ...

Foto: Privat

Ute Mewes, Dipl.-Sozialpädagogin an der Psychosozialen Beratungsstelle der Hochschule Niederrhein.

UNICUM: Gibt es viele Studierende mit Prüfungsangst?
Mewes: Verschiedene Untersuchungen belegen, dass die Stressbelastung unter Studierenden nach der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge zugenommen hat. Angst kann eine Folge von zu großem Stress sein, also wenn „das Fass sozusagen überläuft“, kann der Organismus mit Angst reagieren, um sich vor weiterer Überlastung zu schützen. Prüfungsängste wurden insgesamt am häufigsten benannt, aber auch soziale Phobien, Angst- und Panikstörungen, Zukunftsängste sowie soziale Isolation.

Welche Personen leiden häufiger unter dieser Angst?
Prüfungsangst ist Angst vor Bewertung. Studenten, die mit einer anstehenden Leistung ihren gesamten Wert oder Unwert verbinden, ganz unabhängig davon, wie viele Prüfungen bereits erfolgreich bestanden wurden, leiden häufiger darunter. Wurde die Erfahrung gemacht, dass ein Versagen dramatische Folgen hat, kann sich dies prägend auf spätere Einstellungen und das Selbstwertempfinden auswirken. Es ist bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. Negative Bewertungserfahrungen in der Kindheit oder Jugend, wie eine abwertende Erziehung, zu hohe Anforderungen, Erfahrungen, als Außenseiter von anderen gehänselt zu werden, können sich negativ auf das Selbstwertgefühl auswirken. Sicherlich haben auch Persönlichkeitsmerkmale Einfluss auf die Ausprägung einer Angstreaktion. Jeder kann jedoch lernen, besser mit Stress und belastenden Situationen umgehen zu können, und ein angemessenes Selbstwertgefühl entwickeln.

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