Schluss mit Copy and Paste!?

Die Plagiatssoftware des ProfNet Instituts stellt sich dem Praxistest

von Heike Philipp
Foto: Digital Vision

Ist Selbstkontrolle das neue Allheilmittel gegen Plagiate? Das ProfNet Institut für Internet-Marketing bietet seine Plagiatssoftware erstmals an fünf Hochschulen an. Für deren Studenten ist der Service kostenlos.

Plagiatsseuche an den Unis

Seit der Affäre um den Ex-Minister Karl Theodor zu Guttenberg  steht der saubere Umgang mit Zitaten in wissenschaftlichen Arbeiten im Fokus der Öffentlichkeit. Auch die aktuellen Vorwürfe gegen Bildungsministerin Annette Schavan fachen die Diskussion um die Eindämmung der Plagiatsseuche an den Universitäten neu an.

Bereits 2006 stellte der Soziologe Sebastian Sattler in seiner Magisterarbeit „Plagiate in Hausarbeiten“ die hohe Bereitschaft, Plagiate zu verwenden, unter Studenten heraus. Nach seinen Ergebnissen würden neun von zehn Studenten in Hausarbeiten tricksen, klauen und mogeln. Die Angst vor Entdeckung scheinen einige Hochschüler gar nicht zu besitzen. Dies mag auch daran liegen, dass Plagiate relativ schwer zu enttarnen sind. Denn eine Hausarbeit liest gerade einmal der zuständige Professor, der nicht immer die Zeit hat, diese intensiv zu lesen. Zudem werden nur sehr wenige Hausarbeiten überhaupt durch eine Software auf Plagiate untersucht. Im Fall von Übernahmen aus fremdsprachigen Texten wird es - für Professoren und Plagiatssoftwares - noch schwieriger, Plagiate zu ermitteln. Welche Maßnahmen können also wirklich gegen Plagiate helfen?

Rettung naht?

Der ProfNet Hochschulservice bietet einen weltweit einzigartigen Service an. Studenten können kostenlos und unabhängig ihre eigenen Arbeiten auf Plagiate testen lassen. Entwickelt wurde dies am ProfNet Institut für Internet-Marketing in Münster unter Leitung von Prof. Dr. Uwe Kamenz. Das Ziel des ProfNet Hochschulservices: die Abschaffung von Plagiaten. Fünf Hochschulen beteiligen sich an dem ersten Projekt: die Deutsche Polizeihochschule Münster, die Fachhochschule Stralsund, die Hochschule Landshut, die Medizinische Hochschule Hannover und die WHU Otto Beisheim School of Management Vallendar. Die Kosten an anderen Hochschulen sollen über Sponsoren und Partnerschaften (FH: 500€, Uni: 1500€) gedeckt werden.

Über die Studierenden-Community www.profnet.de/studis ist der Plagiat-Service erreichbar. Prof. Dr. Kamenz weist ausdrücklich auf dessen Vorteile hin: „Jeder Studierender kann kostenlos durch Einreichung der Prüfungsarbeit weltweit erstmalig nachweisen und dokumentieren, dass in seiner Arbeit kein Plagiat oder ein anderer Täuschungsversuch enthalten ist! Der Studierende entscheidet dann selber, ob der Prüfer die Ergebnisse erfährt oder nicht.“

Trotz dieser innovativen Herangehensweise bleiben die vermeintlichen Vorteile des Plagiierens bestehen: der geringe Aufwand, die niedrige Wahrscheinlichkeit der Aufdeckung und die milden Strafen. Der Kampf gegen Plagiate an deutschen Unis bedarf noch größeren Veränderungen in den (Prüfungs-)Strukturen. Dabei sollte die vorrangige Aufgabe von Hochschulen nicht aus den Augen verloren werden: den Studenten Wissen zu vermitteln.

Diskutier mit im Forum

ssgfsgf
Gast|
Unis machen nun Jagd auf ...
Redaktion|
irgendwie schon peinlich
Gast|

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)