Bundesregierung: Burschenschaften nicht rechtsextrem

von Heike Philipp
Deutsche Burschenschaften
Burschenschafter beim Festakt im Innenhof der Wartburg anläßlich des Burschen- und Altherrentages 2011. © Photostudio Thurau, Eisenach

Gibt es rechtsextreme Bestrebungen in der Deutschen Burschenschaft? DIE LINKE stellte dazu jüngst eine Anfrage an die Bundesregierung. Jetzt ist die Antwort da.

Die Deutsche Burschenschaft ist nicht rechtsextrem, so lautet die Einschätzung der Bundesregierung. In ihrer Antwort (17/10294) zur Anfrage der Linksfraktion heißt es explizit: „Auch zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür vor, dass der Dachverband der Deutschen Burschenschaft (DB) Bestrebungen verfolgt, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet sind.“ Andererseits räumt die Regierung ein, dass es Kontakte zu rechtsextremen Personen und Organisationen bestehen. Jedoch sei „die überwältigende Mehrzahl der Mitgliedburschenschaften“ davon ausgenommen. Handlungsbedarf sieht die Bundesregierung trotz der erhobenen Vorwürfe nicht.

Ebenfalls wurde nach Angehörigen der Bundesregierung gefragt, die Mitglied in der Deutschen Burschenschaft sind. Dabei wird Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer angeführt, der seit 1973 Mitglied der Münchener Burschenschaft Franco Bavaria ist. Ramsauer unterstütze aber die Initiative „Burschenschaften gegen Neonazis“.

Rückblick

Die kleine Anfrage der Fraktion Die LINKE bezieht sich auf den Verbandstag der Deutschen Burschenschaft am 1. Juni 2012 in Eisenach. Dort soll laut Medienberichten ein Richtungsstreit offenkundig geworden sein, der rechtsextreme Tendenzen in dem Dachverband der Deutschen Burschenschaft vermuten lässt. Konkret geht es um einen Leserbrief in der Mitgliederzeitung der „Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“ aus dem Jahr 2011. Darin wird der Widerstandskämpfer gegen den Faschismus Dietrich Bonhoeffer als „Landesverräter“ bezeichnet. Autor des Briefes ist Norbert Wiedner, Vorstandsmitglied des Dachverbands.


Kurz & Knapp

  • In Artikel 10 der Verfassung der Deutschen Burschenschaft: „Von jedem Burschenschafter wird der tatkräftige Einsatz für eine demokratische und soziale Rechtsordnung gefordert.“ Weiterhin heißt es in Artikel 12: „Die Arbeit der Burschenschaft vollzieht sich nach demokratischen Grundsätzen.“
  • Im Verband Deutsche Burschenschaft sind zurzeit 150.000 junge und alte Mitglieder in mehr als 120 Burschenschaften.
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