Der Realitätscheck: Was verdienen Studenten?
Die neue Studentenmatrix 2012 klärt auf

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Studenten sind überbezahlt. Diese Schlagzeile wird es wohl so schnell in deutschen Zeitungen nicht zu lesen geben. Doch wie sieht es finanziell bei Studenten im Jahr 2012 wirklich aus? Die Studentenmatrix 2012 liefert neueste Fakten und räumt mit Klischees rund um das Studentenleben auf.
Klischee: Ihr Geld geben Studenten vorrangig für Partys, Alkohol und Kneipen aus.
Unser Ergebnis: An erster Stelle stehen die Ausgaben für Lebensmittel (48,9 Prozent), gleich danach aber tatsächlich das monatliche Ausgehen (14,1 Prozent). Ein Klischee, das also durchaus einen wahren Kern enthält. Das restliche Geld wird vor allem bei Studentinnen für Kleidung (14,2 Prozent) und Kosmetik (12 Prozent) ausgegeben.
Klischee: Naturwissenschaftler sind Eigenbrötler.
Unser Ergebnis: Auch wenn sich in der Studentenmatrix 2012 zeigt, dass Ingenieure (28 Prozent), Mathematiker und Naturwissenschaftler (24 Prozent) tendenziell mehr Zeit allein bzw. am heimischen Computer verbringen, ist Sport das beliebteste Hobby unter Studenten aller Fachrichtungen.
Klischee: Studenten haben kaum Geld.
Unser Ergebnis: Laut der Studentenmatrix 2012 haben Studenten so viel Geld wie nie zuvor zum Ausgeben. Im Durchschnitt sind es monatlich 260 Euro. Vor drei Jahren waren es nur 243 Euro. Dabei haben Sprachwissenschaftler am wenigsten Geld (201 Euro) und Ingenieurwissenschaftler am meisten (296 Euro) auf dem Bankkonto.

- Foto: © EARSANDEYES GMBH + UNICUM Verlag 2012
Klischee: Studenten sind übermäßig kulturell orientiert.
Unser Ergebnis: Studentenrabatte gibt es in vielen kulturellen Bereichen. Trotzdem nutzen nur sehr wenige Studenten dieses Angebot, um Geld zu sparen. Gerade ein Mal in drei Monaten gehen die meisten Studenten ins Museum (73 Prozent) oder ins Theater (70 Prozent). Wobei generell die finanzielle Lage die Häufigkeit der Freizeitaktivitäten bestimmt.
Klischee: Studenten müssen nebenher jobben.
Unser Ergebnis: Studenten gehen in der Mehrheit (79 Prozent) neben ihrem Uni-Alltag jobben. Doch deutlich weniger als 2009 (85 Prozent). Dabei gilt die Faustregel „Je älter der Student, desto regelmäßiger und länger geht er nebenbei arbeiten“. Unter Rechtswissenschaftlern ist der Nebenjob allerdings eher die Ausnahme. Bei der Wahl des Nebenjobs spielt für 63 Prozent der Befragten die Höhe der Vergütung eine entscheidende Rolle.
Klischee: Wer studiert, will im Berufsleben Karriere machen.
Unser Ergebnis: Nur wenige Studenten wollen später eine Führungsposition einnehmen. Gerade einmal 37 Prozent der Befragten erscheint eine Position mit mehr Verantwortung erstrebenswert. Vielmehr sind ein gutes Arbeitsklima (90 Prozent), Sicherheit des Arbeitsplatzes (89 Prozent) und Life-Work-Balance (87 Prozent) die Kriterien nach denen Studenten ihre Arbeitgeber auswählen.
Klischee: Studenten finanzieren ihr Studium über den Staat.
Unser Ergebnis: Den größten Beitrag zur Finanzierung des Studiums leisten die Eltern (43,7 Prozent). Rund 30 Prozent der Finanzierung stemmen die Studenten durch ihre Jobs. Erst dann greifen sie auf BAföG (13,8 Prozent) zurück. Andere Einkommensquellen wie Kredite oder Stipendien spielen kaum eine Rolle.

- Foto: © EARSANDEYES GMBH + UNICUM Verlag
Hintergrundinformation
UNICUM hat in Kooperation mit dem Markt- und Trendforschungsinstitut EARSandEYES Studenten zu Studium, Hochschule, Freizeit und Berufsaussichten befragt. Für die Studie wurden rund 1000 Studierende im Alter von 18 bis 36 Jahren befragt. Alle drei Jahre werden diese Daten erhoben. Damit die Erhebungen untereinander vergleichbar sind, wird der Ansatz nahezu gleich gestaltet.
Im Rahmen der Studentenmatrix werden ausgewählte Unternehmen mit dem "Karrieremacher"-Siegel ausgezeichnet. Dies sind die zehn Unternehmen, die von den Studenten vorrangig mit "gut" und "sehr gut" in Kategorien wie Sympathie, Image oder Glaubwürdigkeit eingestuft wurden. In diesem Jahr sind Adidas, BASF, Bayer, Beiersdorf, BMW, Caritasverband, Daimler, DFS Deutsche Flugsicherung, Fresenius SE, Henkel, Lufthansa, MAN, SAP, Siemens, ThyssenKrupp und Volkswagen berechtigt das Siegel zu tragen.










