Facebook: Auf Nummer sicher
Dossier Internetsicherheit: Teil 1
Nicht erst durch die neue Chronik, wird Facebook mehr und mehr zum Sammelalbum eurer Internetaktivität. Datenschützer sind besorgt, weil Facebook mit jedem Tag mehr über euch weiß – und speichert. Im Angesicht derer, die vollen Zugriff auf euer Profil haben, werdet ihr gläsern. Blöd, wenn das der Prof, der Chef oder ein komplett Fremder ist. Im ersten Teil unseres Dossiers zum Thema Internet-Sicherheit erklären wir euch die wichtigsten Konto- und Privatsphäre-Einstellungen und verraten euch wie ihr das eigene Facebook-Konto vor fremden Zugriffen schützt.
Inhalte
- Wer kann meine Statusmitteilungen lesen?
- Wie kann ich es einstellen, dass einige mehr und andere weniger lesen können?
- Wie verberge ich die Partyfotos vor meinen Kollegen?
- Kann ich kontrollieren, ob andere Leute Inhalte über mich einstellen?
Kann ich meine Datenübermittlung bei Facebook verschlüsseln und warum sollte ich das tun?
Warum will sich Facebook ständig mit meinem Emailkonto verbinden?
- Das eigene Facebook-Konto vor Dritten schützen
- Wie kann ich mein Profil löschen?
Wer kann meine Statusmitteilungen lesen?
Prinzipiell jeder. Facebook stellt eure Privatsphäre standardmäßig auf „öffentlich“. Das heißt, alles was ihr postet, ist erst einmal für jeden Menschen mit einem Internetzugang (ein Facebook-Konto ist nicht nötig!) sichtbar. Eine einfache Google-Suche reicht aus, um eure gesamte Facebook-Aktivität aufzuzeigen. Mit ein paar Klicks lässt sich das aber ändern. Die öffentliche (Google-)Suche schaltet ihr in den Privatsphäre-Einstellungen unter „Anwendungen, Spiele und Webseiten“ aus.
Privatsphäre-Einstellungen -> Anwendungen, Spiele und Webseiten
Wie kann ich es einstellen, dass einige mehr und andere weniger lesen können?
Klickt zuerst oben rechts auf den Pfeil und wählt „Privatsphäre-Einstellungen“ aus. Auf der folgenden Seite findet ihr drei Standard-Einstellungen: Öffentlich (Standard), Freunde (alle eure Facebook-Kontakte) und Benutzerdefiniert (ausgewählte Kontakte und Listen werden von euren Statusmitteilungen ausgesperrt). So könnt ihr gezielt euren Chef von euren Facebook-Aktivitäten ausgrenzen.
Unter „Funktionsweise von Verbindungen“ könnt ihr diese Einstellungen noch verfeinern. Dort könnt ihr einstellen, wer nach eurem Profil suchen darf (Alle, Freunde von Freunden oder nur Freunde), wer euch Frendschaftsanfragen und Nachrichten senden darf, wer auf eurer Chronik (ehemals: Profilseite) posten darf und ganz wichtig: Wer Beiträge von dritten Personen auf eurer Chronik sehen kann. Um euren Chef auszugrenzen, solltet ihr die Option „benutzerdefiniert“ wählen.
Diese Optionen stehen euch auch als Schnellauswahl neben dem Knopf „Posten“ bei jedem Statusupdate zur Verfügung. Aber Vorsicht: Wenn ihr eure Privatsphäre-Einstellung hier ändert, gilt die Einstellung so lange, bis ihr sie wieder zurücksetzt.
Wie verberge ich die Partyfotos vor meinen Kollegen?
Das funktioniert wie mit den Statusmitteilungen. Die passende Option findet ihr, wenn ihr in eurer Chronik auf Fotos klickt. Neben dem Albumnamen seht ihr, je nach Einstellung, einen Globus (Fotos sind öffentlich), zwei Menschen (nur Freunde) oder ein Zahnrad (benutzerdefiniert). Mit der letztgenannten Option könnt ihr eure Partyeskapaden vor euren Kollegen verstecken.
Kann ich kontrollieren, ob andere Leute Inhalte über mich einstellen?
Ihr könnt kontrollieren, ob „Freunde“ oder „Fremde“ euch auf Statusmitteilungen, Fotos oder Videos „markieren“ (verlinken) dürfen oder nicht. Im Markierungsmenü könnt ihr entscheiden, ob Beiträge, in denen ihr „markiert“ wurdet, in eurer Chronik sichtbar sind oder nicht. Ferner lassen sich Benachrichtigungen einrichten, falls neue Inhalte mit eurem Namen „markiert“ wurden. Ihr möchtet nicht, dass eure Freunde angeben, wo ihr euch gerade befindet? Kein Problem, die passende Einstellung findet sich ebenso im Markierungsmenü.
Privatsphäre-Einstellungen -> Funktionsweise von Markierungen
Kann ich überprüfen, wie andere mein Profil sehen können?
Chronik: Ja, dazu müsst ihr nur eure Profilseite aufrufen. In der Mitte des Profils, direkt unter dem Banner, befindet sich das Aktivitätenprotokoll. Rechts daneben ist ein graues Rädchen. Ein Mausklick auf das Rädchen lohnt sich, denn unter ihm verbirgt sich die Einstellung „Anzeigen aus der Sicht von“.
Chronik -> Profilseite -> Anzeigen aus der Sicht von
Altes Profil -> Profilseite -> Anzeigen aus der Sicht von
Kann ich meine Datenübermittlung bei Facebook verschlüsseln und warum sollte ich das tun?
Informationen, die mit anderen geteilt werden sollen, müssen vor Dritten geschützt werden. Man verschickt ja schließlich auch keine offenen Briefe. HTTPS-Verbindungen (https heißt zu Deutsch: sicheres Hypertext-Übertragungsprotokoll) erhöhen den Schutz in ungesicherten WLANs und werden beispielsweise beim Online-Banking genutzt, um Konten vor unbefugten Zugriffen zu schützen. Normalerweise ist nur der Login bei Facebook durch eine https-Verbindung geschützt. Mit ein paar Klicks lässt sich das „sichere Durchstöbern“ auf das ganze Facebook-Konto ausweiten.
Chronik: Kontoeinstellungen -> Sicherheit -> Sicheres Durchstöbern -> Bearbeiten
Warum will sich Facebook ständig mit meinem Emailkonto verbinden?
Facebook hat ein hohes Interesse daran, seine eigene Reichweite – sprich: neue Nutzer zu werben – zu erhöhen. Aber wie macht man das am besten? Richtig, man spricht die Bekannten und Familienmitglieder von Facebook-Mitgliedern an. Ehe ihr euch verseht, will Onkel Dieter plötzlich euer „Freund“ werden. Und ihr fragt euch, wie er euch nur finden konnte? Wir erklären es euch. Eine sichere Methode um zu neuen Mitgliedern zu gelangen ist, die E-Mail-Adressbücher mit dem Facebook-Konto zu verknüpfen. Dies versucht Facebook beispielsweise, wenn ihr euch ein neues Konto einrichtet – um „Freunde“ zu finden heißt es.
Was weiß Facebook über mich?
Good news for people who love bad news: Facebook weiß alles über euch. Alles was ihr postet, wird gespeichert – auf unbestimmte Zeit. Selbst, wenn ihr euer Profil löscht, behält sich Facebook das Recht vor, eure Daten zu horten. Einen Auszug eurer Facebook-Daten könnt ihr unter „Kontoeinstellungen“, Allgemein“ herunterladen.
Kontoeinstellungen -> Allgemein
Das eigene Facebook-Konto vor Dritten schützen:
Wo sich knapp eine Milliarde Menschen tummeln, sind Betrüger nicht weit, die persönliche Daten stehlen oder Profile kapern, um Spam zu verschicken. Jene Betrüger erstellen gefakte Anwendungen, die das Interesse der Facebook-Nutzer wecken. Diese sogenannten Apps versprechen Vieles, beispielsweise sollt ihr durch sie sehen können, wer das eigene Profil stalkt oder die neue Facebook-Chronik rückgängig machen können. Die Fake-Anwendungen versprechen einen hohen Nutzwert. Da klickt man schnell auf „Genehmigung zulassen“. Plötzlich steht ein Post im eigenen Profil, den man nicht erstellt hat. Wenn ihr Pech habt, hat euer Geister-Profil den Post auch an alle „Freunde“ geschickt. In jedem Fall ist ein Fremder in den Besitz eurer persönlichen Daten gekommen.
Wie ihr euch vor Spam und Phishing schützen könnt:
1. Ändert allmonatlich euer Passwort.
2. Gebt nur das Nötigste an persönlichen Daten an.
3. Aktiviert die Funktion „Sicheres Durchstöbern“.
4. Auf die Sprache achten (Spam ist meist auf Englisch).
5. Bei einer fehlerhaften Grammatik sollten sofort die Alarmleuchten angehen.
6. Nicht einfach jede Seite/jeden Post/jede App liken, nur weil sie euch ein Freund vorschlägt.
7. Mithilfe der Software BitDefender safego seid ihr jederzeit vor bösen Überraschungen sicher.
Wie kann ich mein Profil löschen?
In den Kontoeinstellungen unter Sicherheit. Ganz unten findet ihr den Punkt „Deaktiviere dein Konto“. Leider werden eure Daten damit nicht gelöscht.
Kontoeinstellungen -> Sicherheit -> Deaktiviere dein Konto.
[Update:] Wie uns ein Nutzer mitteilte, ist es doch möglich, sein Konto samt aller Daten zu löschen. Die Option ist jedoch tief in den Untermenüs von Facebook versteckt und nur über mehrere Umwege zu finden.
Hilfe -> "Konto löschen" im Suchfeld eingeben -> Link auf der folgenden Seite klicken -> Löschen bestätigen oder über diesen Direktlink.














