OECD-Bildungsstudie: Investitionen lohnen sich auch für den Staat

von Stephan Hammers
OECD-Studie (Uni-Bibliothek)

Jedes Jahr verteilt die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mit der Studie „Bildung auf einen Blick“ Zeugnisse für die Bildungssysteme ihrer Mitgliedsstaaten. Deutschland bleibt zwar nicht sitzen, muss aber an Schwachstellen arbeiten.

Die wichtigsten Fakten

40 Prozent aller möglichen Personen haben im Jahr 2009 in Deutschland ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule aufgenommen, 28 Prozent dort einen Abschluss erworben. Diese Werte liegen jeweils deutlich unter dem OECD-Durchschnitt (59 bzw. 38 Prozent).

Der Staat gab 2008 pro Student umgerechnet 15.390 US-Dollar (Vergleichswährung) aus, damit rund 1.700 mehr als der OECD-Durchschnitt.

Im Primarbereich (Grundschule) sieht es jedoch anders aus: Hier gab Deutschland nur 5.929 Dollar aus, mehr als 1.000 weniger als der Durchschnitt: Mit der frühen schulischen Phase ist damit im Vergleich zu anderen Ländern eine deutliche Schwachstelle im deutschen Bildungssystem ausgemacht.

Auch bei den Ausgaben für Bildungseinrichtungen ohne Bafög und Weiterbildungsförderungen gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegt Deutschland mit 4,8 Prozent 1,1 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt.

Was den Staat anspornen müsste, mehr für Bildung auszugeben, ist die Tatsache, dass es sich unterm Strich klar auszahlt: Die Berechnungen haben ergeben, dass im Schnitt eine Investition in einen Studenten in Höhe von rund 42.000 US Dollar einen Return für den Staat von ca. 211.000 Dollar durch höhere Steuereinnahmen, geringere Transferleistungen und weniger Arbeitslosigkeit bringt. Im Grunde also eine hervorragende Rendite.

Über dem Durchschnitt: 9 Prozent ausländische Studierende in Deutschland

Ergänzend liefert das Statistische Bundesamt Zahlen zum Anteil von Studierenden aus dem Ausland. Der lag in Deutschland im Jahr 2009 mit 9 Prozent deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 6. Im Saarland (18 %), in Berlin und Bremen (jeweils 13 Prozent) gibt es die höchsten Anteile an ausländischen Studierenden, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben hatten. Dagegen sind die Quoten in den neuen Ländern  niedriger: Brandenburg erzielte mit 10 Prozent Studierender aus dem Ausland noch den höchsten Wert, die niedrigsten Anteile hatten Thüringen (6) und Mecklenburg-Vorpommern (5).

Besonders attraktiv waren deutsche Hochschulen für Studierende aus China. Sie belegten mit 12 Prozent den Spitzenplatz in der Gruppe internationaler Studierender. Vor allem in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Sachsen waren chinesische Studierende stark vertreten. Die neben China größte Gruppe internationaler Studierender kam aus osteuropäischen Staaten (Russische Föderation, Polen, Bulgarien - jeweils 5 Prozent). In Brandenburg war der Anteil der Studierenden aus Polen mit 22 Prozent am höchsten, bedingt durch die regionale Nähe und die nachbarschaftlichen Beziehungen. 

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