Plagiats-Vorwürfe: Universität Düsseldorf bittet um Verzeihung

Schavan gibt sich kämpferisch

von Heike Philipp
Bildungsministerin Annette Schavan (CDU)
Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) | Foto: Getty Images

Nach der Sitzung des Promotionsausschusses am Mittwoch entschuldigte sich Michael Piper, Rektor der Universität Düsseldorf, für die Weitergabe des internen Gutachtens bei der Bildungsministerin Annette Schavan. Die undichte Stelle an der Uni wird fieberhaft gesucht.

„Kriminelles Verhalten eines bislang unbekannten Einzelnen“ sei das Gelangen von Teilen eines Sachstandsberichts zu den Plagiats-Vorwürfen an die Öffentlichkeit, so der Rektor der Universität, Michael Piper, in der offiziellen Presseerklärung am 17.10.2012. In dem 75-seitigen Gutachten von Stefan Rohrbacher, dem Vorsitzenden der Promotionskommission, wird laut Medienberichten von einer Täuschungsabsicht der Bildungsministerin berichtet. Wie das Gutachten an die Öffentlichkeit gelangen konnte, ist bisher unklar: Das Gutachten sei als vertraulich gekennzeichnet und nur in Papierform verteilt worden. Eine elektronische Form des Gutachtens habe nicht vorgelegen. Die Universität Düsseldorf hat zur Aufklärung der unerlaubten Veröffentlichung Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Diese wird zurzeit bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf geprüft.

Nachrichtensperre

Über ihre Anwälte hat Bildungsministerin Annette Schavan der Hochschule die Herausgabe von Informationen ohne ihr Einverständnis verboten. Daran wird sich die Universität im Weiteren halten und keine Stellungnahmen mehr öffentlich machen. Dies verschafft der Ministerin eine Verschnaufpause in dem Plagiats-Wirbel. Annette Schavan hat zudem ihre Kampfbereitschaft deutlich gemacht: „Ich werde kämpfen“, sagte sie im Rahmen eines Israels-Besuchs in Jerusalem am Mittwoch. „Das bin ich mir schuldig, und das bin ich der Wissenschaft schuldig.“

Quod erat demonstrandum

Ein Abschluss des Dissertations-Verfahrens gegen Annette Schavan ist momentan noch nicht in Sicht. Als Nächstes könnte die Bildungsministerin von der Universität Düsseldorf um eine Stellungnahme gebeten werden. Daraufhin wird darüber entschieden, ob noch weitere Expertisen eingeholt werden. Die Feststellung einer Täuschungsabsicht der Ministerin sei laut Piper nach über 30 Jahre schwierig, auch weil in der Dissertation verschiedene Fachrichtungen miteinander kombiniert wurden. Die letztendliche Entscheidung trifft der Fakultätsrat.

 

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ssgfsgf
Gast|
Unis machen nun Jagd auf ...
Redaktion|
irgendwie schon peinlich
Gast|

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