Rekord: über 500.000 Erstsemester
Die Zahl der Erstsemester stieg im Vergleich zu 2010 um 16 Prozent auf einen neuen Rekordwert. Bundesministerin für Bildung und Forschung Anette Schavan sieht das als großen Erfolg auch ihrer Politik an. Kritiker führen die Zahlen auf Doppelte Abiturjahrgänge und andere Sonder-Effekte zurück und sehen die Qualität des Studiums für den Einzelnen in Gefahr.
Das Statistische Bundesamt ermittelte zum Wintersemester 2011/2012 515.800 Studienanfänger und damit einen neuen Rekord. "Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass heute so viele junge Menschen ein Studium beginnen", sagt dazu Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Ein Hochschulpakt sollte den zusätzlichen Bedarf an Studienplätzen finanzieren. In diesem stellten Bund und Länder bis zum Jahr 2010 für jeden zusätzlichen Studienanfänger 22.000 Euro und seit diesem Jahr 26.000 Euro bereit. Hinzu kommen bis zu zwei Milliarden Euro, die über den "Qualitätspakt Lehre" bis 2020 in die Verbesserung der Lehrbedingungen an den Hochschulen fließen sollen. Das Bundesministerium ist zufrieden mit seiner Arbeit. "Die heutigen Zahlen zeigen uns: Der Hochschulpakt wirkt", so die Bundesbildungsministerin.
Kritik: "Hochschul-Mangelpakt"
Kritiker sehen das anders und bezeichnen die Förderung als "Hochschul-Mangelpakt". Kai Gehring, MdB der Grünen und Sprecher für Hochschulpolitik, empfindet den Einschreibe-Rekord zwar auch als ermutigend, warnt aber vor den Risiken. Er findet, dass der Pakt unverzüglich quantitativ und qualitativ ausgeweitet werden müsste, damit die Studenten nicht nur einem Studienplatz haben, sondern auch ein Platz im Seminar oder Hörsaal und im Wohnheim. Außerdem sollten die Professoren genügend Zeit haben und die Lehre ausreichend qualitativ sein. Kritiker meinen, dass ohne eine spürbare Verbesserung der Studienbedingungen das Risiko, dass Erstsemester zu Studienabbrechern statt Absolventen werden, steigt.










