Studidoping: Masterarbeit über Hirndoping bei Studenten

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Nehmen Studenten Ritalin? Ist Leistungsdruck immer der Grund? Offene Fragen gibt es zahlreiche, aber was fehlt, sind konkrete Daten zu Hirndoping bei Studenten. Eine Kölner Studentin will diese klären.

- Kristina Bösel arbeitet zusätzlich als Sozialpädagogin in einer stationären Nachsorgeeinrichtung für alkoholabhängige Männer. | Foto: Privat
Doping ist nicht nur im Sport ein brisantes Thema, sondern auch im Studium. Zur Verbreitung von Hirndoping unter Studenten gibt es allerdings bisher nur wenige Studien in Deutschland. Im Rahmen eines berufsbegleitenden Master-Studiengangs "Suchthilfe/ Suchtherapie" beschäftigt sich Kristina Bösel (27) für ihre Masterarbeit genauer mit dem studentischem Phänomen. Online befragt sie dafür Studenten über ihre Erfahrungen mit Hirndoping, auch Neuroenhancement genannt.
Hirndoping ist eine Form der Leistungssteigerung mithilfe von Medikamenten, wie zum Beispiel Ritalin oder Prozac. Vor allem in Amerika ist die Sucht nach diesen Mitteln weit verbreitet. Dazu merkt Kristina jedoch kritisch an, dass es zu pauschal sei, im Fall von Hirndoping von einem Suchtproblem zu sprechen: "Denn nicht aus jedem Konsum entwickelt sich eine Sucht. Stattdessen ist eine differenzierte Beurteilung des Konsumverhaltens jedes Einzelnen erforderlich. Jeder Student bestimmt selbst, ob und in welchem Umfang er konsumiert."
Erhöhter Druck für Studenten!?
Seit der Bologna-Reform kämpfen Studenten zunehmend mit einem erhöhten Leistungsdruck. Das Studium bietet kaum Freiräume und ständig gilt es Prüfungen zu bestehen. Deswegen geht es Kristina darum, „einen Überblick über die aktuelle Situation der heutigen Studenten zu erhalten, um daraus den Bedarf an Hilfen und Angeboten ableiten zu können.“ In einer aktuellen Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung zeigte sich beispielsweise, dass in Deutschland Hirndoping wenig verbreitet ist. Von ihrer Studie erhofft sich Kristina eine Bestätitung des Mythos vom studentischen Ritalin-Junkie oder neue Erkenntnisse.
In der Online-Umfrage werden Fragen zu eurer Lebenssituation, eurem Studium sowie eurer Konsumerfahrung und persönlichen Einstellung gestellt. „Die Beantwortung des Fragebogens dauert zwischen 20 bis 30 Minuten. Dies ist abhängig von den Antworten des Teilnehmers, da nicht jeder alle Fragen beantworten muss. Die Befragung erfolgt anonym und es dürfen alle Studenten, die in Deutschland studieren, an der Umfrage teilnehmen“, erklärt Kristina. Die Ergebnisse wird sie auf ihrer Homepage veröffentlichen. Doch erst einmal heißt es für euch: Mitmachen und die Fragen ehrlich beantworten!
Alle Studenten aus Deutschland können unter www.studidoping.de abstimmen und dies im Dienste der Wissenschaft.










