Studie „Hochschulen auf einen Blick“: Regelstudienzeit zu knapp für Studenten

von Heike Philipp
Studie "Hochschulen auf einen Blick"
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Die aktuelle Studie „Hochschulen auf einen Blick“ des Statistischen Bundesamtes gibt erstmals Auskunft über die Einhaltung der Regelstudienzeit. Die Ergebnisse zeigen einen negativen Trend. Diskutiert dazu im UNICUM.de Forum mit!

Erfolgreiche Studentin
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Die im Mai 2012 veröffentlichte Studie zeigt es ganz deutlich: Studenten schließen ihr Studium zumeist nicht in der vorgeschriebenen Regelstudienzeit ab. Immer häufiger kommt es zu deutlich längeren Studiendauern, deren Ursache vor allem in der straffen Studienstruktur und dem ungenügenden Lehrangebot der Hochschulen zu suchen ist. Zu viel wird in zu kurzer Zeit von den Studenten verlangt.

Im Prüfungsjahrgang 2010 haben rund 309 200 Studierende ihr Studium erfolgreich abgeschlossen. Nur 39 Prozent dieser Absolventen erreichten einen Hochschulabschluss in der von der Prüfungsordnung vorgesehenen Semesteranzahl. Viele Studenten brauchten zwei Semester länger: 75 Prozent der Abschlüsse wurden innerhalb der Regelstudienzeit und bis zu ein Jahr später als vorgesehen gemacht.

Schwerwiegende Folgen für die Studenten

Besonders heikel ist diese Entwicklung im Hinblick auf die BAföG-Ansprüche der Studenten, da die Förderung eng mit der Regelstudienzeit verknüpft ist. Nur bei schwerwiegenden Gründen, wie zum Beispiel einer Erkrankung oder dem Antritt eines freiwilligen sozialen Jahres, wird darüber hinaus die Förderung fortgesetzt. Nach Ansicht von Erik Marquardt, Vorstandsmitglied des studentischen Dachverbands fzs, hängt an der Einhaltung der Regelstudienzeit jedoch ebenfalls „… die Androhung von Zwangsexmatrikulationen, Zwangsanmeldungen zur Prüfung, die Anzahl möglicher Prüfungsversuche oder manchmal auch die Endnote, die sich automatisch verschlechtern kann, wenn die Regelstudienzeit überschritten wird.“ Sollte deswegen die Vorgabe einer Regelstudienzeit aufgegeben werden?

Dass es auch anders geht, zeigen dagegen die Zahlen der Bachelor-Studiengänge. 60 Prozent der Absolventen eines Bachelorstudienganges konnten ihr Studium in der Regelstudienzeit abschließen. Dies ist umso beachtenswerter, da erst seit der Bologna-Reform Bachelor-Abschlüsse gemacht werden können. Für einen Bachelor hat im Schnitt jeder Student sieben Semester an der Hochschule verbracht, auch wenn diese nicht in dem Studienfach absolviert wurden, in dem später der Abschluss erfolgte. 
Die niedrige Quote der Abschlüsse innerhalb der Regelstudienzeit lässt trotz dieser positiven Zahlen eine Debatte zur Neuregelung der Regelstudienzeit nötig erscheinen.


Habt ihr euer Studium in der Regelstudienzeit oder sogar schneller geschafft? Hattet ihr keine Chance euer Studium wie vorgesehen abzuschließen, weil keine passenden Kurse angeboten wurden? Oder waren die Kurse zu voll? Dann diskutiert mit im UNICUM.de Forum – HIER geht's lang!

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