Studierendenanteil in der deutschen Olympiamannschaft erneut gestiegen

Von der Uni zu den Olympischen Sommerspielen 2012

von Barbara Kotzulla
Foto: Thinkstock – Hemera

Bei 41 Prozent der deutschen Olympiateilnehmer handelt es sich um studentische Spitzensportler. Dies ergab eine Analyse des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh). Damit kämpfen vom 27. Juli bis zum 12. August in London mehr Studenten um eine Goldmedaille als bei den Olympischen Sommerspielen in den Jahren zuvor. 

In fast jeder Sportart vertreten

Studenten machen fast die Hälfte der 392 deutschen Olympioniken aus. Zum Vergleich: 2000 betrug der Anteil der studentischen Sportler 26,5 Prozent, 2004 in Athen 33,7 Prozent und 2008 in Peking 37,0 Prozent.

Vor allem in den Mannschaftssportarten sind viele Studierende auf dem Platz vertreten. So gehen im Beachvolleyball sieben Studierende (88%) an den Start und auch in den Hockey-Wettbewerben machen 32 Studenten mehr als die Hälfte (66%) der deutschen Teilnehmenden aus. Aber auch in den Individualsportarten wie Leichtathletik (33), Rudern (32) und Schwimmen (15) gehen zahlreiche studentische Athleten an den Start. 

Die teilnehmenden Studierenden setzten sich aus 44,1% Frauen und 55,9% Männern zusammen und sind im Schnitt 25,5 Jahre alt.

Von der Universiade zur Olympiade

Viele der studentischen Olympiateilnehmer haben vor London internationale Erfahrungen bei studentischen Spitzensportveranstaltungen gesammelt – wie etwa der Universiade, der größten Multisportveranstaltung nach Olympia, oder den im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Studierenden-Weltmeisterschaften.

So z.B. die Goldmedaillen-Gewinner von Peking, Britta Steffen (Beuth Hochschule Berlin, Schwimmen) und Ole Bischoff (Uni zu Köln, Judo) oder auch die Hammerwerferin Betty Heidler (Uni Frankfurt). 

adh-Generalsekretär Olaf Tabor sieht den Stellenwert eines Studiums für Spitzensportlerinnen und -sportler bestätigt: "Ein Studium ist mehr denn je die Grundlage für eine berufliche Zukunft nach dem Spitzensport. Wie die Zahlen zeigen, bleibt die akademische Ausbildung auch in der Entwicklung des Leistungssports ein wichtiger Baustein."


Der adh hat 1999 die Kooperationsvereinbarung "Partnerhochschule des Spitzensports" ins Leben gerufen. Diesem Projekt haben sich inzwischen 92 Hochschulen angeschlossen, um studierenden Spitzensportlerinnen und -sportlern zeitgleich eine sportliche Karriere und ein Studium zu ermöglichen sowie durch den Spitzensport bedingte Mehrbelastungen in der Ausbildung auszugleichen. Kooperationspartner sind in der Regel der adh, Hochschulen, Olympiastützpunkte, Studentenwerke und Fachverbände. Weitere Infos unter www.adh.de

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