Summa cum gaudi – vier außergewöhnliche Profs - Teil 2

von Anna Giordano, Birk Grüling und Denise Haberger
Michael Suda | Foto: Hochschule Rosenheim
Michael Suda in Aktion | Foto: Hochschule Rosenheim

Weltfremd, menschenscheu, kauzig – so das Klischee, das vielen Profs anhaftet. UNICUM stellt euch vier Wissenschaftlervor, die in keine Schublade passen. Einer von ihnen ist Michael Suda. Beim Professor für Wald- und Umweltpolitik steht das Lachen bereits im Skript.

Christoph Klimmt: DER GAMER

Christoph Klimmt | Foto: Ole Hoffmann
Christoph Klimmt | Foto: Ole Hoffmann

„Meine Begeisterung für Unterhaltung ist immer noch groß, daran hat weder die Forschung noch das Alter etwas geändert“, sagt Christoph Klimmt und grinst dabei. Der36-Jährige lehrt Kommunikationsforschungin Hannover und gilt dabei als einer der Vorreiter der Computerspieleforschung. Vor allem seine große Begeisterungsfähigkeit macht den jungen Professor gerade unter Studierenden überaus beliebt. Ein Umstand,über den er selbst etwas schmunzeln muss.

"Ich rede viel zu schnell" | Christoph Klimmt

„Ich bin mit einer Grundschullehrerin verheiratet. Wenn ich da Vergleiche ziehe, sieht es in Sachen pädagogischer Kompetenz nicht mehr so gut aus. Ich rede viel zu schnell und das Verhältnis von Inhalt pro Zeiteinheit dürfte auch nicht ganz ausgeglichen sein“, lacht Klimmt. „Ich forsche außerdem nicht nur zu Unterhaltung, sondern habe auch bodenständigere Schwerpunkte wie die mediale Vermittlung von Verkehrssicherheit“, erklärt Klimmt. 

Die Erweiterung der Themenpalette hat dabei auch einen sehr praktischen Grund. Sie soll verhindern, dass der Spaß an der Unterhaltung getrübt wird. „Ein Kollege und großer Fußballfan hat die strenge Regel: ‚Keine Forschung zum runden Leder‘ – vor allem aus Angst, seine Leidenschaft einzubüßen. 

“Andersherum kann die Forschung im Spiel durchaus nützlich sein, wie Klimmt verrät. „Ich spiele gerade Skyrim auf der PS3 und sterbe dabei für gewöhnlich sehr oft. Wenn der Frust zu groß wird, kann ich mich immer auf die Wissenschaft berufen und das Ganze unter einem analytischen Gesichtspunkt betrachten.“

Wilfrid Stroh: DER LATEINER

Wilfried Stroh | Foto: privat
Wilfried Stroh | Foto: privat

Statt mit „Herr Professor“ lässt er sich lieber mit „Valahfride“ ansprechen, das entspricht mehr der ästhetischen Kürze seiner Lieblingssprache. Wilfried Stroh, Professor für lateinische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, ist eigentlich schon emeritiert, hält aber weiterhin jedes Semester eine überaus gut besuchte Vorlesung – auf Latein!

"Cicero würde mich verstehen" | Wilfried Stroh

Gesprochen findet er diese Sprache fast noch attraktiver als auf dem Blatt Papier, deshalb hat er zahlreiche antike Klassiker vertont und tritt auch selbst, mit Toga und Lorbeerkranz bekleidet, als lateinischer Redner auf. Häufig an Schulen, um auch junge Menschen für die antike Sprache zu begeistern. Denn Stroh teilt seine Liebe fürs Lateinische keineswegs nur mit der Wissenschaft, sondern mit jedermann.

 Sein 2008 erschienenes Buch „Latein ist tot, es lebe Latein“ eignet sich somit auch als unterhaltsame Urlaubslektüre. Viele berühmte Römer waren schließlich auch eher volksnahe Wissenschaftler: „Cicero würde mich verstehen“, ist Stroh überzeugt, „er würde allerdings feststellen, dass ich Schwabe bin.“

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