Technologiefestival Campus Party Europe in Berlin - Das Resümee

Campus Party Europe in Berlin
Auch Anonymous fand die Campus Party Europe toll. | Foto: Campus Party Europe in Berlin Flickr-Stream

Nach sechs Tagen ist am Sonntag, 26. August 2012, die erste Campus Party Europe in Berlin zu Ende gegangen. Veranstalter und Teilnehmer zeigten sich sehr zufrieden mit dem Event. „Diese Woche haben wir Europas Programmiercode hier auf der Campus Party Europe in Berlin neu geschrieben, nun müssen wir ihn zum laufen bringen“, so Paco Ragagales vom Veranstalter Futura Event.

Am Samstag ging der inhaltliche Teil  mit einigen bemerkenswerten Schlusshighlights zu Ende.  Einer der herausragenden Botschafter für Technikbegeisterung erzählte, wie er das Weiße Haus in Aufruhr versetzte. „Mr. President, wir haben eine Staatskrise. Das Klopapier ist alle.“ Spätestens seitdem  John Draper, besser bekannt unter seinem Hackernamen Cap’n  Crunch, es schaffte, die CIA-Telefonhotline zu  US-Präsident Richard Nixon zu benutzen und ihm diese Botschaft zu übermitteln, gilt der  Softwareentwickler und Hacking-Pionier als Legende.

Anhand vieler unterhaltsamer Anekdoten schilderte er den Campuseros seine frühen Hacking-Erfahrungen, die gebannt lauschten. Ebenfalls begeistert:  die Besucher  eines  NASAWorkshops auf der Campus Party Europe. Wie müssen Dinge eigentlich sein, wenn man sie ins All schickt? Matthew Reyes vom NASA-Forschungszentrum Ames erklärte, wie man kleine Satelliten baut und was dabei zu beachten ist. Auf einer anderen Bühne erklärte eine in  Ninjaverkleidung und mit Maske auftretende Sprecherin, wie Hacktivism der Zukunft aussehen könnte.

Berufsspieler fighten in Stadionatmosphäre

Ein Publikumsmagnet am Samstagabend: das Gaming-Stadium auf der Campus Party Europe in Berlin 2012. Insgesamt 80.000 US-Dollar Preisgeld warteten auf die Gewinner der Turniere in den Disziplinen StarCraft 2, League of Legends, Fifa und Street Fighter. Die Teilnehmer schenkten sich in ihren Schlachten nichts, ein Teil von ihnen hat das Spielen zum Beruf gemacht.

Livekommentatoren wie bei einem Fußballmatch erzeugen Stadionatmosphäre, während die Spieler vor dem Publikum auf dem Podium gegeneinander antreten. „Die richtige Strategie, eine gute Tagesform, ein bisschen Glück und die Überzeugung, jeden schlagen zu können, gehören schon dazu, wenn man gewinnen möchte“, meint Dennis Schneider, StarCraft 2-Spieler. Dennis´ Nickname lautet „HasuObs“. Seit anderthalb Jahren spielt er professionell und in Vollzeit StarCraft 2. Am Ende landete „HasuObs“ auf dem dritten Platz und bekam 2.500 US-Dollar Preisgeld. Gewinner des Wettbewerbs war SuperNova (10.000 US-Dollar Preisgeld), der zweite Platz ging an Snute (3.000 US-Dollar) und vierter wurde ForGG (1.500 US-Dollar).

10.000 Teilnehmer - 20 Prozent Frauen

Den Teilnehmern hat die Campus Party Europe gefallen: „Ich bin ein großer Fan der Location, das ist wirklich cool, die ganze neue Technik zwischen den rustikalen Containern!“, schwärmt  Benjamin Kampmann aus Deutschland vom Tempelhofer Flughafen. Lewis England aus London ist begeistert von dem vielfältigen Angebot auf der Campus Party 2012: „Es gibt einfach so viel zu sehen. Wir waren nur von einer Bühne zur nächsten unterwegs! Am meisten haben mich die Vorträge übers Programmieren und neue Hardware interessiert.“

Die Berlinerin Iris Rothenberg ist keine Technologie-Expertin, aber trotzdem spricht sie mit leuchtenden Augen von der Campus Party: „Ich bin kein Computer-Freak, aber diese Atmosphäre ist wirklich toll. Ich staune was hier abgeht.“ Von den 10.000 angemeldeten Teilnehmern waren 30 Prozent Frauen, was für ein Technologiefestival eine erstaunlich hohe Quote ist. Ob die Campus Party Europe auch im nächsten Jahr in Berlin stattfindet, ist derzeit noch offen. Doch mit der ersten Campus Party ist das Format in Deutschland etabliert: Informatik, Technologie, Robotik und Astronomie sind alles andere als langweilig.

Keynotes von Paulo Coelho und Tim Berners-Lee

Die 10.000 angemeldeten Technikbegeisterten konnten im Laufe der Woche auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof Beiträgen des Literaten Paulo Coelho, des Weberfinders Tim Berners-Lee, des israelischen HighTech-Unternehmers Yossi Vardi und der EU-Kommissionsvizepräsidentin Neelie Kroes zuhören. Von den Rednern wurde die Campus Party Europe in den höchsten Tönen gelobt: sie sei einzigartig, nirgendwo sonst fände man eine derart angenehme Veranstaltung, die sich mit Informatik, Naturwissenschaften und Technik beschäftige.

Um den Internetzugang für die Teilnehmer zu ermöglichen wurden fast 68 Kilometer LAN-Kabel und über acht Kilometer Glasfaser wurden dafür auf dem 58.000 Quadratmeter großen Gelände verlegt. Auf den neun Bühnen und in den vier Workshop-Areas traten 500 Sprecher auf, ein Cyborg, mehr als 100 Roboter und über 400 Journalisten kamen zu der Großveranstaltung. Telefónica, die treibende Kraft hinter der Campus Party Europe, hatte sein Netzwerk in einer High-TechVermittlungsstelle mitten in der Arena aufgebaut, mit dem die Teilnehmer rasend schnellen Internetzugang bekamen. In der O2-Lounge, für alle „Campuseros“ offen, wurde die Leistungsfähigkeit von LTE-Netzwerken in Deutschland demonstriert und O2 Gurus standen mit Rat und Tat zu allem rund um die neue Technologiezur Verfügung.

Impressionen der Campus Party Europe in Berlin im Flickr-Stream.

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