Vom Studium in die Obdachlosigkeit - Teil 2

- Foto: Markus Milde
Kein Dach überm Kopf. Martin aus Dortmund hat dies im vergangenen Jahr selbst erlebt. UNICUM erzählt die Geschichte eines Absturzes.
"Ich bin hilfe nicht gewöhnt, weil ich mir immer selbst helfen musste"
Im Laufe des Jahres 2011 lernt Martin dann die Streetworker von Off Road Kids kennen, einer Stiftung, die sich bundesweit um junge Menschen auf der Straße kümmert. Sie gehen mit Martin in die Arbeitsagentur, beantragen Stütze, helfen ihm bei der Wohnungssuche.
Er soll ein normaler junger Mann werden und dafür ist er plötzlich doch bereit, kurzzeitig Geld vom Staat zu bekommen. „Gut bei Martin war, dass er kein Suchtproblem hat und unsere Hilfe angenommen hat“, sagt Jens Elberfeld, Leiter der Streetwork-Station von Off Road Kids in Dortmund. Martin sagt: „Ich bin Hilfe nicht gewöhnt, weil ich mir immer selbst helfen musste.“
Inzwischen hat Martin eine Wohnung gefunden. Und er hat sich wieder als Industriemechaniker beworben, könnte sich auch vorstellen, irgendwann weiter zu studieren. Seine Träume? Job und Wohnung finden, einen großen Wohnblock kaufen, von den Mieteinnahmen leben, eine Freundin kennenlernen und mit ihr irgendwann eine Familie gründen. Seine Kinder sollen einmal Hilfe gewöhnt sein, sagt Martin.
Kurz & kompakt
- Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe leben rund 22 000 Menschen in Deutschland auf der Straße.
- Im Vergleich zu 2008 bedeutet das eine Steigerung von zehn Prozent.
- Die Off Road Kids Stiftung kümmert sich seit 1994 um Straßenkinder und junge Obdachlose.
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