World Series of Poker: Deutscher Student im Finale [Update]
Der Kölner Student Pius Heinz sitzt als erster Deutscher am Finaltisch der World Series of Poker in Las Vegas. Vor dem heutigen Finaltag liegt der 22-Jährige unangefochten auf Platz eins. Sollte er gewinnen, landen 8,7 Millionen US-Dollar (rund sechs Millionen Euro) auf seinem Konto. [Update:] Pius Heinz ist Weltmeister.
Wenn sich Pius Heinz heute an den Finaltisch der World Series of Poker (WSOP) setzt, stehen nur noch zwei Kontrahenten zwischen ihm und dem Millionenjackpot. Der Lokalmatador Ben Lamb dürfte dabei sein größter Kontrahent sein. Mit 55.400.000 Chips hat der Amerikaner jedoch nur etwas mehr als die Hälfte der Chips des Kölner Wirtschaftspsychologiestudenten, der mit 107.800.000 Chips deutlich in Führung liegt. Der Dritte im Bunde, Martin Staszko aus Tschechien, ist mit einem Chipcount von 42.700.000 abgeschlagener Dritter.
Doch das muss nichts heißen. Der Finaltisch findet in diesem Jahr zum ersten Mal mit drei Teilnehmern statt – bisher war es ein Duell. Daraus entsteht eine völlig neue Dynamik. Heinz großer Vorsprung könnte im Dreikampf schnell aufgebraucht sein. Das weiß auch der junge Bonner. Er ging als Siebter an den „November Nine“ genannten Finaltisch und verlor gleich seine ersten beiden Hände. Danach brachte ihn seine aggressive Spielweise jedoch an die Spitze des Tableau.
Drei aus 6865
Die Kapuze seines Sweatshirts wird auch am heutigen Finaltag wieder tief heruntergezogen sein, um sein Gesicht zu verbergen. Aus dem sicheren Schatten heraus wird Heinz seine Gegner genau beobachten und darauf achten, durch seine Körpersprache möglichst wenig zu verraten. Die Tatsache, dass er schon vor der Finalrunde der besten neun aus 6865 Spielern 530.000 Euro sicher hat, dürfte ihm zusätzliches Selbstvertrauen geben. In der Bild sagte er: „Ich wollte mein bestes Spiel spielen. Damit bin ich zufrieden.“ Wenn er sein Niveau hält und als Letzter am Finaltisch der WSOP sitzen bleibt, winkt ihm ein Preisgeld von 8,7 Millionen US-Dollar (rund sechs Millionen Euro). Im schlechtesten Fall strecht er als Drittplatzierter noch gut vier Millionen US-Dollar (knapp drei Millionen Euro).
Beträchtlich mehr, als die paar Euro, die er zu Beginn seiner Karriere gewonnen hat. Vom Hype gepackt, spielte Heinz am heimischen Küchentisch mit Freunden – bei Einsätzen von fünf bis zehn Cent. Kurz darauf entdeckte er das Online Pokern für sich. Er zahlte 200 US-Dollar ein und nahm regelmäßig an kleinen Ein-Dollar-Turnieren teil. Im Wettbewerb wurde dem Wirtschaftspsychologiestudenten schnell klar, dass weniger das Glück als viel mehr die Fertigkeit der Spieler den Erfolg bestimmt. Gespräche mit anderen Spielern und Online-Trainingsvideos halfen Heinz, sich kontinuierlich zu verbessern. Ob es für den großen Wurf reicht, wird sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in Las Vegas entscheiden.
[Update:] Pius Heinz ist neuer Poker-Weltmeister. Nach mehr als sechs Stunden im Heads-Up genannten Duell mit dem Tschechen Martin Staszko sorgte die Kartenkombination Ass-König für die Entscheidung. Staszkos 10-7 waren deutlich unterlegen. Um 0.21 Uhr Ortszeit, 9.21 Uhr deutscher Zeit, verkündete Heinz auf seiner Facebook-Seite: „Hiermit verkünde ich stolz, dass ich der Poker-Weltmeister 2011 bin! Ich habe für Deutschland gewonnen."
Der eigentliche Favorit des Finaltisches, Ben Lamb, schied schon früh aus. In der dritten Hand des Abends ging er mit König-Bube All-In. Stasko callte mit einem Pärchen Siebener und gewann die Hand. Lamb hielt sich mit seinen wenigen verbliebenen Chips noch zehn Minuten im Turnier, ehe er ausschied. Für seinen dritten Platz erhält der Amerikaner rund vier Millionen US-Dollar. Der Tscheche Staszko darf sich über 5,4 Millionen US-Dollar freuen, während Poker-Weltmeister Heinz satte 8,7 Millionen US-Dollar nach Hause bringt.










