Zu wenig Platz zum Lernen an Hochschulen?

Die HIS GmbH hat das Lernverhalten von Studierenden in der Hochschule untersucht

von Janina Finkemeyer
Zu wenig Platz zum Lernen an Hochschulen
Foto: Thinkstock/Jetta Productions

Brauchen Studierende wirklich mehr Platz zum Lernen in der Hochschule? Die HIS Hochschul-Informations-System GmbH ist dieser Frage in einer empirischen Untersuchung nachgegangen.

Studierende lernen lieber zuhause

Vor allem am Anfang eines Semesters klagen Studenten und Dozenten über Platzmangel in Universitäten und Fachhochschulen. Überfüllte Hörsäle und zu wenig Bibliotheksarbeitsplätze sind die Regel. Viele Hochschulen begründen dies mit einem veränderten Bedarf seit der Umstellung auf Bachelor und Master. Um herauszufinden, wie viel Platz und Zeit Studenten zum Lernen brauchen, hat die HIS GmbH sich mit der Auslastung von Seminarräumen und Hörsälen, dem Zeitbudget und den Lernorten beschäftigt.  

Laut der Studie verbringen nur wenige Studierende viel Zeit mit dem Lernen an der Hochschule. Etwa ein Drittel der Befragten nutzt Arbeitsplätze in der Hochschule. 61 Prozent der Studierenden an Universitäten und 67 Prozent an Fachhochschulen lernen am liebsten in ihren eigenen vier Wänden. Sie verbringen maximal fünf Wochenstunden mit dem Selbststudium in der Hochschule. Nur fünf Prozent der Fachhochschüler und acht Prozent der Uni-Studenten lernen mehr als 30 Stunden pro Woche in der Hochschule. Damit liegen sie mit ihrem Zeitaufwand deutlich über dem, den die meisten für ihr Selbststudium aufbringen. Durchschnittlich sind Studierende im Erststudium rund 18 Stunden pro Woche mit Lernen beschäftigt und besuchen 18 Stunden pro Woche Vorlesungen und Seminare.

Die HIS-Hochschulforschung führt das bevorzugte Lernen zuhause nicht auf schlechte Bedingungen in der Hochschule zurück, sondern auf größere Flexibilität. Wer in seiner eigenen Wohnung lernt, kann sich besser verpflegen, ist nicht von Kommilitonen abgelenkt und kann sich seine Zeit flexibel einteilen. Wer für sein Studium allerdings Versuche oder ähnliches machen muss, ist auf die Labore und Werkstätten in Unis oder Fachhochschulen angewiesen und verbringt automatisch weniger Zeit mit dem Lernen zuhause. Auch für Gruppenarbeiten sind die Hochschulen der favorisierte Lernort.

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