UNICUM Kinotipp: Wir wollten aufs Meer
Das spannende Stasi-Drama startet am 13. September in den deutschen Kinos

- August Diehl (re.) und Alexander Fehling in "Wir wollten aufs Meer" | Foto: © Wild Bunch Germany
Noch ein Film über die DDR? Ja, und dazu noch ein guter. Regie-Hoffnung Toke Constantin Hebbeln erzählt in Wir wollten aufs Meer von Freundschaft und Verrat. Die packende Geschichte mit exzellenter Besetzung muss den Vergleich mit Florian Henckel von Donnersmarcks "Das Leben der Anderen" nicht fürchten.
Spannend bis zum Schluss
1982 – Die beiden Kumpels Cornelis (Alexander Fehling) und Andy (August Diehl) reisen voller Hoffnung nach Rostock. Ihr Ziel: Sie wollen als Matrosen der DDR-Handelsmarine anheuern und endlich die weite Welt kennenlernen. Doch auch Jahre später arbeiten die Freunde immer noch an Land, ihr Wunsch scheint in unerreichbarer Ferne.
Frustriert beginnt Andy das Spiel mit dem Feuer, überredet den zögernden Cornelis zu einer Zusammenarbeit mit der Stasi. Diese hat von den Fluchtplänen des Hafenarbeiters Matze (Ronald Zehrfeld) Wind bekommen, seine Freunde sollen ihn nun aushorchen. Als Cornelis Gewissensbisse bekommt und das Band mit dem Geständnis zerstört, nimmt das unheilvolle Schicksal seinen Lauf. Matze wird dennoch festgenommen, als Verräter kommt nur Andy in Frage – und im Netz der Stasi gefangen, liefert dieser letztendlich auch Cornelis den DDR-Chargen aus.
Toke Constantin Hebbeln, der für seinen Erstling "Nimmermeer" 2006 den Studentenoscar erhielt, ist für seine Arbeit an Wir wollten aufs Meer ganz in die DDR-Welt eingetaucht und hat mit Historikern und Zeitzeugen gesprochen. Die Mischung aus Authenzität und sensibler Beobachtunsgabe verleiht Wir wollten aufs Meer eine mitreißende Emotionalität.
Das Meer symbolisiert für Andy und Cornelis die Freiheit, doch die Enge der Heimat zerstört letztendlich nicht nur ihre Freundschaft. Die unterschiedlichen Wege, die die Hauptfiguren dabei beschreiten, werden von dem Ensemble plausibel und nie plakativ dargestellt. Mit Alexander Fehling und August Diehl hat Hebbeln zwei der besten deutsche Schauspielern an Bord geholt und auch die anderen Darsteller wie Ronald Zehrfeld oder Rolf Hoppe als skrupelloser Stasi-Oberst spielen eindrucksvoll auf.
Hier und da schießt Wir wollten aufs Meer ein wenig über das Ziel hinaus und sucht schlichtweg nach dem großen Effekt. Dennoch bleibt das Drama über Enttäuschung, Hoffnung und Verrat bis zum Schluss spannend. Fazit: Sehenswert!
Wir wollten aufs Meer
Drama, Deutschland 2012
Regie: Toke Constantin Hebbeln
Darsteller u.a.: Alexander Fehling, August Diehl, Ronald Zehrfeld
Kinostart: 13. September 2012










