UNICUM schaut: 50/50 – Freunde fürs (Über)Leben

Ab dem 07.09. auf DVD und Blu-ray: Starbesetzte Tragikomödie, die zu Herzen geht

von Barbara Kotzulla
Joseph Gordon-Levitt (li.) und Seth Rogen in "50/50 – Freunde fürs (Über)Leben" | Foto: Universum Film

Adam (Joseph Gordon-Levitt), gerade einmal 27 Jahre alt, plagen Rückenschmerzen. Dem Gang zum Arzt folgt eine schreckliche Diagnose: Der Radiojournalist hat Krebs. Die Überlebenschancen stehen fifty-fifty. Drehbuchautor Will Reiser verarbeitet in 50/50 – Freunde fürs Überleben seine eigene Krebserkrankung. Das Ergebnis ist ein wundervoller Film voller Herzenswärme und Humor.

Hoffnung und Freundschaft

Zuerst ist da die Verdrängung, dann die Resignation, gefolgt von der Wut – und schließlich kommt die Angst: In 50/50 – Freunde fürs (Über)Leben begleitet der Zuschauer Hauptfigur Adam durch alle Stadien der Krebsbehandlung hindurch.

Es ist ein schwieriger Weg, nicht nur für den Erkrankten. Adams Mutter (Anjelica Huston) will sofort bei ihrem Sohn einziehen, Rachael (Bryce Dallas Howard) kauft ihrem Freund zwar einen Hund, schenkt ihm aber sonst keine Aufmerksamkeit, und sein bester Freund Kyle (Comedy-Star Seth Rogen) nutzt Adams Krebs aus, um mit der Mitleidstour Frauen ins Bett zu bekommen. Selbst Therapeutin Katherine (Anna Kendrick) ist mit der scheinbar ausweglosen Situation überfordert, ist Adam doch erst ihr dritter Patient.

Krebs ist ein schwieriges Thema im Kino. Zu leicht bietet eine filmische Umsetzung Anlass für Kitsch und übertriebene Melodramatik. 50/50 – Freunde fürs (Über)Leben dagegen findet den richtigen Ton und balanciert auf berührende Art und Weise zwischen Ernst und Humor. Das liegt vor allem an drei entscheidenden Faktoren:

  1. Das Drehbuch: Autor Will Reiser behandelt mit viel Feingefühl und der nötigen Portion Realismus seine eigene frühe Krebserkrankung in 50/50 – Freunde fürs (Über)Leben. Damals stand ihm übrigens Freund Seth Rogen zur Seite, der sich nun im Film quasi selbst spielt. Sein Drehbuch ist glaubwürdig und charmant, gleichzeitig intim und persönlich.
  2. Die Regie: Mit Jonathan Levine wurde ein junger, unverbrauchter Regisseur engagiert, der dennoch über eine eigene Filmsprache verfügt. Für die episodenhaften Szenen hat er die richtigen Bilder gefunden, um seine Charaktere dem Zuschauer zwar nahezubringen, sie aber nicht bloßzustellen. Levine verzichtet auf großes Gefühlskino und stimmt lieber die leisen Töne an.
  3. Die Darsteller: Hauptdarsteller Joseph Gordon-Levitt ("Inception", "The Dark Knight Rises") beweist in 50/50 – Freunde fürs (Über)Leben einmal mehr, dass er zu den besten jungen Schauspielern Hollywoods gehört. Man nimmt ihm zu jedem Zeitpunkt die Rolle des Krebskranken Adam ab. Auch die anderen Darsteller, allen voran Anna Kendrick, spielen die Schwächen und Ängste ihrer Figuren gut aus. Ein erstklassiges Ensemble.

50/50 – Freunde fürs (Über)Leben ist schlicht und ergreifend ein toller Film, der mit seiner ausgewogenen Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit überzeugt. Die Story geht zu Herzen, auch wenn sie hier und da etwas vorhersehbar ist. 50/50 – Freunde fürs (Über)Leben wird als "Feel-Better-Komödie" angepriesen, dabei ist der Film mehr: nämlich ein wunderbares Stück über Hoffnung und Freundschaft.



50/50 – Freunde fürs (Über)Leben

Drama/Komödie, USA 2011 

Regie: Jonathan Levine

Darsteller u.a.: Joseph Gordon-Levitt, Seth Rogen, Anna Kendrick

Verleih: Universum Film

VÖ: 07. September 2012

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