UNICUM schaut: Camelot
Ab dem 08. Juni auf DVD und Blu-Ray: Starbesetzte Miniserie aus den USA

- Arthur (Jamie Campbell Bower) und Guinevere (Tamsin Egerton) | Foto: Universum Film Home Entertainment
Liebe, Intrigen, Sex und Magie vor mittelalterlicher Kulisse – nein, wir schauen uns nicht den Serien-Überhit "Game of Thrones" an. "Camelot" erzählt eine modernisierte Fassung der bekannten Artus-Saga. Doch auch die Starbesetzung (u.a. Eva Green und Ralph Fiennes) konnte nicht verhindern, dass die Miniserie nach der ersten Staffel abgesetzt wurde. Wieso, weshalb, warum? UNICUM Redakteurin Barbara hat sich die zehn Folgen von "Camelot" angesehen.
Das mit dem Timing ist so eine Sache: Mal ist man zu früh, mal zu spät dran. Der Zeitpunkt, an dem die Serie "Camelot" erstmals an den Start ging, schien hingegen perfekt gewählt. Warum sollte die internationale Seriengemeinschaft neben dem sensationell erfolgreichen "Game of Thrones" nicht nach einem weiteren Mittelalter-Sex-Intrigen-Ableger dürsten? Doch: Wer auf der Erfolgswelle mitschwimmen will, muss zwangsweise dem Vergleich standhalten. Und das schafft "Camelot" leider nicht.
Die Produktion ist aufwendig, das Schauspielerensemble handverlesen, die Kulissen realistisch - doch so richtig will der Funke beim Zuschauer nicht zünden. Woran mag's liegen? Vielleicht daran, das die Sage um König Artus schon in unzähligen Versionen erzählt wurde? "Camelot" müht sich redlich um eine Modernisierung, doch es will einfach keine Spannung aufkommen.
Ein weiterer Minuspunkt: Nicht jeder Dialog bei "Camelot" sitzt, nicht jede Serienfigur besitzt Tiefe. Einige Charaktere bleiben schlichtweg blass. Ein Coup ist den "Camelot"-Machern hingegen mit ihren drei Hauptdarstellern gelungen: Joseph Fiennes haucht eindrucksvoll der Figur des Merlin neues Leben ein, während man Eva Green als Artus' Schwester Morgan ihre ambivalente Rolle durchweg abkauft. Jamie Campbell Bower, bekannt aus Filmen wie "Twilight" und "Harry und die Heiligtümer des Todes", zeigt in der Rolle des König Arthurs, dass mehr als nur ein Teenie-Star in ihm steckt.
Doch letztendlich fehlt es "Camelot" an Konsequenz. Die Serie ist nicht konsequent gut – aber auch nicht konsequent schlecht. Vielleicht hätte "Camelot" mehr als eine Staffel zur Entwicklung der Story und der Charaktere gebraucht.
So bleiben zehn Folgen einer soliden Miniserie, die aber durchaus dazu geeignet, sich an regnerischen Tagen die Langeweile zu vertreiben, und die Wartezeit auf die nächste "Game of Thrones"-Staffel ein wenig zu verkürzen.
Camelot
Miniserie
Drama/Abenteuer, 2011
Universum Film Home Entertainment
Darsteller: Joseph Fiennes, Eva Green, Jamie Campbell Bower, James Purefoy u.a.
VÖ: 09. Juni 2012










