UNICUM schaut: Catch.44 – Der ganz große Coup

Lowbudget-Gangsterthriller mit den Highclass-Stars Bruce Willis und Forest Whitaker

von Barbara Kotzulla
Foto: Universum Film

Drei Drogendealerinnen, ein skrupelloser Boss, ein verliebter Profikiller und ein undurchsichtiger Auftrag: Catch.44 – Der ganz große Coup orientiert sich in Stil und Story an den Werken von Quentin Tarantino. Doch Unmengen an Blut, kuriose Monologe und skurille Figuren machen noch lange keinen Kultfilm. Vor allem dann nicht, wenn eines fehlt: lässige Coolness.

Alles was schief gehen kann, ...

Tes (Malin Akerman), Kara (Nikki Reed) und Dawn (Deborah Ann Woll) haben es vermasselt. Ihr letzter Auftrag ging schief, 2 Millionen Dollar sind futsch. Mit einem scheinbar einfachen Job sollen sich die drei Dealerinnen bei ihrem Boss Mel (Bruce Willis) bewähren: eine Drogenlieferung muss in einem schäbigen Diner im Nirgendwo abgefangen werden. Der Coup läuft schnell aus dem Ruder – und dann taucht auch noch Killer Ronny (Forest Whitaker) auf ...

Aaron Harvey füllt seine zweite Regiearbeit randvoll mit all den Dingen, die er in anderen Gangsterthrillern und vor allem in Tarantino-Filmen gut fand. Das fängt beim Anfangsmonolog an – die drei Frauen reden belanglos über vorgetäuschte Orgasmen – und endet im in die Länge gezogenen Finale. Natürlich ist nichts mehr, wie es schien, keiner mehr der, der er vorgab zu sein, und alle Dinge, die schief gehen konnten, sind schief gegangen.

Dazwischen will Catch.44 trotz aller Einblendungen, Ausblendungen, aller Schriftzüge, langer Kameraeinstellungen, Rückblenden und dem durchaus geschmackvollen Soundtrack einfach keine Fahrt aufnehmen. Das Problem: Man merkt dem Film in jeder Sekunde an, dass er unbedingt cool sein will. Doch Catch.44 spielt nur mit Versatzstücken aus der Kinogeschichte, anstatt ein neues Stück Kino zu erschaffen. 

Auch die Figuren bleiben trotz der guten Darsteller recht eindimensional, ihre Beweggründe bleiben im Verborgenen. Klar, undurchsichtige Charaktere sind die Würze in jedem Gangsterfilm, dass heißt jedoch nicht, dass man die Figurenzeichnung als Regisseur und Drehbuchautor vernachlässigen sollte.

Es reicht nicht, Bruce Willis einen Morgenmantel anzuziehen und ihn die ganze Zeit Pecannüsse essen zu lassen. Es reicht auch nicht, Forest Whitaker immer wieder das gleiche Schlagwort ("Cuidado!") benutzen zu lassen. Zum Glück wissen die beiden Weltklassestars das Beste aus Catch.44 zu machen. Die drei weiblichen Hauptdarstellerinnen geben ebenfalls eine gute Figur ab. Obwohl es doch schon einige Gewöhnung braucht, um Comedy-Expertin Malin Akerman ("27 Dresses", "All Inclusive") die durchtriebene Gangsterbraut abzunehmen.

Fazit

Catch.44 – Der ganz große Coup kann man wohlmeinend als Hommage an Quentin Tarantino sehen. Regisseur und Drehbuchautor Aaron Harvey liefert handwerklich keine schlechte Arbeit ab. Man kann ihm einzig und allein vorwerfen, dass er einfach zu viel wollte. Doch zu viele Ideen verderben einfach den Film. Hätte er seinen Figuren ein wenig mehr Raum gelassen, hätte er die Story ein bisschen straffer gefasst: Catch.44 hätte dann ein wirklich großer Coup werden können.

So siedelt sich Catch.44 im Genre des modernen Gangsterfilms irgendwo im soliden Mittelfeld an. Kein Kult, aber auch kein Krampf.


 
Catch.44 – Der ganz große Coup

Actionthriller, USA 2011  

Regie: Aaron Harvey

Darsteller u.a.: Bruce Willis, Forest Whitaker, Malin Ackerman, Nikki Reed

Verleih: Universum Film Home Entertainment 

VÖ: 13. Juli 2012 

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