UNICUM schaut: Das verflixte 3. Jahr
Die französische Liebeskomödie ist seit dem 29. November auf DVD erhältlich

- Foto: Prokino
"Im ersten Jahr kauft man die Möbel. Im zweiten Jahr stellt man sie um. Im dritten Jahr teilt man sie auf" … Kommt erst Das verflixte 3. Jahr ist immer alles aus und vorbei. Wenn es nach Hauptfigur Marc Marronnier (Gaspard Proust) geht, hält die Liebe nie länger. Na, wenn er sich da mal nicht getäuscht hat …
Mit der Zeit geht die Liebe flöten
"Liebe – das ist, naja, du siehst so eine Art Nebel und morgens wenn du aufwachst, wenn die Sonne rauskommt, dann bleibt er für eine Weile und dann löst er sich auf" – Das verflixte 3. Jahr beginnt mit diesem Zitat von Charles Bukowski aus dem Jahr 1983. Als Marc Marronnier (Gaspard Proust) und Anne (Elisa Sednaoui) heiraten ist noch Morgen. Der Nebel ist da und bleibt. Mit der Zeit kommt allerdings die Sonne in ihrer Beziehung heraus und der Nebel löst sich komplett auf. Der einzige Ausweg: Die Scheidung.
Daraufhin veröffentlich Marc unter einem Pseudonym das Pamphlet mit dem Titel Das verflixte 3. Jahr. Der erste Satz seines Werkes lautet: "Die Liebe ist von vornherein ein verlorener Kampf" und zeigt sehr deutlich, dass Marc davon überzeugt ist, dass die Liebe nicht länger als drei Jahre dauern kann. Doch es dauert nicht lang und der Nebel ist wieder da.
Er trifft Alice (Louise Bourgoin) und verliebt sich unsterblich in die Frau seines Cousins (Nicolas Bedos). Diese verlässt ihren Antoine und beginnt eine Beziehung mit Marc. Doch gerade dessen beruflicher Erfolg, nämlich sein Buch, lässt die Romanze wieder in die Brüche gehen. Aber, wenn jemand so unsterblich verliebt ist, muss es doch eine Möglichkeit geben, das verflixte 3. Jahr zu überstehen, oder?!
Flüchte vor dem Glück, bevor es dich verlässt
Frédéric Beigbeder hat für seinen ersten Auftritt als Regisseur seinen 14 Jahre alten Roman geschnappt und ihn extra für sein Filmdebüt überarbeitet. Der Anspruch war einen eleganten und witzigen Film zugleich zu produzieren. Dafür hat er vier Jahre an dem Drehbuch zur Komödie gearbeitet. Beigbeder sagt selbst, dass er in Das verflixte Jahr seine eigene Psychotherapie öffentlich abhält, da es ein autobiographischer Film ist.
Das Resultat ist ein offensichtlich französischer Film, der zynisch und romantisch zugleich ist. Es sind einige Elemente enthalten, an die sich der Zuschauer erst gewöhnen muss. Es ist zum Beispiel auffällig, dass die Komödie von Sprüchen geprägt ist. Alle drei Kapitel des Films werden zum Beispiel durch einen Spruch eingeleitet und es fallen auch zwischendurch Sätze, wie "Scheidung ist geistige Entjungferung". Außerdem hat Beigbeder die direkte Anrede des Hauptdarstellers Marc zum Zuschauer gewählt, die eigentlich eher in Theaterstücken öfter vorkommt als in Filmen.
Die von Beigbeder gewünschte Eleganz bleibt aus, dafür zeigt er, dass er vor Humor keine Angst hat und bietet den Zuschauern viele Witze, die auch mal unter die Gürtellinie gehen. Ein gewagtes Unterfangen als ersten Film eine Komödie mit derartigem Humor herauszubringen, aber der Erfolg in Frankreich lässt sich ja vielleicht auch in Deutschland weiterführen.
Das verflixte 3. Jahr
Komödie, Frankreich 2012
Regie: Frédéric Beigbeder
Darsteller u.a.: Gaspard Proust, Louise Bourgoin, Jonathan Lambert
Verleih: Prokino
VÖ: 29. Novermber 2012










