UNICUM schaut: Die Kunst zu gewinnen – Moneyball
Ab dem 21. Juni auf DVD und Blu-ray: Packendes Sportlerdrama mit Brad Pitt

- Foto: Sony Pictures Home Entertainment
Nach einer wahren Geschichte stellt Moneyball die wichtigste Frage des Sportgeschäfts: Kann man nur gewinnen, wenn man nach den immer gleichen Regeln spielt? Das grandios erzählte und starbesetzte Drama (u.a. mit Brad Pitt und Jonah Hill) gewährt dem Zuschauer Einblicke in den US-amerikanischen Baseball-Wahnsinn. Auch für Sportmuffel sehenswert!
Ein Film über Baseball fast ohne Baseball
Die Story: Billy Beane (Brad Pitt) ist Manager der "Oakland Athlectics". Erfolglos und pleite stehen die Chancen des Baseballvereins in der Major League mehr als schlecht. Beane fordert ein radikales Umdenken – und stellt gegen den Willen des Trainers Art Howe (Philip Seymour Hoffman) und des erfahrenen Scouts Grady Fuson (Ken Medlock) den nerdigen Yale-Absolventen Peter Brand (Jonah Hill) ein. Dieser hat das Statistikverfahren "Sabermetrics" entwickelt, mit dem auf wissenschaftlicher Basis die Eignung von Spielern errechnet werden kann. Beane und Assistent Brand pokern hoch – ob sie wirklich die Kunst zu gewinnen beherrschen?
Baseballfilme haben in den USA eine lange Tradition, man denke da nur an "Eine Klasse für sich", "Die Indianer von Cleveland" oder "Feld der Träume". Meist drehen sich die Geschichten um sportliche Erfolge bzw. das Leben und Leiden der Sportler. Moneyball dagegen wirft – basierend auf einer wahren Geschichte – einen klaren und ungeschönten Blick hinter die Kulissen der Baseballarenen.
In Moneyball gibt es kaum Spielszenen, die Sportler kommen fast gar nicht zu Wort, Baseball wird zu dem, was es ist: zum Geschäft. Brad Pitt spielt mit Bravour einen Teammanager irgendwo zwischen Resignation, Hoffnung, Verzweiflung und Rebellion. Er lässt den Satz "Das war schon immer so" nicht gelten, beherrschst auf der anderen Seite die Regeln des Business. In Rückblenden wird die Vergangenheit seiner Rolle erzählt, was ihr zusätzlich Glaubwürdigkeit verleiht.
Auch die anderen Darsteller, allen voran Jonah Hill und Philip Seymour Hoffman, liefern eine Top-Leistung ab. Gerade Hill, den man eher aus Klamaukstreifen wie "Superbad" oder "21 Jump Street" kennt, empfiehlt sich hier als Charakterschauspieler.
Ein Film wie das Leben: Ohne Happy End
Das Besondere an Moneyball ist seine ruhige, gleitende Erzählweise. Hier gibt es keinen großen Knall, kein furioses Finale. Sehr nah an der Realität erzählt der Film von den Höhen und Tiefen des Lebens, von Sieg und Verlust. Dabei weiß die Story den Zuschauer zu packen und lässt ihn mit den Figuren mitfiebern.
Am Ende von Moneyball wünscht man sich, noch mehr über den Werdegang der Manager, Assistenten, Trainer und Spieler zu erfahren. Je nach Sichtweise gibt es kein Happy End. Aber wann gibt es ein solches schon im Leben?
Moneyball ist sicherlich einer der besten Sportfilme der vergangenen Jahre – gerade weil er sich nicht darum kümmert, was auf dem Feld passiert, sondern darum, was im Hintergrund abläuft.
Die Kunst zu gewinnen – Moneyball
Sportdrama, USA 2011
Regie: Bennett Miller
Darsteller u.a.: Brad Pitt, Jonah Hill, Philip Seymour Hoffman
Verleih: Sony Pictures Home Entertainment
VÖ: 21. Juni 2012










