UNICUM schaut: Ghost Rider 2 – Spirit of Vengeance

Von den Machern von "Crank": Fortsetzung der "Marvel Comic"-Adaption

von Barbara Kotzulla
Foto: Universum Film

Let it burn: Nicolas Cage meldet sich als höllischer Antiheld zurück! Ghost Rider 2 – Spirit of Vengeance ist unter der Schirmherrschaft der Regisseure Mark Neveldine und Brian Taylor zu einem wahnsinnigen Action-Spektakel mit rauen Bildern und rotzigem Humor geworden. 

Außer Rand und Band

Nicolas Cage gehörte in den 1990er-Jahren zu den Superstars in Hollywood. Mit Filmen wie "Leaving Las Vegas" (Oscar für Cage), "Im Körper des Feindes" oder "Stadt der Engel" bewies er sein Talent in allen Genres der Filmkunst. Danach ging es mit dem Schauspieler irgendwie bergab, Blockbusterqualität würde Cage – trotz Hits wie z.B. "Kick-Ass" – heutzutage niemand mehr zuschreiben.

Doch diese Entwicklung hat durchaus seine positive Seite: Wenn niemand mehr etwas von einem erwartet, kann auch niemand enttäuscht werden – und man kann machen, was einem wirklich Spaß macht.

Für Comic-Fan Nicolas Cage – sein Sohn heißt Kal-El, nach Supermans Geburtsnamen – war gerade die Verfilmung der "Ghost Rider"-Reihe aus dem Marvel-Universum eine Herzensangelegenheit. Der Ghost Rider alias Johnny Blaze ist kein glatter Superheld, kein strahlendes Vorbild, sondern ein durchgedrehter Motorradfahrer, der einen verhängnisvollen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen hat. 

Doch mit dem ersten Teil "Ghost Rider"-Film waren weder Fans noch Cage zufrieden, verwandelte doch Regisseur Mark Steven Johnson, der übrigens schon "Daredevil" verhunzt hat, das düstere Mär in allzu seichtes und unfreiwillig komisches Popcorn-Kino.

Dafür, dass bei Teil 2 alles anders wird, sorgen zwei Enfant Terrible der Kinoszene: Mark Neveldine und Brian Taylor lieferten schon mit ihren beiden "Crank"-Filmen und "Gamer" für atemlose Actionkracher ab. Und auch Ghost Rider – Spirit of Venegance haben sie ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt: ein Glücksfall.

Denn wo Teil 1 noch glattpoliert auf das große Kinopublikum schielte, unterhält Ghost Rider – Spirit of Venegance mit schnellen Schnitten, einer dreckigen Optik und großen Effekten.

In diesem optischen Wahnsinn spielt Nicolas Cage passenderweise vollkommen außer Rand und Band. Das mag manchmal unfreiwillig komisch sein, doch Cage gibt dabei den Höllenreiter dennoch so überzeugend, dass selbst die streckenweise recht dünne Story zur Nebensache wird.

Ach ja, die Story: Vor Jahren hatte Stuntman Johnny Blaze (Nicolas Cage) einen Pakt mit Satan geschlossen, um seinen krebskranken Vater vor dem Tod zu retten. Er wurde dadurch zum Ghost Rider, einem brennenden Skelett, das auf einem Motorrad durch die Nacht jagt. Doch Blaze harderte mit diese Existenz und setzte sich fernab von jeglicher Zivilisation nach Osteuropa ab. Doch dann bittet ihn der Priester Moreau (Idris Elba) um Unterstützung: Die Armee des Teufels hat den  Danny (Fergus Riordan) und seine Mutter Nadya (Violante Placido) entführt. Mithilfe des Jungen will der Teufel auf Erden an die Macht gelangen.

Prädikat: Höllisch!

Mit Ghost Rider – Spirit of Venegance gab's für den Antihelden endlich eine würdige Verfilmung. Ob der Ghost Rider allerdings jemals mit anderen Marvel-Figuren wie Captain America oder Iron Man in weiteren "The Avengers"-Teilen auftreten darf, bleibt abzuwarten. Dafür ist der brennende Motorrad-Junkie doch eine Spur zu düster und durchgedreht. Ghost Rider – Spirit of Venegance ist eine Actionrakete, die man mit einem Augenzwinkern starten lassen sollte.



Ghost Rider 2 - Spirit of Vengeance

Comicverfilmung, USA 2012 

Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor

Darsteller u.a.: Nicolas Cage, Idris Elba, Fergus Riordan

Verleih: Universum Film Home Entertainment 

VÖ: 10. August 2012

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