UNICUM schaut: Snow White and the Huntsman
Rupert Sanders düsteres Märchen-Remake

- Szene aus "Snow White & the Huntsman" | Foto: Universal Pictures
Ein Hauch von Jeanne D'Arc (Kristen Stewart in Rüstung) trifft auf Herr der Ringe-Feeling. Dabei ist es eigentlich ein Märchen-Klassiker mit vergiftetem Apfel. Snow White and the Huntsman gibt's seit 4. Oktober auf DVD und Blu-ray.
Passend zum 200. Geburtstag der Grimm'schen Märchen kamen gleich zwei moderne Schneewittchen-Interpretationen dieses Jahr auf die Leinwand. Neben dem deutlich familienfreundlichen "Spieglein, Spieglein" mit Julia Roberts, gibt es nun auch Ruperts Sanders dunkles Fantasy-Spektakel fürs Heimkino. Bereits der Titel Snow White and the Huntsman lässt darauf schließen, dass die Autoren recht frei mit der Märchenvorlage umgegangen sind, denn ins feinster Hollywood-Manier spielt eine Beziehung eine große Rolle.
Schneewittchen (Kristen Stewart) flüchtet vor der Regentschaft ihrer Stiefmutter und bösen Königin (Charlize Theron) in den magischen Wald. Dabei ist dieser nicht weniger gefährlich als das Schloss auf den schwarzen Klippen, in dem sie zuvor gelebt hat. Der Jäger Eric (Chris Hemsworth) wird auf sie angesetzt. Als Prämie für den Fund der Ausreißerin verspricht man ihm die Auferstehung seiner toten Frau. Stattdessen brennt er mit dem schönen Schneewittchen durch. Unter seiner Anleitung entwickelt sich das Mädchen nach und nach zur Kämpferin und nimmt es mit unheimlichen Kreaturen auf.
ZWERGE JA - ABER OHNE TELLERCHEN
Während Kristen Stewart als Bella in den Twilight-Filmen mit großen Augen zusehen muss, wie Vampir und Werwolf sie ständig aus der Gefahrenzone befreien, bekommt sie nun die Chance, aus ihrer stigmatisierten Opferrolle auszubrechen. Daher kommen die Zwerge in dieser Version auch nicht in den Genuss ihrer Hausfrauen-Qualitäten.
Ohnehin scheinen die gescheiterten Raufbolde eher an einer Flasche Schnaps als an einem Teller Suppe interessiert zu sein. Trotzdem zieht die Truppe fortan gemeinsam weiter, um Snow White zu retten. Regisseur Rupert Sandert zaubert in spektakulären Bildern weiterhin eine Welt zwischen Gut und Böse, Liebe und Hass.
NATÜRLICH GIBT'S EIN HAPPY END
Ganz im Stile von Jeanne D'Arc meistert Schneewittchen ihre Rolle Reiterin in Rüstung mit Bravour. Die Königin bekommt Panik, Plan B muss her: es kommt der berühmte Apfel zum Einsatz. Nachdem Snow White davon isst, fällt sie erwartungsgemäß in einen tiefen Schlaf. Allerdings ist es nicht der Kuss vom Prinzen William (Sam Claflin), der sie retten kann. Erst durch die Liebe Erics kann sie erlöst werden, um gegen Ende des Films den Königinnen-Thron einzunehmen.
Fazit
Snow White and the Huntsman ist eine mystische Wiederauflage eines Märchenklassikers, die die wichtigsten Elemente aufgreift, aber durch visuelle Highlights und eine eigenständigen Plot überzeugt. Sogar eine Fortsetzung würde sich anbieten. Schließlich ist die angedeutete Liebesgeschichte zwischen dem Jäger und Snow White noch nicht auserzählt. Außerdem bleibt das Ende der bösen Stiefmutter ungewiss.
Snow White and the Huntsman
Fantasy, USA 2012
Regie: Rupert Sanders
Darsteller: Charlize Theron, Kristen Stewart, Chris Hemsworth
Verleih: Universal Pictures
VÖ: 04. Oktober 2012










