UNICUM schaut: Sons of Norway

Ab dem 09. November gibt es den Film auf DVD und Blu-ray zu kaufen

von Julia Berlekamp
Foto: Public Insight
Foto: Public Insight

Wer ist rebellischer? Der Sohn oder der Vater? Diese Frage muss sich der Zuschauer bei Sons of Norway stellen. Zentrales Thema der Tragikkomödie ist der Punk – passend dazu gibt es einen Gastauftritt des Sex Pistol-Sängers Johnny Rotten und die Musik seiner legendären Band.

Darum geht´s im Film:

Ein letztes Weihnachtsfest mit Bananen am Baum und die ganze Familie zusammen am Esstisch. Kurz darauf kommt der Schicksalsschlag. Die Mutter (Sonja Richter) wird überfahren und stirbt später im Krankenhaus vor den Augen ihres Mannes und den zwei Söhnen. Tor (Tony Veitsle Skarpsno), der Jüngere von den beiden Söhnen, lebt von nun an bei der Tante und dem Onkel – es bleiben nur noch Nikolaj (Åsmund Høeg) und sein Vater allein zurück.

Viel Zeit zum Trauern bleibt nicht, denn das Leben muss weitergehen. Nikolaj hört zum ersten Mal die Band Sex Pistols und rutscht in die Punkszene voller Musik, Drogen und Rebellion. Eine Eskapade jagt die Nächste, aber anstatt seinen Sohn zurechtzuweisen, findet Markus (Sven Nordin) gefallen an der Anarchie und wird vom Alt-Hippie zum Möchtegern-Punk. Er versucht seinen Sohn in allen Situationen zu unterstützen, was die ganze Situation für Nikolaj noch viel schlimmer macht.

Nicht so, wie gedacht…

Wer den Trailer zu Sons of Norway gesehen hat, erwartet einen witzigen norwegischen Film über Punk, Drogen und Vater-Sohn-Problemen. Aber so witzig, wie es scheint, ist es nicht. Beginnend mit dem tragischen Tod der Mutter nimmt das ganze Schicksal seinen Lauf. Nikolaj weiß in der Phase des Erwachsenwerdens und Kindseins nicht wohin mit sich selbst und flüchtet in die Punkwelt. Ganz getreu dem Punkklischee gibt’s nun für Nikolaj grüne Haare, Sicherheitsnadeln durch Wange und Ohr und der Sprung in die Rebellion.

Doch Zurechtweisungen und Ermahnungen, die Nikolaj in der schwierigen Phase helfen würden, bleiben aus, denn Markus wird arbeitslos und macht es seinem Sohn gleich – auf in die Anarchie. Das Vater-Sohn-Verhältnis wird immer komplizierter und lässt Nikolaj immer tiefer in die Punkszene sinken – voller Drogen und Rebellion.

Story und Umsetzung

Sons of Norway hat eine ernste Story, die ziemlich schräg umgesetzt ist. Vater-Sohn-Probleme kommen in vielen Familien vor und klären sich häufig schnell wieder. Jens Lien jedoch hat sich dieses Thema geschnappt und es zu einem ernsthaften Problem gewandelt, dass so einfach nicht abzuhandeln ist. Er lässt die Figuren bis zum Äußersten gehen und kreiert damit einen Ausnahmezustand für Vater und Sohn.

Szenen wie zum Beispiel der Wandel vom Kuchenessen am Tisch zum Aufessen des Kopfes der Mutter, sind sehr fragwürdig. Hat es eine tiefere Bedeutung? Oder ist es einfach nur eine widerliche Szene, die Nikolajs Drogentrip verdeutlichen soll?

Dem Thema Punk verleiht er im Film durch den Gastauftritt des Sängers der Sex Pistols Johnny Rotten nochmal eine intensivere Bedeutung, denn die Sex Pistols stehen einzig und allein für Punk. Sie sind quasi das Markenzeichen für den Punk und allem was dazu gehört.
Bei diesem norwegischen Film gibt es nur ein entweder oder – Entweder der Zuschauer mag den Film mit einigen abgedrehten Szenen oder eben nicht.



Sons of Norway

Regie: Jens Lien

Darsteller u.a.: Åsmund Høeg, Sven Nordin, Sonja Richter, Tony Veitsle Skarpsno, Johnny Rotten (von den Sex Pistols)

Verleih: Alamode Film

VÖ: 09.11.2012

www.sons-of-norway.de


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