UNICUM schaut: The Walking Dead – die zweite Staffel

Ab 18: Der zweite Streich der Zombie-Serie ist ab dem 05.11. auf DVD und Blu-ray erhältlich

von Sabrina Wilschewski
Zombie-Szene aus "The Walking Dead" | Foto: WVG Presse

Die Zombies sind zurück! Nach dem grandiosen Erfolg der ersten Staffel von „The Walking Dead“ erscheinen nun die neuen Folgen auf DVD und Blu-ray . Die Story bleibt spannend: Nach der Flucht aus Atlanta beginnt für die Gruppe um Rick die Suche nach einer neuen Zuflucht. Diese ist zwar schnell gefunden, dafür müssen sie aber andere Schicksalsschläge verkraften: Ein Gruppenmitglied wird schwer verwundet, ein anderes verschwindet.

Sind die Zombies die wahre Gefahr?

Zum Anfang der Staffel scheint sich die Gruppe auf der Farm der Familie Green etwas erholen zu können. Schließlich leben sie abgeschottet von der Außenwelt auf ihrem Stück Land, das im Gegensatz zur Stadt, in der es von Leichen und Zombies nur so wimmelt, geradezu idyllisch wirkt. Die Greens bieten der Gruppe nicht nur Aysl, sondern erweisen sich einige Male als Retter in der Not. Das Familienoberhaupt Hershel Greene (Scott Wilson) zeigt dabei von Anfang an Züge, die dem Zuschauer versprechen, dass hier noch genug Konflikt-Potenzial liegt. Besonders er und seine Tochter Maggie (Lauren Cohan) werden immer wichtiger und interagieren mit den bekannten Figuren. Häufig scheint der Punkt erreicht, dass Hershel die Gruppe der Farm verweisen will. Seine Tochter Maggie wirkt dabei als Fürsprecherin der Gruppe, nicht zuletzt, weil sie sich in Glenn (Steven Yeun) verliebt. Trotzdem bleibt die Frage, wie lange Hershel die Gruppe duldet und was danach kommt…

Das Erzähltempo fällt deutlich geringer aus als in der ersten Staffel, bei der sich die Handlung fast überschlug. Erst als eine der Figur verschwindet, gewinnt die Handlung an Tempo und verdeutlicht die große Gefahr, die überall lauert und den Tod bedeuten könnte.

In der neuen Staffel stehen die Figuren und ihre Auseinandersetzungen im Vordergrund und die Zombies treten etwas in den Hintergrund. Im Laufe der Handlung spitzt sich das Konflikt-Potenzial zwischen den Figuren extrem zu, so dass man glaubt, die Gruppe tötet sich eher gegenseitig, bevor die Zombies es tun. Besonders zwischen Shane und Rick brodelt es und die ehemaligen Freuden entfremden sich immer mehr. Auch die Beziehung zwischen Lori und Rick wird immer komplizierter, da sie immer häufiger uneins sind. Aber auch Andrea wendet sich bewusst von der Gruppe ab und wird immer mehr zur Außenseiterin. Mit der Familie Green werden hingegen einige neue interessante Charaktere eingeführt, die in den Zombies keine Monster, sondern Kranke sehen.

Aber auch in der zweiten Staffel merkt man, dass die Autoren der Serie keine sonderlich ambivalenten Figuren gezeichnet haben.  Bei The Walking Dead wird dem Publikum das Urteil über die Figuren abgenommen. Hier sind die Fronten und die Sympathieverteilung relativ klar. So ist es besonders die Hauptfigur Rick, die als Sympathieträger fungiert und dessen Rolle überzeugt. Daneben gibt es nur wenige Nebenfiguren, die die Gunst der Zuschauer gewinnen könnten. 

Mehr Tiefgang, weniger Action

Hauptschauplatz der Staffel ist das Anwesen von Hershel Greene, das zum Schlupfloch wird und das die Gruppe nur noch selten verlässt. Das Ausmaß der Bedrohung wurde zwar in der ersten Staffel, die in der Leichen-gepflasterten Stadt spielte, noch deutlicher als auf der abgeschirmten Farm, aber der neue Schauplatz bietet Abwechslung und eine gewisse Erholung – auch für den Zuschauer. Umso heftiger ist aber der Effekt, wenn sich doch mal ein "Beißer" in die Idylle verirrt. Denn die apokalyptische Stimmung, die durch die Zombies entsteht, ist ein starker Kontrast zur friedlichen Kulisse der Farm.

Die Zombie-Action wird wohl dosiert und die Splatter- Szenen kommen etwas kürzer als in der ersten Staffel. Trotzdem gibt es immer wieder explizite Szenen für Fans von exzessiver Gewalt und Blut. Manchmal wirkt dies allerdings etwas aufgesetzt und will nicht ganz zum ernsten Ton der Serie passen. Es gibt aber auch Folgen, in denen man kaum einen Zombie sieht und das Gefühl der Bedrohung nur zu erahnen ist.

Wenn man die Serie mit typischen Zombie-Filmen vergleicht, dann bietet sie viel mehr Tiefgang, aber weniger Action. Es ist eher eine Endzeit-Drama-Serie, die sehr von Dialogen lebt. Fragen nach dem Glauben an Gott und den Sinn des gegenwärtigen Lebens inmitten des Schreckens werden immer wieder aufgeworfen und geben der Handlung einen tieferen Sinn. Es kommt zu einigen überraschenden Wendungen, die schockieren und zum Nachdenken anregen.

Mit 13 Folgen hat die zweite Staffel deutlich mehr als die erste, die nur aus sechs Episoden besteht. Dadurch entwickelt sich ein viel größerer Spannungsbogen. Wer Charakterstudien mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Zombie-Fans werden dagegen vielleicht enttäuscht sein. Insgesamt bleibt die Qualität wie in der ersten Staffel hoch und kann auch mit Kinofilmen mithalten. Besonders die Maske überzeugt, denn die Zombies wirken authentisch und bedrohlich. Auch die Bilder und die Musik sind sehr gelungen und kreieren eine dichte Atmosphäre, die den Zuschauer in eine apokalyptische Welt entführt.

The Walking Dead ist ein Muss für Fans gut gemachter Serien!


The Walking Dead – Staffel 2

TV-Serie, 13 Folgen

Horror/Drama, USA 2011

Regie: Ernest Dickerson u.a.

Darsteller u.a.: Andrew Lincoln, Sarah Wayne Callies, Jon Bernthal

Verleih: WVG GmbH

FSK: ab 18

VÖ.: 05. November 2012

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