UNICUM schaut: Ziemlich beste Freunde

Die erfolgreiche französische Tragikomödie ist ab dem 07.09. auf DVD und Blu-ray erhältlich

von Barbara Kotzulla
Francois Cluzet und Omar Sy in "Ziemlich beste Freunde" | Foto: Senator Home Entertainment

Anfang diesen Jahres begeisterte "Ziemlich beste Freunde" fast 9 Millionen Kinobesucher allein in Deutschland. Zurecht, denn die Geschichte um den reichen, aber querschnittsgelähmten Philippe, der den arbeitslosen Driss als seinen Pfleger einstellt, ist einfach herzerwärmend. Und beruht auf einer wahren Begebenheit.

Neues Dreamteam des französischen Kinos

"Die Jungs aus der Vorstadt kennen kein Mitleid!" – "Das ist genau was ich will: Kein Mitleid": Philippe (Francois Cluzet) schlägt alle Warnungen in den Wind. Seit der Ex-Unternehmer beim Paragliding verunglückt ist, sitzt er im Rollstuhl, vom Hals an gelähmt. Als er nach einem neuen Pfleger sucht, fällt seine Wahl auf den vorlauten Driss (Omar Sy). Der Senegalese ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden und benötigt eigentlich nur eine Unterschrift für das Arbeitsamt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten raufen sich die ungleichen Zwei zusammen: Philippe animiert Driss zum Malen und nimmt ihn in die Oper mit, Driss hingegen lockt seinen Chef mit lockeren Sprüchen und seiner Unbefangenheit aus der Reserve. 

Ziemlich beste Freunde ist ein wunderbar unaufgeregter Film über das große Thema Freundschaft. Die Regisseure Olivier Nakache und Eric Toledano verzichten ganz auf Hektik und Klamauk und begeistern stattdessen mit feiner Situationskomik und tollen Dialogen. Wer eine französische Komödie a lá Louis de Funés erwartet, wird auf angenehme Weise enttäuscht.

Besonders die beiden Hauptdarseller entpuppen sich als absolutes Dreamteam. Der gestandene Akteur Francois Cluzet gibt eine Paradevorstellung als Querschnittgelähmter, schafft er es doch allein durch seine Mimik, Emotionen und Komik zu vermitteln. Omar Sy, für den Ziemlich beste Freunde den Durchbruch bedeutete, spielt so locker und unbeschwert, dass es einfach Spaß macht, ihm dabei zu folgen. Zwischen den Zweien stimmt die Chemie – ein Glücksgriff für den Film.

Nach einer wahren Geschichte

Im Abspann von Ziemlich beste Freunde ist dann der reale Philippe Pozzo di Borgo mit seinem Ex-Pfleger, dem Algerier Abdel Yasmin Sellou zu sehen. Der ehemaligen Geschäftsführers des Champagnerherstellers Pommery veröffentlichte 2001 in Frankreich seine Biografie "Le second souffle" ("Der zweite Atem"), weigerte sich aber lange, sein Leben verfilmen zu lassen. Schlussendlich willigte er ein – unter der Bedingung, dass ein Teil der Einnahmen gespendet wird. 

Philippe Pozzo di Borgo lebt heute mit seiner zweiten Frau und zwei Töchtern in Marokko, Abdel Yasmin Sellou hat dagegen eine eigenes Unternehmen in seiner Heimat gegründet. Ziemlich beste Freunde setzt ihrer ungewöhnlichen Freundschaft ein filmisches Denkmal.


Ziemlich beste Freunde

Drama/Komödie, Frankreich 2011 

Regie: Eric Toledano und Olivier Nakache

Darsteller u.a.: Francois Cluzet, Omar Sy, Audrey Fleurot

Verleih: Senator Home Entertainment

VÖ: 07. September 2012

www.ziemlichbestefreunde.senator.de

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