UNICUM trifft: Christian Ulmen
Zum Kinostart von "Wer's glaubt wird selig" am 16. August 2012

- Szene aus "Wer's glaubt, wird selig" | Foto: © 2012 Constantin Film Verleih
In Wer's glaubt wird selig spielt Christian Ulmen einen frustrierten Wirt, der mit einer aberwitzigen Idee sein Dörfchen retten will. "Für's Geld und für die Liebe" soll die Heiligsprechung der tote Schwiegermutter erwirkt werden. Gar nicht so einfach, müssen ihr doch zwei Wunder nachgewiesen werden ... UNICUM sprach zum Kinostart am 16. August mit Ulmen über Religion, Wunder und seine Urlaubsvorlieben.
Unterhaltung mit Ulmen

- Foto: © 2012 Constantin Film Verleih GmbH
UNICUM: Ihre Figur aus "Wer's glaubt wird selig" zieht es der Liebe wegen aus Hamburg in ein bayrisches Bergdorf. Sie wuchsen auch in Hamburg auf – gab es für Sie während der Dreharbeiten einen Kulturschock?
Christian Ulmen: Nein, denn wir Hamburger sind zwar seltsam, aber dann doch keine Aliens, die noch nie im Leben eine Kuh oder einen Bauernhof gesehen hätten. Das war mir durchaus bekannt alles. Mit 36 Jahren habe ich es zuvor schon auch geschafft, mal Bayern zu streifen und Weißwürste gibt’s traditionell am herrlichen Münchner Flughafen.
Was schätzen Sie als langjähriges Nordlicht an den Bayern? Wo gibt es Unterschiede in der Mentalität?
Ich kann Ihnen da leider keine neuen Erkenntnisse bringen: wie vor hundert Jahren spricht der Bayer "Kruzifix nochamoi" und der Norddeutsche "tüddel nich rum, Du Klappskalli". Im Bereich der Witzigkeit sind die Grenzen längst verwischt, ein Otti Fischer ist als Bayer nordisch-trocken und Otto Waalkes seit jeher ein Friese mit Schenkelklopfern, wie sie gern bayerischen Akzenten zugeschrieben werden.
Was macht "Wer’s glaubt wird selig" auch für Kinogänger jenseits des Weißwurstäquators sehenswert?
Da ist einer, der die Kirche verarscht, um sein Dorf vor der Pleite zu bewahren und um endlich wieder mit seiner Frau schlafen zu dürfen. Da staunen Sie! Ich esse Nudeln mit dem Papst auf der Alm und bringe Hannelore Elsner ins Bett. Ein Knaller reiht sich an den anderen - das funktioniert weit über die Grenzen Bayerns hinaus.
Sie haben zum ersten Mal mit Regisseur Marcus H. Rosenmüller zusammengearbeitet – wie lief's?
Rosenmüller, ich kann es gar nicht oft genug sagen, ist der Jürgen Klopp unter den deutschen Kinoregisseuren. Das tolle an dem Lob: Es ärgert ihn gleichzeitig, was er als Bayern-Fan aber auch verdient hat! Trotzdem stimmt es, wie Klopp versteht Rosenmüller das Handwerk der Motivation einer Meute von Egomanen, ohne dabei den autoritären Magath raushängen zu lassen. Letztlich: Siegen durch maximales Können.

- Foto: © 2012 Constantin Film Verleih GmbH
Ihre Figur Georg ist Wirt.Wie heißt es so schön:"Wer nix wird, wird Wirt" – haben Sie auch schon einmal über so etwas nachgedacht?
Ich hatte nie den großen Plan A, also gab es auch keinen Plan B. Und eine Kneipe würde ich nur aus Lust, niemals als Notfall-Idee aufmachen.
Im Film geht es darum, die Heiligsprechung der toten Schwiegermutter zu erwirken. Gibt es jemanden, denn Sie bewundern und den Sie gerne – auch im übertragenen Sinne – heiligsprechen würden?
Dazu müsste mir erst mal der Begriff irgendwas bedeuten. Da ich nicht gläubig bin, ist mir auch nichts heilig. Und im übertragenen Sinne finde ich das Wort blöd verkitscht.
Auch der Papst spielt in "Wer’s glaubt wird selig" eine entscheidende Rolle. Würden Sie ihn auch gerne einmal treffen? Was würden Sie im gerne sagen?
Der Papst erklärt sich ja nun permanent selbst. Ungefragt und allerorts. Es sind wirklich keine Fragen mehr offen. Ich bin protestantisch erzogen worden, so dass er mir leider auch sein Amt etwa aus frühkindlicher Prägung nie nahe war. Als Kirchenoberhaupt ist er mir beinahe wurscht. Da würde ich lieber mit Margot Käßmann sprechen. Am liebsten über ihre Suff-Tour. Dabei finde ich Weintrinken als Kirchen-Chefin voll okay. Davon hat Jesus ja literweise aus purem Wasser hergestellt. Dann Auto zu fahren – geschenkt. Doch würde ich gern von ihr wissen, was sie als Chefin der protestantischen Kirche, die sich gegen den Katholiken-Prunk und goldene Marienfiguren verwehrt und Verzicht predigt – was die an einem VW Phaeton so geil findet. Darin liegt für mich der eigentliche Skandal. Oberhaupt einer Verzichtler-Vereinigung und dann im teuersten Luxusschlitten unterwegs.
Um heiliggesprochen zu werden, müssen Schwiegermutter Daisy zwei Wunder zugeschrieben werden? Welche zwei Wunder würden Sie gerne wahr machen?
Ich möchte gerne an Wänden rauf klettern und Spinnefäden aus dem Handgelenk schiessen können.
In dem bayrischen Bergdorf herrscht Flaute, weil es dort seit Jahren nicht mehr geschneit hat und daher die Touristen ausbleiben. Wie ist das bei Ihnen als Tourist: Lieber Ski oder Strand?
Stadt. Großstadt. Je lauter, desto besser.
Ulmen im Kino: "Wer's glaubt wird selig"
Seit fünf Jahren will es in dem kleinen bayrischen Bergdorf einfach nicht schneien. Klimawandel sagen die einen, unterlassene Hilfeleistung Gottes die anderen. Auch bei Wirt Georg (Christian Ulmen) und seiner Frau Emilie (Marie Leuenberger) kriselt es, sowohl finanziell, als auch im Liebesleben. Und dann steht auch noch Schwiegermutter Daisy (Hannelore Elsner) auf der Matte! Als die alte Religionsfanatikerin überraschend das Zeitliche segnet, hat Georg die kühne wie rettende Idee: Daisy muss heiliggesprochen werden! Wallfahrtsort statt Ski-Mekka! Also reist Georg zum Papst (Nikolaus Paryla), auf seine Bitte hin entsendet dieser tatsächlich einen Prüfer (Fahri Yardim), der sich von dem wundersamen Wirken der Heiligen Daisy überzeugen soll ...
Wer's glaubt wird selig ist eine turbulente Komödie, die statt mit dem üblichen Klamauk mit einer witzigen Story und liebenswerten Charakteren aufwartet.
Ab dem 16. August im Kino! Weitere Infos auf www.wers-glaubt-wird-selig-film.de










