UNICUM trifft: Diana Amft
Die Schauspielerin über Kinder, Ehe, Genugtuung und den Kampf mit ihren blonden Locken

- Diana Amft in "Frisch gepresst" | Foto: Walt Disney Pictures
Diesmal ohne weißen Kittel, aber wieder zwischen zwei Männern – In der Komödie "Frisch gepresst" (ab 23. August im Kino) spielt Diana Amft eine Kinderhasserin, die plötzlich schwanger wird. UNICUM traf den Doctor’s-Diary-Star zum Interview.
"Ich bin nicht auf den Mund gefallen"

- "Frisch gepresst" | Foto: Walt Disney Pictures
UNICUM: Deine Figur, Andrea, bugsiert sich von einem Missgeschick ins nächste. Dir ist heute hoffentlich noch nichts passiert?
Diana Amft: Heute, … (überlegt). Nö, nicht, dass ich wüsste. Ich bin auch eigentlich nicht so der Tollpatsch. Das ist immer mehr für den Unterhaltungswert überspitzt dargestellt. Aber ich finde das ganz sympathisch. Situationen, in denen man zu schnell spricht und ohne nachzudenken, kennt doch jeder. Hinterher denkt man dann: ‚Oh Gott, so meinte ich das gar nicht.‘ Und indem man versucht, es wieder schön zu reden, macht man es nur noch schlimmer.
"Spermien light machen schwanger, aber nicht dick!?" – der Film lebt von flotten Sprüchen. Kannst du selbst auch so gut kontern?
Ich denke, ich bin auch nicht auf den Mund gefallen. Aber manche Sachen sind mir einfach zu blöd, um da Energie reinzulegen. Und natürlich kenne ich auch Momente, in denen ich gerne schlagfertiger gewesen wäre. Manchmal fällt einem das Passende einfach zu spät ein.
Ist es dir denn schwergefallen, jemanden zu spielen, der keine Kinder mag?
Nee, es hat ja auch Spaß gemacht, mal giftig zu sein. Ich hatte höchstens Bedenken, dass man es mir ansieht. Meine Augen leuchten einfach bei Kindern. Und das waren auch wieder extrem süße Mäuse. Aber schwergefallen ist mir das nicht. Obwohl … Sagen wir mal so: Bei Szenen, in denen ich gerade den Kleinen anschreien musste, habe ich mich immer vorsichtig herangetastet, wie weit ich gehen kann. Ich wollte ihn ja nicht verschrecken.
Im Film muss sich deine Figur zwischen zwei Männern entscheiden. Macho Gregor oder Softie Chris –wen würdest du im wahren Leben nehmen?
Ich finde es schon ganz gut, dass Andrea von beidem etwas mitbekommen hat. Mit dem einen das Partyleben, mit dem anderen das Ankommen, zu Hause sein. Also eine Mischung zwischen beidem ist schon nicht verkehrt.
Der Chris ist ja Rechtsanwalt und im Film sind auch eine Szene im Gericht zu sehen. Erinnert dich das an deinen alten Job als Justizfachangestellte?
Oh, ich habe in dem Moment da gar nicht so dran gedacht, weil ich total in der Rolle und der Situation der Figur war. Außerdem habe ich auch nur kurze Zeit dort verbracht. Aber jetzt, wo ich mir die Rolle Chris mit der Robe so vorstelle …
"Mit 18 geheiratet, dann geschieden und um eine Erfahrung reifer"

- "Frisch gepresst" | Foto: Walt Disney Pictures
Wünschst du dir denn manchmal ein geregeltes Leben zurück?
Eine gewisse Sicherheit ist einfach nicht zu unterschätzen. In den Konflikt kam ich damals schon. Durch mein Gehalt konnte ich mir eine eigene Wohnung und ein Auto finanzieren. Und dann war die Frage, ob ich das alles aufgeben will, um von vorne anzufangen – in einem Beruf, der so ungewiss ist. Ich wusste gar nicht, auf was ich mich einlasse. Ich wusste nur, ich wollte spielen. Und dem Drang musste ich irgendwann nachgeben.
Mit 18 Jahren, noch bevor der Rummel damals losging, warst du schon verheiratet. Für die meisten ist das Thema in dem Alter noch ganz schön weit weg …
Ja, es gibt auch nur einen Satz dazu zu sagen: Mit 18 geheiratet, dann geschieden und um eine Erfahrung reifer. Das kann man gar nicht vergleichen mit einer erwachsenen Entscheidung.
Damals hast du einige Absagen von Schauspielschulen kassiert. Ist es für dich jetzt eine Art Genugtuung, dass du jetzt so erfolgreich bist?
Ich bin von Natur aus niemand, der Rache cool findet. Aber ich muss schon sagen, einige Dozenten waren wirklich böse und gemein. Man muss bedenken, die entscheiden mit einem Satz und Kopfschütteln oder Nicken über die komplette Zukunft eines Menschen. Da muss echt mehr Respekt her. Ehrlichkeit ist zwar wichtig, aber es muss ja nicht so von oben herab sein.
Das klingt, als hättest du besonders negative Erfahrungen gemacht?
Es gab die eine oder andere Situation, in der ich mich kurz auf dem Klo eingeschlossen hab, geheult hab und wieder rausgegangen bin – wie ein Stehaufmännchen. Eine Dozentin hat angefangen zu lachen, während ich vorgespielt habe, und hinterher hieß es: 'Ach Kindchen, Entschuldigung, aber das war einfach nur zu lustig, wie du mit deinen jungen Jahren über eine solche Erfahrungsbreite redest.' Ich habe mir immer die reifen Frauen aus den Klassikern, wie die Gräfin Orsina, ausgesucht. Um auf die Frage mit der Genugtuung zurückzukommen – bei ihr muss ich schon sagen: 'So, siehst du mal, ich hab doch was erreicht und du bist wahrscheinlich noch immer so miesgelaunt, wenn du unterrichtest …'
"Das ist echt wie bei einem Straßenköter"

- "Frisch gepresst" | Foto: Walt Disney Pictures
Heute sieht man dich ja fast ausschließlich in Komödien. Wünschst du dir manchmal auch ernstere Rollen?
Klar, man möchte sich ja am liebsten so unterschiedlich wie möglich präsentieren. Wobei man eine Komödie auch ernst nehmen muss. Wenn man da als Figur nicht authentisch rüberkommt, dann ist das alles nicht lustig, sondern nur albern.
Könntest du dir denn auch vorstellen, für eine Rolle mal eine komplette Typveränderung vorzunehmen? Deine blonde Lockenmähne ist ja schon dein Erkennungszeichen …
Ich habe früher immer gesagt, für eine coole Rolle schneide ich mir auch die Haare ab. Als junge Schauspielschülerin sagt man das halt mal so. Heute – oder schon seit einigen Jahren – habe ich das total revidiert. Es ist mittlerweile maskentechnisch auch so unglaublich viel möglich, dass ich das gar nicht bräuchte. Also ein Stückchen abschneiden ist drin, mehr aber auch nicht.
Bringen deine Haare die Stylisten eigentlich regelmäßig zur Verzweiflung?
Nee, aber die fordern einfach immer ihre Zeit. Also mal mehr, mal weniger, das ist echt wie bei einem Straßenköter, so wetterabhängig. Also, wenn es draußen regnet, dann gibt es eine Explosion … Aber das ist nach zwei, drei Tagen, wenn man zusammenarbeitet, Routine.
UNICUM hat sich Diana Amfts neuen Kinofilm "Frisch gepresst" angesehen. Eine ausführliche Filmkritik mit Verlosung findet ihr HIER!









