UNICUM trifft: Kristen Stewart

Interview mit mit der Schauspielerin zu "On the Road - Unterwegs" (Kinostart: 04.10.)

von Dieter Oßwald
Kristen Stewart in "On The Road – Unterwegs" | Foto: Concorde Film

Als Filmtochter von Jodie Foster machte sie vor zehn Jahren in "Panic Room" auf sich aufmerksam. Der große Durchbruch gelang Kristen Jaymes Stewart in der Verfilmung der "Twilight"-Romane, wo sie an der Seite von Robert Pattinson zum globalen Teenie-Star avancierte. Die Trennung des hübschen Kino-Pärchens im realen Leben sorgt für reichlich Rauschen im Boulevardblätterwald. Vor dem ganzen Wirbel war Kristen Stewart beim Filmfestival von Cannes, um "On the Road" vorzustellen, die Verfilmung des Beatnix-Kultromans von Jack Kerouac. Mit der Schauspielerin unterhielt sich unser Mitarbeiter Dieter Oßwald.

"Unser Ziel war es, die Kontrolle zu verlieren"

"On The Road – Unterwegs" | Foto: Concorde Film

UNICUM: Macht die Verfilmung eines Hippie-Romans mehr Spaß als die "Twilight"-Filme?
Stewart: Ich nehme beide Projekte gleichermaßen ernst. Allerdings war bei "On the Road" unser oberstes Ziel, bei den Dreharbeiten möglichst die Kontrolle zu verlieren. Wir haben uns vorab vier Wochen lang in einem gemeinsamen Camp intensiv kennengelernt, auf dieser Basis von Vertrauen konnte sich jeder fallen lassen und impulsiv verhalten, ohne zu wissen, wie das Gegenüber reagieren wird. Bei "Twilight" war mir vor allem wichtig, dem Text möglichst treu zu bleiben und den Ton der Vorlage zu treffen, weil die Fans das einfach erwarten.

Der Roman von Jack Kerouac galt ganzen Generationen als Kultlektüre, wie hast du das Buch entdeckt?
Das Buch stand auf der Lektüreliste meiner Schule. Weil es mir nach mehr Vergnügen aussah als die anderen Bücher dort, habe ich mich für "On the Road" entschieden. Wenn du als 14-jähriger Teenager mit Anarchie-Stickern auf dem Rucksack herumläufst, klingt ein Roman über Gegenkultur auf alle Fälle vielversprechend.

Welche Bücher wären damals die Alternativen gewesen?
Die Alternativen waren "Der scharlachrote Buchstabe" und "Der große Gatsby" – was mir mittlerweile auch gut gefällt.

Was macht für dich die Qualität von diesem Roman aus?
Mir gefällt das Thema, dass es besser ist, sich seine Familie und Freunde selbst aussuchen als sich bequem damit zu begnügen, was einem das Schicksal vorgegeben hat. Ich weiß noch genau, wie ich damals beim Lesen dachte: Genau solche Typen möchte ich in meinem Leben auch finden. Ich möchte Leute treffen, die mich anstoßen und weiterbringen. Der Roman hat mir wirklich gezeigt, wie ich leben möchte.

"Ich möchte eine Familie haben"

Stewart in "On The Road" | Foto: Concorde Film

Hatten Sie keine unbeschwerte Jugend?
Ich habe das Glück, aus sehr behüteten Verhältnissen zu kommen. Das Problem ist allerdings, dass man dadurch schnell faul wird und sich bequem einrichtet. Mir ist es jedoch lieber, wenn man auf die Nase fällt und dann wieder aufsteht. Wenn man stolz sein kann auf etwas, das man geleistet hat und was auch anderen Menschen etwas bringt.

Wie viel haben Sie mit dieser Figur gemeinsam?
Ich bin das genaue Gegenteil dieser Frau. Ich verliere nur ungern die Kontrolle. Ich bin nicht furchtlos. Und ich bin längst nicht so großzügig wie sie. Sie ist eine selbstbewusste Anführerin, ich bin eher die Mitläuferin.

Am Ende entscheidet sich auch diese Rebellin für die sicheren Verhältnisse – wie sehr träumen Sie von einem geordneten Leben? Wie sehen Sie sich mit 40?
Ich möchte eine Familie haben. Aber welches Leben ich mit 40 haben werde? Ich habe absolut keine Vorstellung davon!

Wie frei kann mal als globaler Teenieschwarm sein Leben noch leben?
Ich weiß, dass es für Außenstehende so erscheinen mag, dass ich keine Freiheit mehr hätte. Aber das Gegenteil ist der Fall: Ich fühle mich absolut frei und kann ohne jede Einschränkung das tun, was mir gefällt. Durch den Erfolg von "Twilight" habe ich sogar mehr Freiheit als je zu vor, weil ich dadurch einfach viel mehr Möglichkeiten habe.

Braucht die Welt eine neue Beat-Generation der Rebellion?

Ich glaube nicht, dass die Gegenkultur je verschwunden gewesen ist, deshalb wird dieser Roman auch zeitlos aktuell sein.



On The Road – unterwegs

Drama, USA 2012

Regie: Walter Salles

Darsteller u.a.: Kristen Stewart, Garrett Hedlund, Sam Riley

Kinostart: 04. Oktober 2012

www.ontheroad-themovie.com

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