Warum können wir bei einer Tüte Chips erst aufhören, wenn sie leer ist?

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Denise Haberger geht für UNICUM den Rätseln des Alltags nach. Diesmal wollte sie von Udo Pollmer, Ernährungsexperte und Autor von „Wer gesund isst, stirbt früher“, wissen: Warum können wir bei einer Tüte Chips erst aufhören, wenn sie leer ist?
Diesen Erfolg verdanken wir der modernen Psychophysik: Ein Chip sollte beim Zerbeißen geräuschvoll zersplittern und sich schnell von einer brüchigen Struktur in eine weiche, angenehm schluckbare Masse verwandeln. Das vermittelt uns ein gewisses Erfolgsgefühl. Entscheidend ist jedoch, dass der Chip ständig neuen Speichel lockt. Und solange uns das Wasser im Mund zusammenläuft, essen wir weiter. Die trockenen Chips und das Salz binden den bereits erzeugten Speichel. Beim Schlucken provoziert das Glutamat zusammen mit dem Röstaroma schon wieder neuen Speichel. Da die Chips klein und leicht sind, spielt es keine Rolle, ob wir noch einen weiteren in den Mund schieben. Kein Wunder, dass die liebe Seele erst dann ihre Ruhe hat, wenn der letzte Krümel im Mund ist.
Udo Pollmer
Ernährungsexperte und Autor von „Wer gesund isst, stirbt früher“









