Wird man wirklich weniger nass, wenn man durch den Regen rennt?

Im Regen rennen
Foto: iStockphoto

Denise Haberger geht für UNICUM den Rätseln des Alltags nach. Diesmal fragt sie den Direktor des Instituts für Angewandte Physik Andreas Hangleiter: Wird man wirklich weniger nass, wenn man durch den Regen rennt?

Wir wollen annehmen, dass der Regen überall gleich stark ist und dass die Tropfen senkrecht nach unten fallen. Unter diesen Voraussetzungen ist die Wassermenge, die von oben auf den sich bewegenden Menschen trifft, konstant und unabhängig von der Geschwindigkeit. Allerdings werden wir durch Rennen unser Ziel schneller erreichen, deshalb kürzer dem Regen ausgesetzt sein und deshalb weniger nass. Am wenigsten macht das bei langsamen kleinen Regentropfen aus, da wird man praktisch immer gleich nass. Bei schnellen großen Regentropfen bekommt ein kurzer dicker Mensch im Hundertmetertempo nur etwa ein Drittel des Regens ab, den er beim normalen Gehen abbekommen würde. Bei langen dünnen Menschen ist der Gewinn erheblich geringer, sie werden beim Rennen nur 40 Prozent weniger nass. Es gibt aber noch einen entgegengesetzten Effekt: Durch das Rennen fangen wir sozusagen vorne auf dem Körper, in Bewegungsrichtung, Regentropfen ein. Dadurch werden wir bei höherer Geschwindigkeit mehr Regen von vorne abbekommen.

Professor Andreas Hangleiter
Direktor des Instituts für Angewandte Physik der TU Braunschweig

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