10 Jahre Sea of Love – Ein Grund zum Feiern
Sommer, Sonne und gut gelaunte Menschen – das ist man von der Nummer 1 in Sachen Technofestival in der Sonnenstadt Freiburg gewöhnt. Am 15. – 17. Juli war es wieder so weit. Doch neben den üblichen Gründen auf das Freiburger Festival zu gehen, gab es dieses Mal noch zusätzlich etwas zu feiern. Denn das Sea of Love startete mit einem Line-up der Extraklasse in das zehnte Festivaljahr am Tunisee.
Leider begann schon der Auftakt am Freitagabend chaotisch. Nach Angaben der Veranstalter handelte es sich um ein Kommunikationsproblem, das tausende Besucher, die ein Ticket erworben hatten zur Messehalle strömen ließ, um das Festival gebührend auf der Party zum offiziellen Start zu feiern. Ein großes Problem hierbei war, dass die Partylocation für gerade mal 6.000 Feierwütige ausgelegt war. Die Folge: gedrängte Menschenmassen, überforderte Sicherheitskräfte und wütend randalierende Festivalbesucher.
Auch in den folgenden Tagen zeigte sich, dass das Organisationskonzept den anströmenden Massen nicht gewachsen war. Besonders große Auswirkungen hatte das auf die An- und Abreise vom Festivalgelände. Hier fehlten teilweise Shuttlebusse und der Zugang durch einen Tunnel zum Festivalgelände, bewährte sich mal wieder als keine Möglichkeit, die Zuschauerströme sicher zum und vom Festivalgelände zu lenken. Wer es allerdings nach allen Strapazen geschafft hatte durch die Sicherheitskontrollen zu den Bühnen gelangen, wurde doch reichlich belohnt. Der Tunisee, mit der Möglichkeit sich am heißen zweiten Tag abzukühlen, im Hintergrund der Schwarzwald und der fabelhafte Start mit den Beats von Boys Noize beruhigte zusehends die Gemüter und kühlte einige heiße Köpfe. Entspannt wurde getanzt, getrunken und die Sonnenstrahlen auf der Picknick-Decke aufgenommen. Neben der großen Bühne, die den meisten Platz für ausgedehnte Tanzbewegungen bot, gab es noch zusätzlich ein Zelt sowie die Seebühne, die durchgängig mit DJs und Beats sogar Bewegungsmuffel in Wallungen versetzten.Wer also die Umbaupausen auf der Hauptbühne überbrücken wollte, hatte mit kurzen Laufwegen gute Möglichkeiten dazu. Doch allzu lange ließen die musikalischen Highlights nicht auf sich warten. Robyn, der Blondschopf aus Schweden, übernahm inklusive Band die Bühne von Boys Noize und überzeugte mit guter Stimme, rhythmischen Schrittfolgen und einem Energiefunken, der direkt nach den ersten Tönen auf das Publikum übersprang.
Verwunderlich ging es auch am nächsten Tag für viele Festivalbesucher weiter: Morgendlicher Regen hatte das Gelände, bis auf einige wenige Flächen, in ein riesiges Matschfeld verwandelt. Erstaunlich hier, viele Besucherinnen und Besucher hatten die Gummistiefel anscheinend im Schrank gelassen und sich auf Freiburgs Beinamen der „sonnenreichsten Stadt Deutschlands“ verlassen. Als jedoch gegen frühen Nachmittag der Regen aufhörte und die Sonne durch die Wolkendecke blinzelte, war die Bikinistimmung wieder da, Matschpfützen wurden als Badestätte genutzt und die dreckigen Klamotten bei der Seebühne samt Besitzer gewaschen. Lexy und K-Paul brachten die Beats dazu. Größtes Highlight des Festivals: Moonbootica, die beiden DJs aus Hamburg, gaben sich die Ehre für 25 Gewinner auf dem Jägermeister Hochsitz aufzulegen und in schwindelnder Höhe bei gut gekühlten Getränken die Fans trotz Anschnallgurt zum Feiern zu bringen. Wer an diesem Ereignis nicht teilhaben durfte, verbrachte den Tag mit Vorfreude auf den Hauptact des Abends. David Guetta, der sympathische Franzose, der mit seinen musikalischen Kooperationen keinem Ohr im letzten Jahr fernblieb, legte mit grandioser Bühnenshow ab 21 Uhr auf und veranlasste sogar die Pizzabäcker auf das Dach ihres Verkaufstandes zu klettern.
Ein Fazit zum Sea of Love fällt nicht schwer. Die grandiose Location bietet fabelhafte Möglichkeiten Entspannung, Party und Musik zu verbinden. In Sachen Organisation sollte jedoch noch einiges aufgeholt werden. Schließlich gab es schon genug Negativbeispiele, bei denen die Veranstalter nicht so viel Glück hatten, wie beim diesjährigen Sea of Love.



