UNICUM hört: Christina Aguilera "Lotus"
Das neue Album der stimmgewaltigen Pop-Sängerin ist seit dem 09.11. erhältlich

- Christina Aguilera | Foto: Enrique Badulescu
Mit scheppernden Dance-Beats, soften Klavierballaden und Militärgetrommel zeigt sich Christina Aguileras neues Album Lotus vielseitig – und ist doch irgendwie eintönig. Hier die UNICUM Song-für-Song-Kritik.
Track by Track
- Lotus Intro
Mysteriös ist nicht nur das bleiche Cover. Auch musikalisch schlägt X-Tina zum Auftakt geheimnisvolle Töne an. Nach 35 Sekunden Lautmalerei folgt erster Text. Von "Rebirth" singt sie und weiter: "Leave the past behind and say goodbye to the scared child inside." Ob sie von ihrer eigenen musikalischen Wiedergeburt spricht? Das erfährt man innerhalb der nächsten zwölf Songs. "Lotus Intro" ist auf jeden Fall ein spannender Auftakt. - Army of me
Der zweite Song klingt wie eine Mischung aus Katy Perrys "Part of me" und Christina Aguileras eigenem Song "Fighter". Aus dem scheint sie das Vokabular gemopst zu haben, schließlich heißt es im Refrain: "One of me is wiser, one of me is stronger, one of me’s a fighter." Auf jeden Fall hat "Army of me" durchaus Single-Potenzial. Der Beat ist eingängig und es herrscht Ohrwurm-Gefahr – vor allem bei der Art und Weise wie sie "And there’s a thousand faces of me" singt. - Red Hot Kinda Love
Es geht recht unruhig und im Stil einer fröhlichen Lady Gaga mit sehr hoher Stimme weiter. "Red Hot Kinda Love" ist recht unspektakulär. Ein typischer Song, den man auf einem Album schnell vergisst und weiterklickt. - Make the World Move
Für ein paar funkige und soulige Einflüsse hat sich X-Tina Hilfe von Hip-Hop- und R&B-Musiker CeeLo Green geholt. Die beiden kennen sich durch die gemeinsame Jury-Arbeit bei der amerikanischen Ausgabe von "X-Faktor". Herausgekommen ist eine solide, aber ebenfalls wenig aufregende Midtempo-Nummer. - Your Body
Die erste Single-Auskopplung ist in Deutschland erst eine Woche vor dem Album-Start herausgekommen. Mit "Your Body" kehrt Christina Aguilera durchaus zur ihrer gewohnten Form als Chartstürmerin zurück. Kein Wunder, schließlich hat bei dieser Produktion Pop-Papst Max Martin seine Finger im Spiel. Trotzdem wird sie sich damit hinter Rihanna, Katy Perry, Lady Gaga und Co. einreihen müssen. - Let There Be Love
"I want to tell you my Secret" verspricht X-Tina in der ersten Zeile. Ob das Geheimnis wohl darin liegt, dass sie auf den Erfolgszug von Rihanna, Usher und David Guetta aufspringen will? Zumindest versucht sie es auch mal mit einer schmissigen Dance-Nummer. Vielleicht ist "Let The Be Love" nicht bahnbrechend, macht aber auf jeden Fall Spaß. - Sing for me
Nach den etwas lauteren Tönen, kehrt Miss Aguilera nun zu ihrer Parade-Disziplin zurück. Die Aufforderung "Sing for me" erweist sich als 1-a-Selbsthilfe-Ballade, schließlich heißt es darin: "When I open my mouth my whole heart comes out." Nicht nur lyrisch, auch musikalisch muss sich der Titel keinesfalls hinter den Vorgängern wie "Beautiful" oder "The Voice within" verstecken. - Blank Page
Da wir uns gerade an die leisen Töne gewöhnt haben, legt die Balladen-Queen hier noch an Sanftheit zu. Nur eine wenig Klavieruntermalung unterstützt Christina Aguilera kräftige Stimme bei diesem Stück. Geschrieben wurde "Blank Page" von Sia Furler, die man eigentlich eher als Gaststimme auf Party-Krachern von Flo Rida oder David Guetta kennt. Der Qualität dieser ruhigen Nummer schadet das ganz und gar nicht. Eines der Highlights auf diesem Album und vermutlich demnächst in den Single-Charts zu finden. - Cease Fire
Die Ruhe ist nun vorbei – bei "Cease Fire" werden die Militärtrommeln samt Kriegsmetaphern ausgepackt. Das Ergebnis ist ein weiterer, wenig aufregender Midtempo-Song. Die Nummer Neun wird beim rauf-und-runter-Hören von Lotus vermutlich oft übersprungen werden. - Around The World
Nach den beiden Balladen und einem Zwischenschritt wird es nun wieder tanzbarer. Xtina lässt ihre "dirrty" Seite zum Vorschein kommen und lädt zu einer exotisch-erotischen Tour "Around the world" ein. Von "Hollywood to Japan, Tokyo to Milan" und später von "Puerto Rico over to Congo" will sie reisen, um dann ein Rendezvous im Boudoir zu haben. Natürlich darf bei so viel Internationalität die Frage der Fragen nicht fehlen: "Voulez-vous coucher avec moi ce coir?". So lange man nicht so sehr auf den Text achtet, ein ganz annehmbarer Pop-Song. - Circles
Nach der verrucht-wilden packt X-Tina nun eher ihre aggressiv-wilde Seite aus. Der sich ständig wiederholende Satz "Spin around in circles on my little middle finger" hinterlässt ein großes Fragezeichen. Auch wenn ihr das Rockige ganz gut steht, so richtig nimmt man ihr den P!nk-Style nicht ab. Vor allem "Motherf***er" sollte X-Tina lieber dem Wortschatz ihrer Kollegin überlassen. - Best of me
Erst gibt es ein ruhiges Akustik-Gitarren-Intro und dann ein Wiederhören mit dem "Parampampampam" der Militärtrommeln drei Titel zuvor. Eher langweilig! Hoffentlich denkt Christina Aguilera nicht wirklich, dass es "Best of me" ist. Da gibt es wirklich geeignetere Kandidaten. - Just a Fool
Für das Finale gab es noch einmal Unterstützung, und zwar vom Country-Sänger Blake Shelton. Herausgekommen ist ein trauriges Duett im Walzertakt, bei dem Christina vergeblich auf jemanden wartet, der niemals nach Hause kommen wird.
Fazit
Zwei Jahre nach "Bionic" meldet sich Christina Aguilera nun mit einem Album zurück, das weder besonders gut noch schlecht ist. Irgendwie ist der Titel ganz prägend: Wie beim Lotus-Effekt bleibt man bei dieser Platte nicht wirklich hängen. Die eine oder andere Single-Auskopplung ist aber im Pop-Bereich durchaus konkurrenzfähig und wird X-Tina wieder ins Gespräch bringen.
Christina Aguilera
Lotus
Sony BMG
VÖ: 9.11.2012
Das kann man sich merken: Lotus Intro, Army of me, Your body, Let there be love, Blank Page
Montag, 03.12.12









