UNICUM hört: Dark Horses "Black Music"
Psychedelischer Soul: Ab dem 26. Oktober auf CD erhältlich

- Dark Horses | Bild: Presse
Mit R'n'B und HipHop hat das, was Dark Horses auf ihrem Album Black Music präsentieren, rein gar nichts zu tun. Die britische Band um Sängerin Lisa Elle widmet sich den dunklen Musikkünsten und betört den Hörer mit 14 hypnotischen, verführerischen wie psychedelischen Tracks.
Episch. Verführerisch. Düster. Verwegen.
Mal klingt sie verführerisch, mal melancholisch, dann lässt sie ein wenig Romantik in der Stimme zu, nur um im nächsten Song wieder den düsteren Gelüsten zu frönen: Sängerin Lisa Elle trägt mit ihrem fast schon sirenenhaften Gesang sie Musik der Dark Horses in unerforschte Gefilde. Die Band aus dem britischen Brighton hat sich ganz langsamen, hypnotischen, richtiggehend psychedelischen Klängen verschrieben. Dabei schwebt über allen 14 Tracks auf Black Music der Urgeist des Rock 'n' Roll, es weht die Sehnsucht nach fernen Tagen – ob nun vergangene oder zukünftige ist dabei nicht entscheidend.
Um die Entstehungsgeschichte von Dark Horses ranken sich so manche Legenden, wie allerdings tatsächlich die Schwedin Lisa an ihre lederbejackten Jungs gekommen ist, ist letztendlich doch irrelevant. Sie haben sich gefunden und wurden ihrerseits schon von anderen Größen des Musikbusiness entdeckt. Mit u.a. Black Rebel Motorcycle Club oder Black Mountain waren Dark Horses auf Tour. Auch Kasabian haben sich begleitet – deren Frontmann Tom Meighan fungiert gar auf dem großartigen Black Music-Track "Count Me In" als Gastsänger.
Auch die anderen Songs sind allesamt gelungen. Im langsamen Tempo bahnen sie sich ihren Weg, gespickt mit Synthie-Sound, mal schmutzigen, mal leisen Gitarren und einem verwegenen Schlagzeug. Drummer Tommy Chain benutzt gerne mal eine Metallkette beim Spielen, wie u.a. aus "No Dice" zu hören ist. Auch einem Cover-Song nehmen sich Dark Horses an: ihre Version des Talking Heads-Smashers "Road to Nowhere" gehört zu den schnellsten Nummern der Platte, ist aber dennoch ganz zum Lied der Newcomer geworden. Dann gibt es eine Nummer wie "Alone", bei der die versunkenen Strophen von einem treibenden Refrain aufgebrochen werden. Oder eben das oben schon erwähnte "No Dice", das klingt als würde man sich auf Drogen einen Western ansehen. Laszive Tracks wie "Traps" oder "S.U.N" gehen in epische Lieder wie "Anna Minor" über.
Als "Dark Horse" bezeichnet man im Englischen einen Außenseiter, ein unbeschriebenes Blatt oder eine unbekannte Größe. So dürfte der Bandname bald nicht mehr passen: Dark Horses werden sich sicherlich nicht nur mit Black Music eine Fanbase erspielen. Gerade die Live-Auftritte der Combo sollen ein einmaliges Ereignis sein, Lisa Elles Bühnenpräsenz wird dabei mit der von Ikonen wie Siouxsie Sioux verglichen.
Dark Horses
Black Music
Last Gang Records/PIAS
VÖ.: 26.10.2012
Für Fans von: "dunkler" Music, Portishead, Kasabien, Kraftwerk, Radiohead, Psychedelia, Siouxsie Sioux









