UNICUM hört: Jessie Ware "Devotion"
Out now: Das neue Gesicht des Soul-Pop

- Jessie Ware | Foto: Universal Music
Auf Devotion vermischt Jessie Ware das Hier & Jetzt mit lässiger Zukunftsmusik, umweht von der Liebe zu Melodrama und Vergangenheit. Das Debütalbum der Londonerin begeistert mit elegantem Pop, verführerischem R&B und sanften Pop, untermalt von elektronischen Einflüssen. Gelungen. Absolut.
Pure Hingabe
Der Zufall und das Glück haben einen großen Anteil zu Devotion beigesteuert: Ohne sie wäre Jessie Wares Debütalbum wahrscheinlich nie entstanden.
Jessie, Londonerin Jahrgang 1985, entdeckte als Schülerin ihre Liebe zu Musik. Sie spielte in Musicals mit, nahm Gesangsunterricht – und verlor dann den Mut. Jessie ging an die Uni, plante eine Karriere als Sportjournalistin: "Damals hielt ich es für ausgeschlossen, dass es mit einer Musikkarriere klappen könnte. Das hat mir zwar das Herz gebrochen, aber es war mir nicht einmal möglich, das alles einfach als Hobby weiterzuverfolgen, denn ich fühlte mich schlecht, wenn ich nur halbherzig bei der Sache war."
Doch dann rief der Singer/Songwriter Jack Penate an, der eine Background-Sängerin suchte und sich noch an die tolle Stimme seiner alten Freundin erinnerte. Jessie sagte zu – und ab da ging es für sie steil bergauf. Über Musikkollegen kam sie in Kontakt mit dem Electro-Produzent SBTRKT, der Jessie auf mehreren Songs (u.a. "Nervous") singen ließ. 2011 erschien dann Jessie Wares Debütsingle "Strangest Feelings", nun das Debütalbum mit elf durchweg gelungenen Tracks.
Mit Devotion, zu deutsch Hingabe, ist der erste Longplayer betitelt. Passend, denn Jessie Ware wendet sich mit einer spürbaren Liebe ihren Songs. Anders als ihre früheren Arbeiten im elektronischen Musiksektor vermuten lassen würden, siedelt die Sängerin ihr eigenes Werk zwischen Soul, Pop und R&B an. "Gerade was das ganze Melodrama angeht, habe ich mich ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt, finde ich," sagt die Britin selbst über Devotion und trifft hier den Nagel auf den Kopf. Doch trotz der großen Gefühle und der emotionalen Gesten, hebt die Musik nichts ins Divenhafte, nicht in die leere Koketterie ab.
Devotion liefert ruhige, entschleunigte Musik, die mal melancholisch, mal hoffnungsfroh klingt. Jessie Ware singt von Romantik, von Freundschaft, von Ängsten. Die gelungenen Texte treffen auf eine charismatische Stimme und die perfekte Umsetzung der drei beteiligten Produzenten Dave Okumu, Julio Bashmore und Kid Harpoon.
Für die Zukunft wünscht sich Jessie Ware eines: "Ich möchte ein richtiger Popstar sein, und ich meine das im klassischen Sinn: so wie Annie Lennox oder Sade oder Whitney Houston. Sie alle haben dieses gewisse Etwas, diese Eleganz. Ich hab’s auf die Liga der ganz Großen abgesehen!" Mit Devotion hat die Sängerin definitiv den ersten Grundstein auf ihrem Weg nach oben gelegt.
Jessie Ware
Devotion
Universal Music
VÖ.: 17.08.2012
Für Fans von: den großen Ikonen des R&B wie Sade und Whitney Houston, lässigem Soul-Pop, entschleunigten Diven und moderner Melancholie









