UNICUM hört: Rihanna "Unapologetic"
Die R’n’B-Queen veröffentlichte am 19. November ihr siebtes Album

- Rihanna | Foto: Universal Music
Riri bandelt nicht nur wieder mit ihrem Ex Chris Brown an, sie singt auch mit ihm. Zu hören auf ihrem aktuellem Album Unapologetic. Hier die UNICUM Song-für-Song-Kritik.
Track by Track
- Phresh Out the Runway
Den Auftakt macht ein frecher Urban-Style-Song, bei dem David Guetta seine Finger im Spiel hatte. Rihanna strotzt anscheinend vor Selbstbewusstsein und prahlt "How could you be so good?" und "How could you be so fun?". Für "Phresh Out the Runway" allein gilt das aber auf keinen Fall. Höchstens eine nette Motivation fürs Sportprogramm. - Diamonds
Die Lead-Single "Diamonds" läuft ja schon seit einiger Zeit im Radio rauf und runter. Eingängige Melodie, leicht zum Mitsingen, hoher Wiedererkennungswert – ein typischer Rihanna-Song. Was will man mehr? Der Erfolg gibt ihr Recht, ihre Musik liegt im Trend. Zur Belohnung gibt’s aktuell Platz 1 der Single-Charts. - Numb (feat. Eminem)
Der Titel könnte treffender nicht gewählt sein! Die Art und Weise wie Rihanna "I'm going numb" nuschelt, könnte gefühlloser nicht sein. Und die ständige Wiederholung macht einen selbst benommen … Die Unterstützung durch Eminem, der seine Strophen ganz solide meistert, hilft "Numb" leider auch nicht viel. - Pour It Up
Verrucht wird es bei "Pour it up", einer mid-tempo Urban-Nummer. Riri zeigt sich wie immer selbstbewusst (oder nennen wir es überheblich?), während sie "All I see is Dollar Signs. Money, Money on my Mind. Throw it, throw it up. Watch it fall from the Sky" rappt. Nicht nur vom Text her macht sich der Song gut – auf der Playliste eines Strip-Clubs. - Loveeeee Song (feat. Future)
Mit Titel Nummer fünf werden ruhigere Töne angeschlagen. Tatsächlich ein charmanter Love-Song, bei dem man einfach näher zusammenrücken will. Die Frage ist nur, warum ihr Duett-Partner Future und nicht etwa Chris Brown heißt. Ihr Ex/ Nicht-mehr-Ex muss sich noch fünf weitere Titel gedulden. Erst dann ist sein Einsatz gefragt. - Jump
Rihannas Paradedisziplin: eine Verschmelzung von Pop und R’n’B. Diese gelingt ihr mit "Jump" außerordentlich gut. Vielleicht wird das sogar eine neue Single-Auskopplung? Der Text ist allerdings eher zum Fremdschämen. "If you want it, let’s do it. Ride it, my Pony. My Saddle is ready. Come and jump on it" lautet die Forderung in Zeitlupentempo. Der Refrain ist allerdings nicht auf Rihannas eigenem Mist gewachsen, sondern stammt aus dem 90-Jahre-Hit "Pony" von R’n’B-Sänger Ginuwine. - Right Now (feat. David Guetta)
Nach dem Erfolgsgarant David Guetta schon bei einigen Song mitgetextet und produziert hat, kommt er hier endlich wieder selbst zu Wort. Eine basslastige Dance-Hymne, die bald sicher in vielen Clubs zu hören sein wird. - What Now
Titel Nummer acht ruft in Erinnerung, dass Rihanna eigentlich ein großes Gesangstalent ist. Während sie ihre Stimme bislang eher hinter Raps versteckt hat, kommt sie bei "What Now" voll und ganz zum Einsatz. Eine sehr emotionale, fast schon verletzliche Ballade. - Stay (feat. Mikky Ekko)
Da Riri ihr Herz schon mal geöffnet hat, bleibt sie den ruhigeren Tönen noch einen weiteren Song lang treu. Der Mix aus ihrer und Mikky Ekkos Stimme ist harmonisch. Trotzdem ist das Ganze ein Tick weniger eingängig als "What now". Umso überraschender, dass es Anfang Januar 2013 die zweite Single-Auskopplung werden soll. - Nobody’s Business (feat. Chris Brown)
So, jetzt darf der Ex endlich wieder mitmischen. Doch schon allein durch den Titel machen die beiden unmissverständlich klar, dass ihre Beziehung "Nobody’s Business" ist. Die gemeinsame Platte, ein Sampler aus Michael Jacksons „"he Way You Make Me Feel", lässt ungewohntes Retro-Feeling aufkommen. Zwischendurch fragt man sich, ob man noch immer das Rihanna-Album hört oder mittlerweile schon das von Chris Brown. - Love Without Tragedy / Mother Mary
Track elf hat nicht nur zwei Titel, er klingt auch wie eine Aneinanderreihung zweier Songs. Während sich Rihanna fragt, "What’s Love without Tragedy?", pulsiert ein Beat im Hintergrund. Plötzlich wird es wesentlich besinnlicher, fast schon traurig, und "Mother Mary" wird zum Thema. Eine hübsche Idee und doch irgendwie langweilig. - Get It Over With
Wenig aufregend, auch hier könnte der Titel wieder zum Programm werden. "Es hinter sich bringen" ist keine allzu schlechte Idee. Rihanna klingt bei diesem Stück zwar ganz nett, doch es gibt deutlich bessere ruhige Nummer von ihr. Die Frage ist nur, wer sich hinter der mysteriösen männlichen Stimme im Hintergrund verbirgt. Doch nicht etwa Chris Brown? - No Love Allowed
Ohne ein bisschen Karibik-Sound wäre ein Album der aus Barbados stammenden Künstlerin einfach nicht komplett. Das holt Riri mit dem relaxten "No Love allowed" nach. Vorsicht, bei dem Song ist Fernweh vorprogrammiert! - Lost In Paradise
Zum Abschluss versucht Rihanna noch einmal, ihren Kummer und ihre Sorgen mit einem kräftigen Beat in den Griff zu bekommen. Ob es ihr wohl gelingt? Auf jeden Fall ist es ein würdiger Abschluss eines soliden Albums.
Fazit
Rihannas siebtes Studioalbum ist nicht überwältigend, aber auch keine Enttäuschung. Unter diesen Begriff lässt sich höchstens "Numb (feat. Eminem)" fassen, eventuell noch "Presh Out Runway". Dass man den einen oder anderen Titel auf einem Album überspringt, ist schließlich normal. Am wenigsten wahrscheinlich ist dies bei "Pour It Up", "Jump", "What Now" und "Nobody’s Business".
Rihanna
Unapologetic
Universal Music
VÖ: 19.11.2012
Für: Fans von: Rihannas Vielseitigkeit, die nicht unbedingt nach weiteren Smash-Hits wie "Diamonds" suchen
Montag, 03.12.12









