UNICUM hört: Rita Ora "Ora"

The Next Big Thing: Das Debütalbum erscheint am 19. Oktober.

von Barbara Kotzulla
Rita Ora | Foto: © Derrick Santini

Rita Ora ist ein Popstar: In Grossbritannien gelangen ihr drei Nummer-Eins-Hits in Folge, unter Vertrag steht sie bei Jay-Zs Label Roc Nation. Kein Wunder, dass die Erwartungen an das erste Album der 21-jährigen Londonerin hoch sind. Auf Ora will sich die Sängerin als eigenständige Künstlerin präsentieren – doch nur allzuoft drängt sich der Vergleich mit Rihanna auf.

Sie ist ein Popstar und sie sieht gut aus

Gute Stimme, gutes Aussehen, guter Style: Rita Ora vereint einfach alle Popstarqualitäten in sich. Kaum eine andere Künstlerin wurde ich den letzten Monaten so gehypt wie die junge Engländerin mit den kosovo-albanischen Wurzeln. Doch mit einem Hype ist es immer so eine Sache – entweder verpufft die Euphorie schneller als man "The Next Big Thing" sagen kann, oder es entwickelt sich eine märchenhafte Erfolgsstory.

Rita Ora ist zumindest schon einmal eines nicht: ein One-Hit-Wonder. Mit ihren Tracks "R.I.P." und "How We Do (Party)" sowie der Kollaboration "Hot Right Now" mit DJ Fresh schoss sie dreimal in Folge an die Spitze der UK-Charts und erlangte auch hierzulande einiges an Popularität. Auf den Bekanntheitsgrad folgen allerdings auch meist die Vergleich, denen sich auch Ora nicht entziehen kann. Klingt ihre Stimme nicht verdammt nach Rihanna? Ähnelt ihre Attitüde nicht der der "Umbrella"-Sängerin? Mit dieser Gegenüberstellung wird Rita Ora wohl oder übel auch bei ihrem Debütalbum Ora immer wieder konfrontiert werden. Aber wie die 21-Jährige selber sagt: "Es gibt Schlimmeres".

Mit ihrem Debüt bringt Rita Ora ein modernes Popalbum auf den Markt. Wer vor allem das schon oben erwähnte "Hot Right Now" mochte, dürfte daher doch etwas enttäuscht sein. Denn weitere massive Drum 'N' Bass-Nummern a lá DJ Fresh lassen sich auf Ora nicht finden. Dafür aber durchaus einige dreckige Basspassagen wie etwa auf dem Track "Love and War" (feat. J. Cole) oder gelungene Samples wie etwa bei der Singleauskopplung "R.I.P." die Teile des Songs "Heartbeat" von Nneka adaptiert. Auf Ora treffen Pop, R&B, Rock, HipHop und Electro aufeinander und ergeben eine größtenteils spannende Mischung.

Leider kann Rita Ora auf ihrem Erstlingswerk nicht durchweg ein hohes kreatives Niveau halten. So nervt z.B. "Fall in Love", die Zusammenarbeit mit Will.i.am, mit typisch kirmesmäßigen Electro/Dancebeats, und auch die beiden ruhigeren Stücke "Been Lying" und "Hello, Hi, Goodbye" sind einfach eine Spur zu belanglos. Gerade bei den Balladen hätte man sich mehr von Rita Ora gewünscht, denn eine grandiose Stimme hat sie zweifelsfrei.

So ist Ora ein solides Debütalbum einer rotzigen, frechen und talentierten Künstlerin geworden, die sich am Ende dann vielleicht doch nicht genug getraut hat. Es fehlt ein bisschen mehr Dupstep, ein bisschen mehr Drum 'n' Bass, ein wenig mehr Garage-Sound. Es fehlt einfach der letzte Kick. Den kann Rita Ora uns dann einfach mit ihrem zweiten Album liefern.



Rita Ora

Ora

Sony Music

VÖ: 19. Oktober 2012

Für Fans von: – sorry! – Rihanna, einem Mash-up aus Pop, R&B, Electro und HipHop, Sängerinnen mit einem ausgefallenen Style

www.ritaora.com

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