UNICUM trifft: Amy MacDonald - Teil 2

„Im Musikbusiness kann alles passieren“

von Barbara Kotzulla
Foto: Universal Music

Amy MacDonald (24) schlägt im Musikgeschäft ein hohes Tempo an. Wie eine Karriere jenseits von Pop-Akademien und TV-Talentshows gelingen kann, verriet sie anlässlich der Veröffentlichung ihres dritten Albums "Life in a beautiful light" (09. Juni) im UNICUM Interview.

"Mein Geschmack war schon immer etwas unkonventionell"

 Von der Gegenwart in die Zukunft: Du hast mit 12 Jahren angefangen, Gitarre zu spielen – wie hast du dir damals dein Leben als Erwachsene ausgemalt?
Ich habe davon geträumt, einmal eine Musikerin zu sein – hätte aber damals nie im Leben gedacht, dass das wirklich passieren wird, dass ich irgendwann mal in Deutschland Interviews gebe und mein drittes Album vorstelle. Deswegen muss ich heutzutage auch manchmal anhalten und mich selber kneifen, um zu begreifen, dass das alles wirklich passiert. Es gibt so viele unglaublich talentierte Menschen auf der ganzen Welt, die nie eine solche Chance bekommen. Ich bin wirklich dankbar für alles, was mir ermöglicht wurde.

Die meisten Mädchen wollen in der Schule Tierärztin werden. Was war denn dein Traumjob?
 
Während der Schulzeit wollte ich eigentlich Radio-Moderatorin werden. Daher liebe ich es, wenn ich heute in einem Radio-Studio ins Mikrofon sprechen darf. Als junges Mädchen wollte ich das unbedingt später einmal machen.

Hast du denn gute Erinnerungen an deine Schulzeit?
 Ja, definitiv. Natürlich habe ich während der Schulzeit gedacht: „Wie langweilig ist das denn hier?“, aber wenn man die Schule verlässt, merkt man erst, wie toll es dort war. Ich habe so viele wunderbare Erinnerungen an die Schule, ich hatte dort auch einfach unglaublich coole Freunde. Und mit allen davon bin ich noch heute richtig gut befreundet. 

In welchen Star warst du denn damals verliebt?
 Oh, ich habe ständig für jemand anderes geschwärmt. Nachdem der Film „Donnie Darko“ rauskam, war ich z.B. total in Hauptdarsteller Jake Gyllenhaall verknallt. Am heftigsten habe ich aber einige Fußballer angehimmelt. Mein liebster Spieler damals war ein Holländer namens Giovanni „Gio“ van Bronckhorst. Er spielte für meine Mannschaft, die Glasgow Rangers und ich liebte ihn einfach. (lacht)

Wie? Was war denn mit David Beckham?
 
(lacht) Nein, mein Geschmack war schon immer etwas unkonventionell!

Würde die junge Amy die heutige Amy eigentlich cool finden?
 
(lacht) Hoffentlich! Aber eigentlich weiß ich es nicht. Aber ich glaube einfach mal daran, dass sie ihr heutiges Leben cool finden würde.

"Alle meine Freunde gehen zur Uni – und sie hassen es!"

Nach der Schule wolltest du eigentlich erst studieren …
Ja, ich wollte Geisteswissenschaften mit einem Schwerpunkt auf Geografie studieren. Ich hatte mich dafür beworben und wurde auch angenommen – doch kurz bevor die Uni anfing, wurde mir ein Plattenvertrag angeboten. Damit ging für mich ein großer Wunsch in Erfüllung. Aber ich wusste auch, dass, wenn es mit der Musik nicht klappt, ich immer noch zurück an die Uni gehen kann. Aber zum Glück kam es ja anders …

War das nicht eigentlich eine gewagte Entscheidung: Gegen eine „sichere“ Uni-Laufbahn und für einen riskanten Einstieg ins Musikgeschäft?
Ach, damals fiel mir die Entscheidung gar nicht so schwer. Ich war ja auch noch so jung, ich konnte jederzeit wieder zurück an die Uni. Ich hatte mir dort auch die Erlaubnis geholt, meinen Einstieg ein Jahr nach hinten schieben zu dürfen. Aber nachdem meine erstes Album erschienen ist, habe ich mich endgültig gegen die Uni entschieden. 

 Könntest du dir denn vorstellen, irgendwann einmal im Leben doch noch zur Uni zu gehen?
Vorstellen könnte ich es mir schon … aber ich glaube, ich würde es dennoch nicht machen. Alle meine Freunde gehen zur Uni – und sie hassen es! Sie meinen, ich würde nichts verpassen und sollte es mir lieber zweimal überlegen. Aber, wenn es irgendwann mit meiner Karriere nicht mehr weitergeht, wäre die Uni eine Option. 

Was würdest du anderen jungen Schulabgängern raten, die auch ins Musikgeschäft wollen?
Ihr müsst einfach euer Bestes geben. Das ist letztendlich alles, was man machen kann. Wenn es eine Sache gibt, die ihr wirklich und aus vollem Herzen machen wollt, dann gebt einfach euer bestes. Niemand kann mehr als das erwarten und hoffentlich klappt es dann damit. 

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