UNICUM trifft: Anastacia - Teil 2
"Nicht Rock, Sprock!": Die Sängerin im Interview

- Anastacia | Foto: Andrew McPherson
Auf ihrem neuen Album It’s a Man’s World (erscheint 9. November) covert die US-amerikanische Sängerin Anastacia bekannte Rockhymnen. Im UNICUM Interview verrät die zierliche Sängerin, wie viel "Rock" und wie viel "Kerl" in ihr steckt.
"Ich glaube nicht an Negativität"

- Anastacia | Foto: Andrew McPherson
Was hilft dir persönlich in diesen Momenten?
Es gibt viele Dinge, an die ich fest glaube, aber es geht mehr darum, an was ich nicht glaube. Ich glaube nicht an Negativität. Wenn Dinge anfangen, sich schwer anzufühlen, muss man in die andere Richtung gehen, ob man will oder nicht. Und normalerweise mag ich das nicht, weil ich dazu vielleicht noch nicht bereit bin. Aber du musst das machen. Bei mir gab es in jeder von diesen Situationen eine Zeitspanne, in der ich wusste, wann es Zeit ist, aufzustehen und wann es Zeit ist, sitzen zu bleiben. Das hängt damit zusammen, wie gut du dich kennst und wie gut du damit umgehen kannst. Ich denk, dass all das deinen Charakter zeigt, mehr als alles andere.
Wie wichtig ist es für dich, Pausen zwischen dem ganzen Stress zu machen?
Ich bin eine Geberin. Da sind Fans und Performances und so viele Dinge, bei denen du gar nicht realisierst, dass du deine Batterien verbrauchst. Und diese wieder aufzuladen, heißt es manchmal einfach, die Türe hinter dir zu schließen und gar nichts zu tun. Es ist wichtig, auf sich selbst zu achten, vor allem, wenn du Sängerin bist, denn wenn du das nicht machst, bist du nicht mehr in der Lage, zu performen. Alles was ich habe, ist diese Power. Ich singe meine Songs nicht halbherzig.
Es ist ein bisschen Zeit vergangen, seit deinem letzten Album 2008.
Es war definitiv die Zeit, für eine Pause. Es war auch die Zeit, um sich Gedanken über die Musikindustrie zu machen, um meine nächsten Schritte dort heraus zu finden, und auch, wie ich sie gehen werde. Eine Karriere passiert nicht über Nacht. Und diese Arten von Karrieren, die sich spät entwickeln, laufen Gefahr, eben nur über eine Nacht anzudauern, und das war es dann. Dann hattest du nur einen Tag voller Sonnenschein, an dem du sagst: Oh ja, sie spielen meinen Song im Radio! Und danach spielen sie ihn nie wieder. So ist es gut, vorauszuplanen, das ist wie ein Schachspiel, diese Musikindustrie. Deine Möglichkeiten wechseln permanent, du kennst den nächsten Zug der anderen nie und morgen könnte es immer schon jemand anders sein. So musst du allzeit bereit sein, zu punkten, du musst bereit sein, es auch mal anders zu machen.
"Jeder macht es für den Moment des Erfolgs"
Du hast in vielen Casting-Shows mitgewirkt, wie beim britischen "X-Factor". Es gibt viele kritische Stimmen zu diesen Formaten ...
Es gibt eine Menge Meinungen, die alle irgendwie belegbar sind. Und ja, ich glaube auch daran, dass Kids die Show sehen und das Bild bekommen, dass es so einfach wäre und man über Nacht ein Star werden kann. Das ist eine Wahrheit. Aber ich glaube auch daran, dass alle Leute, die aus diesen Shows kommen, wirklich Stars sind! In diesen Shows wird aber nur eine Form von Realität gezeigt. Wenn du siehst, dass zwei Leute im Fernsehen richtige Freunde sind, muss das nicht heißen, dass sie es wirklich sind.
Ich bin auch total begeistern von Celebrity-Magazinen, aber ich nehme sie nicht so ernst. Ich bin da ja auch manchmal selbst drin und denke mir: Hey, das hab ich gar nicht gesagt! Oder: Da habe doch einfach nur geniest, es stimmt nicht, dass ich da rumgeschrien haben! Aber du musst damit klar kommen, es ist ein Teil deines Jobs. Auch die Dance-Shows im Fernsehen mag ich sehr gerne. Aber gerade da tut es mir auch Leid, weil diese Kinder nur eine kleine Zeitspanne in ihrem Leben haben, in denen sie tanzen können. Und was machen sie dann, wenn sie nicht mehr tanzen können? Sie haben sich für uns total verausgabt, haben ihre Körper dadurch total verbraucht. Aber das ist für den kurzen Moment des Erfolges. Ich denke, jeder macht es für den Moment des Erfolgs.
Kurz & kompakt
- Für Hits wie "Paid my Dues" oder "I’m outta Love" ist Anastacia in 31 Ländern mit mehr als 225 Gold-, Platin- und Multi-Platin-Auszeichnungen geehrt worden. Nur in ihrem Heimatland, den USA, blieb der Erfolg aus.
- Die mittlerweile 44- jährige Sängerin wurde 1998 im MTV-Gesangswettbewerb "The Cut" entdeckt und wirkte seitdem selbst als (Gast-)Jury-Mitglied in Casting-Shows mit.
- Nachdem sie zu Anfang der 2000er-Jahre erfolgreich gegen den ihr prognostizierten Brustkrebs ankämpfte, gründete sie die Anastacia-Foundation, eine Stiftung für die Brustkrebs-Forschung.
- << Erster Teil
- < Vorheriger Teil
-
- 1
- 2
- Nächster Teil >
- Letzer Teil >>








