UNICUM trifft: Jacob Butler

Der australische Sänger und Songwriter will mit seinem Album "Reason" Deutschland erobern

von Barbara Kotzulla
Jacob Butler | Foto: Paula Lucarelli

In seinem Heimatland Australien ist Jacob Butler längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Der ehemalige Castingshow-Teilnehmer ("X-Factor", 2005/"Australian Idol", 2007) hat sich Down Under bis ganz nach oben gespielt. Zu Butlers Karrierehighlights zählen bislang ein Auftritt im Sidney Opera House wie das Finale des International Independent Songwriters Contest im Jahr 2010more to come ... Nachdem der Musiker 2009 mit der Debüt-EP "Coma" auf seinem eigenen Label Lions Share Recordings Erfolge feiern durfte, erblickte in diesem August sein erstes Studioalbum "Reason" das Licht der Musikwelt. UNICUM sprach mit Jacob Butler, der nun in Europa mit seinem energiegeladenen Pop/Rock durchstarten will.

"Castingshows sind hart!"

UNICUM: Hallo Jacob – willkommen in Deutschland! Bist du zum ersten Mal hier? Und: Ist es für dich als Australier ein kleiner Schock ins kühle Nordeuropa zu kommen?
Jacob Butler: Nein, ich bin tatsächlich schon zum vierten Mal in Deutschland. Einmal war ich geschäftlich hier und die anderen Male zum Vergnügen. Mein Bruder hat im letzten Jahr seine deutsche Freundin in Frankfurt geheiratet – klar, dass wir dann alle zur Hochzeit gekommen sind. Ich bin wirklich gerne hier und das Wetter ist gar nicht so schlecht. Nach Berlin  geht’s für mich nach Stockholm, eine tolle Stadt, aber dort ist es einfach eiskalt!

In deinem Heimatland Australien gehörst du zu den bekanntesten Newcomern. Warum sollten wir in Deutschland auf keinen Fall dich und deine Musik verpassen?
Ich mache einfach schon seit einer langen Zeit Musik und bin immer mit ganzem Herzblut dabei. Ich liebe es, Songs zu schreiben und aufzunehmen. Ich bin nicht ins Musikbusiness eingestiegen, um berühmt zu werden – mir geht es immer nur um die Songs und die Musik.

Was erwartet uns auf deinem Album "Reason"?
Dich erwarten 12 Songs zwischen 3 ½ und 6 Minuten Länge, im Pop/Rock-Style mit, hoffentlich, intelligenten und zum Nachdenken anregenden Texten und mitreißenden Melodien, die noch tagelang in deinen Ohren nachklingen ... Naja,  mein Label findet es bestimmt toll, wenn ich das sage! (lacht)

Du wurdest durch deine Teilnahme an den Casting-Formaten" Australia Idol" und "X-Factor" bekannt. Hast du dich vor den Shows professionell mit Musik beschäftigt?
Ich mache seit meinem 16. Lebensjahr professionell Musik. In der Anfangszeit spielte ich Schlagzeug in einer Altrock-Coverband mit Typen, die doppelt so alt waren wie ich. Von da aus entwickelte ich mich in Richtung Gitarre und Songwriting. Meine Schulzeit lief neben der Musik ganz gut und ich habe dann Finanzwesen studiert. Drei Wochen vor meinem Abschluss entschied ich mich aber für eine Musikkarriere. Wenn ich jetzt in Australien bin, arbeite ich noch Vollzeit in der Gemeindeverwaltung und spiele meine Gigs am Wochenende. So bezahle ich das Ganze … schließlich schulde ich dem Glück und meinem Schicksal noch einiges.

Warum hast du denn überhaupt bei den Castingsshows mitgemacht?
Ich denke, am Anfang wollte ich mir einfach selbst beweisen, dass ich gut genug bin und, dass ich Musik auf einem hohen Level machen kann. Es wird immer behauptet, dass dies der einfachste Weg wäre – aber da sollen sich andere Musiker erst einmal im Fernsehen einem Millionenpublikum stellen und abliefern … das ist hart! Ich wollte mich im Rahmen der Shows natürlich auch profilieren, schließlich konnte ich so vielen Leuten zeigen, was ich kann. Das hat mir sicherlich geholfen, als ich in Australien anfing, Musik auf meinem eigenen Label zu veröffentlichen.

Deutschland wird mittlerweile von Castingsshows überschwemmt – wie sieht es in Australien aus? Feiern die Gewinner langfristig Erfolge?
Um ehrlich zu sein, ist es in Australien ähnlich. Die Gewinner scheinen mit jedem folgenden, erfolgreichen Format von der Bildfläche zu verschwinden. "The Voice" wurde in diesem Jahr zum ersten Mal in Australien ausgestrahlt und war ein Quotenhit, mal sehen wie es in ein paar Jahren damit aussieht.  Allerdings denke ich, dass Künstler, die ihre Musik lieben und leidenschaftlich ans Werk gehen, es trotzdem schaffen können – das sind diejenigen, die hart an ihrer Karriere arbeiten.



"Reason", Jacob Butlers erstes Studioalbum, ist seit dem 24. August 2012 erhältlich (VERY US RECORDS). Darauf enthalten ist natürlich auch die beiden Singelauskopplungen "Come my Way" und "UKOK?".


"Ich habe ein Monster erschaffen!"

In Deutschland bekommt man leicht das Gefühl, dass der Erfolg australischer Künstler mit einer TV-Sendung zusammenhängt. Schließlich hat Kylie Minogue ihre Karriere bei "Neighbours" begonnen und auch deine Musik wurde für einen Werbespot für die Soap verwendet.
Ganz so ist es natürlich nicht, auch wenn es nach außen so wirken mag. AC/DC, Midnight Oil, INXS: sie alle wurden durch lange Touren und ihre großartige Musik bekannt. Aber klar, "Neighbours" hat schon einige große Namen hervorgebracht, wie eben Kylie oder auch Natalie Imbruglia. Es war wirklich cool, dass einer meiner Songs für die Show genutzt wurde, er gehört jetzt zum australischen Volksgut, das ist sicher.

Wo siehst du dich beruflich wie privat in 5 und in 10 Jahren? Verheirateter Superstar mit 7 Kindern und 12 Villen auf der ganzen Welt?
Naja, ich werde im nächsten Jahr heiraten, aber wegen der sieben Kinder bin ich mir noch nicht so sicher. Zwei sind sicherlich mehr als genug. (lacht) Ich möchte einfach auch in Zukunft weiter Musik machen und als Vollzeit-Musiker auf der Bühne stehen und meinen Lebensunterhalt bestreiten. Es wäre einfach toll, wenn ich weiter Songs schreiben könnte, die ich mag und die anderen Leute ebenfalls gefallen.

Noel Gallagher und John Lennon zählen zu deinen Lieblingskünstlern. Bist du mit den Beatles aufgewachsen? Welche Musik hat dich geprägt, welche inspiriert dich heute?
Diese beiden Künstler haben mich definitiv geprägt, aber auch Nirvana, Neil Finn, Elvis Costello oder Bryan Adams haben mich beeinflusst. Ich lasse mich einfach von großartigen Liedern inspirieren, egal, wer sie geschrieben hat. Ich höre alles: egal, ob Rock,  Dance, HipHop oder Metal … ich liebe einfach Musik!

Was ist für dich der beste Beatles-, welches der beste Oasis-Song?
"A Day In The Life" von den Beatles and "The Masterplan" von Oasis – meiner Meinung nach die Schlüsselmomente beider Bands.

Auf dem Albumcover deiner Platte "Reason" trägst du ein pinkes Hemd, eine Fliege und eine dicke Brille. Stehst du auf den Nerd-/Collegestyle?
Auf jeden Fall, aber ich mag es auch casual. Letztens habe ich bei einem Radio-Interview Jeans, ein T-Shirt und eine Lederjacke getragen – der Moderator war richtig enttäuscht, weil ich nicht mein crazy Outfit anhatte. (lacht) Ich habe scheinbar ein Monster erschaffen. Es sieht so aus als müsste ich bis zum nächsten Album in dem Look herumlaufen!

Gibt es noch etwas, was unsere Leser unbedingt über dich erfahren sollten? Irgendwelche ausgefallenen Hobbys oder dunkle Gelüste?
Ich bin ein ehrlicher und direkter Typ, ich liebe meine Familie und meine Freunde und ich bin ein ziemlicher Formel 1-Fan – Go Webber! Und ich unterstütze mein Australian Rules Football Team, die St. Kilda Saints. Außerdem muss ich noch eines verkünden: Ich werde wahrscheinlich der erste Mensch sein, der unter Wasser für die Weißen Haie singen wird.


Entweder ... oder?

  1. Sidney oder Melbourne?
    Ganz klar: Melbourne!

  2. Wombat oder Koala?
    Ganz knapp vorne liegt bei mir der Wombat.

  3. VB oder XXXX?
    Die schmecken beide scheußlich! In meiner Heimatstadt wird dagegen ein Bier namens Coopers gebraut: und das ist wirklich eines der besten Bier der Welt!

  4. Ayers Rock oder Airlie Beach?
    Airlie Beach!

  5. AC/DC oder INXS?
    AC/DC – und zwar immer und überall!


Jacob Butler findet ihr auch im Netz unter www.facebook.com/thejbproject und twitter.com


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