UNICUM trifft: Philipp Poisel - Teil 1

Tour und Live-Album zum "Projekt Seerosenteich"

von Anna Lenja Hartfiel
Philipp Poisel | Foto: Michael Demuth

Philipp Poisel war gerade mit dem „Projekt Seerosenteich“ unterwegs. Am 17. August erscheint das Livealbum. UNICUM traf Philipp zum Interview und sprach mit ihm über sein Projekt, seine Songs und seine Urlaubspläne.

Poisel-Plausch

Foto: Michael Demuth

UNICUM: Du hast 2008 dein erstes Album herausgebracht. Was hat sich seitdem verändert?
Poisel: Ich kann meinen Alltag jetzt so gestalten, wie es mir gefällt: einfach ohne Wecker in den Tag rein leben kann und aufstehen, wenn mein Körper es mir sagt. Das habe ich zwar während der Schulzeit auch schon so gemacht, aber da bin ich ständig an irgendwelche Grenzen gestoßen. Ich habe immer Institutionen und Regeln und Menschen getroffen, die mir gesagt haben "Du musst das irgendwie anders machen". Das ist der größte Luxus, den man haben kann, wenn die Umwelt nicht mitbestimmt, wie das Leben aussieht.

Kannst du in deiner Heimat Stuttgart noch unbehelligt rumlaufen?
Auf jeden Fall, da bin ich sehr froh drüber. Es gibt zwar immer mal wieder jemanden, der zu einem kommt und ein Foto oder eine Unterschrift will. Das hat auf meinen Alltag aber kaum Auswirkungen. Vielleicht erkennen mich auch noch öfter Leute, aber ich kriege das kaum mit. Und dafür, dass jetzt auch schon so viele Leute meine CDs gekauft haben und auf meine Konzerte kommen, gibt es auch noch unheimlich viele Leute, die meinen Namen noch nie gehört haben. Das finde ich auch ganz schön.

Dein Song "Eiserner Steg" wurde ja letztes Jahr von einem Teilnehmer bei "The Voice of Germany" interpretiert. Wie ist das für dich, deine Musik in so einem Rahmen zu sehen?
Ja, das ist sogar zwei Mal in Castingshows vorgetragen worden. Einmal bei dem, was Dieter Bohlen da macht, ich weiß gar nicht, wie das heißt. Das habe ich gehört und fand’s gar nicht so schlecht. Ich finde es okay, wenn andere Leute ihr Ding daraus machen. Ich interpretiere es auf meine Art und Weise. Das hat dann vielleicht noch mehr Tiefe, weil es mein Song und meine Geschichte sind. Aber ansonsten finde ich es auch ganz schön, wenn jemand sagt, "Mir gefällt der Song, ich habe Lust den zu singen". Ist ja vielleicht auch ein kleines Kompliment.

Du erzählst in deinen Songs also immer persönliche Geschichten?
Auf jeden Fall. Damit geht dann natürlich auch das Problem einher, dass ich keiner bin, der sagt "Jetzt schreibe ich einen neuen Song". Wenn ich etwas habe, was ich erzählen kann, in einem Moment, in dem ich Musik machen möchte, dann entsteht etwas und ansonsten halt nicht. Ich selber mache mir da nicht so einen Stress. Und meine Plattenfirma ist da auch sehr entspannt. Die wissen, dass ich von dem, was ich mache, überzeugt sein muss. Deshalb geht es auch immer um mich selbst, um Dinge die ich erlebt habe. Alles andere kann ich mir nicht vorstellen. Ich hätte weder Lust, etwas zu singen, dass jemand anderes geschrieben hat, noch hätte ich Lust, so zu tun, als ob mir irgendwas passiert wäre und darüber zu singen.

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