Arbeiterkind.de: Anlaufstelle für Studenten aus Arbeiterfamilien - Teil 2
Praktische und emotionale Hilfe bei Sorgen und Nöten

- Die Mentoren der ArbeiterKind.de-Ortsgruppe Bochum
In den Ortsgruppen leisten die ehrenamtlichen Arbeiterkind.de-Mentoren wie Christin ihre Arbeit ganz direkt und emotional. Helfen können sie vor allem, da sie die Nöte der studierenden Arbeiterkinder alle mehr oder weniger aus eigener Erfahrung kennen. So bekamen sie zum Beispiel nachmittägliche Anrufe von ihren Müttern, die sie mit der Frage „Schläfst du?“ begrüßten. Nach Meinung der Mütter, liegen alle Studenten zu dieser Tageszeit noch im Bett. Oder sie mussten heftige Diskussionen mit den Vätern führen, die der Ansicht waren, dass Studenten nicht so viel zu tun haben und deshalb noch drei Nebenjobs zur Finanzierung des Studiums annehmen können.
„Den Eltern fehlt schlicht selber die Erfahrung, was Studieren bedeutet. Daraus entsteht bei vielen das Unverständnis für ihre studierenden Kinder. Diese wiederum entfremden sich so von der Familie, was sie eigentlich nicht wollen und womit sie nicht umgehen können“, erklärt Cara Küffner, Ansprechpartnerin im Nordrhein-Westfalen-Büro von Arbeiterkind.de. Sie schaut an diesem Tag bei der Bochumer Ortsgruppe vorbei. „Dabei kann das Studium an sich schon genug Kopfzerbrechen bereiten. Wenn dann noch derartige Gefühlswirrungen hinzukommen, ist das für einige Studenten eventuell sogar ein Grund das Studium abzubrechen."
„Auch ich fühlte mich am Anfang meines Studiums unsicher. Ich wusste nicht, wie ich mir Geld dazu verdienen kann oder wie ich meinen Studenplan aufstelle“, sagt Christin. Hilfesuchend ging sie damals zu einer Gesprächsrunde von Arbeiterkind.de. Nach ein paar Sitzungen, in denen sie sich alles von der Seele reden konnte und die nötigen Informationen bekam, hatte sie keine Schwierigkeiten mehr. Heute hilft sie selber als Mentorin und Hauptorganisatorin der Bochumer Gruppe anderen weiter. Christin ist ein perfektes Einzelbeispiel. Genau das möchte Arbeiterkind.de bei betroffenen Studenten erreichen. Letztendlich thront über der individuellen Arbeit der Organisation aber auch ein kollektives Ziel, nämlich die sozialen Chancengleichheit in der deutschen Bildungslandschaft zu erhöhen.
Mehr Infos zu Arbeiterkind.de bekommt ihr unter www.arbeiterkind.de.
Dort findet ihr neben diversen Hilfestellungen und Serviceangeboten, auch alle Ortsgruppen mit ihren Sprechzeiten an Unis in Deutschland sowie Informationen dazu, wie ihr selber bei Arbeiterkind.de aktiv werden könnt - auch als Nicht-Arbeiterkind.
Außerdem hat Arbeiterkind.de-Gründerin Katja Urbatsch ein Buch zum Thema verfasst: „Ausgebremst – warum das Recht auf Bildung nicht für alle gilt“ (Heyne, ISBN: 3453602145)
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