Der andere Bildungsweg: Studium ohne Abitur

Laut CHE-Studie gibt es in NRW die meisten Studenten ohne Abitur

von Heike Philipp
Ab durch die Mitte zum Studium ohne Abitur | Foto: Sean Murphy, Thinkstock
Ab durch die Mitte zum Studium ohne Abitur | Foto: Sean Murphy, Thinkstock

Das Studium ohne Abitur ist beliebt wie nie zuvor. Laut der neuesten CHE-Studie hat sich die Zahl der Nicht-Abiturienten mit Berufserfahrung unter Erstsemestern verdoppelt. Für Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden, gelten andere Regelungen. Zum Schluss gibt es jede Menge Linktipps zum Studium ohne Abitur.

Boom beim Studium ohne Abitur
Foto: Hemera, Thinkstock

Großer Zuspruch in 2010

Die aktuelle Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) weist eine schlagartige Steigerung von Studenten ohne Abitur auf. Die CHE-Studie über die Zahlen aus dem Jahr 2010 stellen die neuesten Auswertung dar. Lag die Zahl im Jahr 2007 noch bei 3490 Studienanfängern ohne Abitur, ist sie in 2010 auf 9241 gestiegen. Dies entspricht 2,1 Prozent der rund 450.000 Studienanfänger im Jahr 2010. Die Quote hat sich damit seit dem Jahr 2007 fast verdoppelt. In Nordrhein-Westfalen studieren die meisten Studienanfänger ohne Abitur. Mit 4,2 Prozent belegt Nordrhein-Westfalen vor Berlin mit 3,7 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit 2,2 Prozent den Spitzenplatz im Ranking. Das Studium ohne Abitur bleibt weiterhin eine Ausnahme.

Menschen mit einem Meistertitel und entsprechenden Berufsbildungsabschlüssen können sich für einen Studienplatz an jeder Hochschule in Deutschland bewerben. So lautet der Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) aus dem Jahr 2009. Weiterhin gilt danach für Berufstätige, die erfolgreich eine Ausbildung sowie eine dreijährige Berufspraxis aufweisen, ein eingeschränktes Zugangsrecht: Ihr Studienfach muss auf dem erlernten Beruf aufbauen. Ein Studium wird für Nicht-Abiturienten immer erreichbarer.

Nicht zuletzt die hohe Quote von Studenten ohne Abitur an der Fernuni Hagen zeigt laut Bericht des CHE, dass die hohen Quoten unter anderem auf „… flexible Studienzeitmodelle, umfangreiche, leicht zugängliche Informationen zum Studium ohne Abitur, berufsbegleitende und/oder praxisnahe Studiengänge, sowie Brückenkurse zum Ausgleichen fehlenden Vorwissens …“ an diesen Hochschulen zurückzuführen sind. An der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg werden beispielsweise Prüfungsleistungen von IHK-Betriebswirten auf die Bachelorstudiengänge Betriebswirtschaft angerechnet, wodurch sich die Studienzeit deutlich reduziert. Dabei bleiben die Aussichten auf einen Studienplatz trotz der bundesweiten Regelung je nach Bundesland unterschiedlich hoch.

Unterschiede in den Bundesländern

Jeder Bewerber sollte sich deshalb vorab die jeweiligen Verordnungen für ein Studium ohne Abitur in seinem Bundesland anschauen. In einer Darstellung der Kultusministerkonferenz (Stand: Juli 2011) sind die bestehenden Möglichkeiten des Hochschulzugangs für beruflich qualifizierte Bewerber einsehbar. In Rheinland-Pfalz ist es beispielsweise Pflicht, dass eine umfassende Beratung des Bewerbers durch die Hochschule dem Studium vorausgeht. Ein Probestudium oder eine Eignungsprüfung sind dagegen nicht nötig, um im Rheinland zum Studium zugelassen zu werden.

Anerkennung von ausländischen Qualifikationen

Anders sieht die Regelung für ausländische Studieninteressierte aus. Für ausländische Studieninteressierte gilt, dass sie mit einem ausländischen Sekundarabschluss Zugang zum Studium in Deutschland erhalten. Das Zeugnis muss nur in dem Land, in dem es erworben wurde, eine Hochschulzugangsqualifikation darstellen. Dagegen war die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen bisher an die deutsche Staatsbürgerschaft geknüpft. Im Frühjahr 2012 ist das neue Anerkennungsgesetz in Kraft getreten und damit ist diese Kopplung aufgehoben worden.

Für die Aufklärung zur beruflichen Anerkennung von ausländischen Qualifikationen stellt das Online-Portal „Anerkennung in Deutschland“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wichtige Informationen, auch in englischer Sprache, bereit. Das im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) betriebene Portal gibt Auskunft über die richtigen Ansprechpartner für Personen mit ausländischen Abschlüssen. Die Bundesregierung fördert so, eine verstärkte Akquirierung von in- und ausländischen Fachkräften, genau wie mit dem Studium ohne Abitur inländische Berufstätige begünstigt werden.


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