Die beliebtesten Studienfächer und mögliche Alternativen

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Genau 16119 Studiengänge meldete die Seite hochschulkompass.de Mitte März an den deutschen Hochschulen. Doch die vermeintliche Vielfalt täuscht: Viele Studienanfänger wählen seit Jahren die immer gleichen Fächer. Wir stellen die beliebtesten Studiengänge vor – und zeigen, welche Alternativen es gibt.
BWL – unangefochten die Nummer eins
Egal, ob Frauen oder Männer – das mit Abstand beliebteste Fach ist bei beiden Geschlechtern die Betriebswirtschaftslehre. Mehr als 170 000 Studierende sind hier eingeschrieben, um sich mit den Grundlagen des Unternehmertums vertraut zu machen. BWL-Absolventen gelten als vielseitig einsetzbar und werden trotz – oder auch gerade wegen - der Finanzkrise gesucht.
Als Alternative zur BWL haben sich in den letzten Jahren Kombi-Studiengänge etabliert, die betriebswirtschaftliches Wissen mit einer Spezialisierung verknüpfen – also etwa Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsrecht oder auch Kombinationen, die nur auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen: Der Studiengang „Philosophy & Economics“ etwa wird mit großem Erfolg an der Uni Bayreuth und an der Frankfurt School of Finance & Management angeboten.
Deutsch - die Muttersprache als Fach
Vor allem bei Studentinnen steht Deutsch oder Germanistik als Fach hoch im Kurs – und viele, die sich dafür einschreiben, wollen später einmal als Lehrer(in) arbeiten. Denen fällt der Berufseinstieg in der Regel leichter als jenen Absolventen, für die vor allem die Liebe zu Sprache und Literatur im Mittelpunkt steht: Wenn sie nicht in der Wissenschaft bleiben, müssen sie nach dem Examen erst einmal einen Arbeitgeber von ihrem Können überzeugen.
Wer Deutsch allerdings nur studiert, um „irgendwas mit Medien“ zu machen, sollte besser schon vor der Einschreibung umdenken: Mediengestaltung, Medienwissenschaft oder Editionswissenschaft sind dann möglicherweise die Erfolg versprechenderen Studiengänge.
Maschinenbau - ein männlicher Beruf
Der Fachkräftemangel ist ihr Wechsel auf eine goldene Zukunft: Maschinenbau-Absolventen finden zu mehr als 90 Prozent im ersten Jahr nach dem Abschluss einen Job – das ist rekordverdächtig. Und da Deutschland als Land der Maschinenbauer gilt, ist das Fach nach wie vor ungeheuer beliebt. Vom gängigen Campus-Spott à la „Karohemd und Samenstau, ich studier’ Maschinenbau“ sollte sich niemand abschrecken lassen, zunehmend finden auch Mädchen den Weg in dieses Fach.
Wer nach einer Alternative sucht, wird erstaunt sein, wie viele Spezialstudiengänge es gibt: Die reichen vom „Deutsch-Chinesischen Studiengang Verpackungstechnik“ über „Produktion und Logistik“ bis hin zu „Neue Materialien, Nano- und Produktionstechnik“. Hinter all diesen Namen verstecken sich mehr oder weniger spezialisierte Varianten des Maschinenbaustudiums.
Medizin - begehrtes Fach mit Hammerexamen
Doppelt so viele Frauen wie Männer studieren Medizin, insgesamt gibt es fast 70000 Studienplätze in Deutschland – viel zu wenig für die große Zahl von Interessenten. Deshalb ist der Zugang zum Studienplatz so schwer: Über Numerus-Clausus-Verfahren werden in der Regel nur Bewerber mit Top-Abi-Noten zugelassen. Auf sie wartet ein lernintensives Studium mit einem gefürchteten „Hammerexamen“. Manche Unis allerdings – etwa die Privatuniversität Witten/ Herdecke – wählt nicht nach Notendurchschnitt, sondern bei einem persönlichen Gespräch aus.
Wer es trotzdem nicht in einen Medizin-Studiengang schafft, könnte sich in verwandten Fächern umschauen: Pflegewissenschaften gilt als eines der am schnellsten wachsenden Fachgebiete. Aber auch Medizintechnik, Biomedical Engineering oder „eHealth“ an der Hochschule Niederrhein – eine Kombination aus Gesundheitswissenschaften; medizinischer Informatik und Medizintechnik – können eine Alternative sein.
Die Top Ten der Studienfächer
Quelle: CHE-Hochschulranking










