Mal so mal so: Mensa vs. Selber kochen
Mit "Studieren in Fernost" 10 Bücher "Studieren - eine Gebrauchsanweisung" zu gewinnen

- Timon probiert die selbstgemachte Suppe. Wie schmeckt's? | Foto: Monning
Selber kochen oder in der Mensa spachteln? In ihrem Ratgeber „Studieren – eine Gebrauchsanweisung“ streiten die Autoren, was besser ist. Obwohl die Kantine seiner Uni durch Qualität besticht, lässt ein Erstsemester sich auf einen kleinen Wettstreit ein: Was er heute auf dem Campus isst, wird anschließend zu Hause nachgekocht.
Als Timon Koths die dampfende Möhren-Lauch-Suppe probiert, hebt er anerkennend die Augenbrauen. „Schmeckt!“. Wie eigentlich nicht anders zu erwarten, möchte man fast sagen. Denn das Mensa-Angebot der brandenburgischen Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) hat den frisch gebackenen Studenten Ökolandbau und Vermarktung bisher eigentlich stets überzeugt. „Selbst als Veganer habe ich hier immer genug zur Auswahl“, freut sich der gebürtige Südbayer. Die freundlichen Mitarbeiter an der Essensausgabe kombinierten Hauptgerichte und Beilagen nämlich ganz nach Wunsch – und lecker sei das Essen obendrein.

- Timon probiert die Suppe von Küchenchef Jörg Nüske | Foto: Monning
Nachhaltigkeit auch in der Mensa
Umso spannender natürlich die Frage, ob es dem Amateur-Bocuse gelingen wird, das Gericht zu Hause so schmackhaft nachzukochen. Dass Möhren, Kartoffeln und Porree die Hauptzutaten sind, ist unschwer zu erkennen. „Es ist aber auch etwas Sellerie und Suppengrün drin“, verrät Küchenchef Jörg Nüske auf Nachfrage gut gelaunt. Abschmecken solle der ambitionierte Laienkoch das Ganze mit Gemüsebrühe, Salz und Pfeffer – fertig.
„Kein weiteres Geheimnis“, versichert Nüske, der an seiner Mensa stets bemüht ist, mit Zutaten der Saison zu kochen – wenn es geht aus regionalem Anbau. Auf dem Speiseplan stünde außerdem täglich mindestens ein vegetarisches Gericht, manchmal sogar zwei. Und was genau sich hinter dem Begriff vegan verbirgt, habe das Küchenteam zuletzt in einer Fortbildung gelernt. „Der Nachhaltigkeitsgedanke ihrer Hochschule soll die Studierenden schließlich auch in der Mittagspause begleiten.“

- Im Supermarkt ist Timon durchaus wählerisch | Foto: Monning
Brühe ohne Geschmacksverstärker
Beim Einkaufen zeigt sich, dass natürlich auch Timon Koths wählerisch ist. Die Biogemüsebrühe ohne Geschmacksverstärker soll es sein, Gewürze und Öl hat der Student zu Hause. Die Beute (den Porree) stolz geschultert, setzt der 21-Jährige seinen Heimweg per Elektrobus fort – eine Einrichtung, mit der die brandenburgische Kleinstadt einen Beitrag zur Null-Emissions-Strategie des Landkreises leistet.
Die Fahrt führt am Hauptbahnhof vorbei, nach wenigen weiteren Stationen ist das Ziel erreicht. Timon Koths wohnt am Stadtrand, im Grünen. „Ich komme aus einem Dorf am Chiemsee und mag es ruhig“, erklärt der Student. Wenn er dagegen Lust auf Großstadt habe, sei Berlin nur eine halbe Zugstunde entfernt.

- Es blubbert und dampft in Timons Küche | Foto: Monning
Anders, aber gar nicht schlecht
In der WG-Küche angekommen wird nicht lange gefackelt, sondern mit Unterstützung von Mitbewohner Daniel (ebenfalls 21) Gemüse geschnitten und Wasser erhitzt. Drei bis viermal in der Woche kochen die beiden zusammen, manchmal auch mit anderen Kommilitonen, von denen gleich mehrere in derselben Wohnanlage leben. „In der Mensa zu essen finde ich aber auch völlig okay“, erklärt Daniel. Bei nicht einmal 2000 Studierenden an der HNE gehe es dort selbst zu Stoßzeiten familiär zu.
Bald blubbert die Suppe auf dem Herd, das Fenster beschlägt. Nur noch ein paar Mal umrühren, noch etwas mehr Pfeffer für den würzigen Geschmack – das war´s. Wieder probiert Timon, und wieder ist er zufrieden. „Schön scharf“, lacht er. Und scharf, das hat er gerne. „Anders als in der Mensa, aber auf keinen Fall schlecht“, befindet der Herausforderer. Ob sich der Geschmack noch etwas verändert, bis er später nach dem Nachmittagsseminar die nächste Portion verputzt? Wer weiß. Und wer hat nun gewonnen? „Ich natürlich!“ Aber in der Mensa wird Timon natürlich schon alleine aus Zeitgründen weiter essen gehen.

