Studienabbruch: Was nun?

Hilfe, Finanzen, Karriere und Alternativen

von Heike Philipp
Studienabbruch - Was nun?
Foto: Thinkstock

Von Audrey Tautou bis Mark Zuckerberg - viele Promis haben ihre Studienpläne über Bord geworfen und sind trotzdem erfolgreich. Aber wie schafft ein Normalsterblicher das? UNICUM zeigt, was es bei einem Studienabbruch zu beachten gibt.

1. Hilfsangebote

Jeder fünfte Student verlässt die Uni ohne Abschluss. Zu hoher Leistungsdruck, finanzielle Not, mangelnde Motivation oder ungünstige Studienbedingungen sind die Hauptgründe, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Hochschul-Informations-Systems. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, bieten sich spezielle Coaching-Angebote wie "Lernen lernen" oder "effektives Zeitmanagement" an, die es an vielen Unis gibt. Manchmal muss aber ein Fachwechsel her, um die Unzufriedenheit zu beseitigen. Damit die gleichen Probleme nicht sofort wieder auftauchen, ist ein ausführliches Gespräch mit einer Studienberatung sinnvoll. Denn wer einfach kein Typ für die Uni ist, wird vermutlich auch nie einer werden und sollte initiativ und frühzeitig nach Alternativen suchen.

2. Finanzielles

Solange ihr innerhalb der ersten beiden Semester abbrecht, müsst ihr keine Streichung eures Bafögs befürchten. Vorausgesetzt, ihr entscheidet euch das erste Mal umund könnt einen triftigen Grund liefern. "Wichtige Gründe sind ein Eignungsmangel oder ein Neigungswandel schwerwiegender Art. Kein wichtiger Grund ist zum Beispiel die allgemeine Verschlechterung der Berufsaussichten", berichtet Astrid Dürre im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Eure Entscheidung müsst ihr umgehend an das zuständige Amt für Ausbildungsförderung melden, denn sonst müsst ihr unter Umständen bereits geleistete Zahlungen zurückerstatten. Wenn ihr euer Studium abbrecht, verliert ihr in der Regel den Anspruch auf Unterhalt von den Eltern.

3. Bewerbung als Studienabbrecher

Wenn das abgebrochene Erststudium nur von kurzer Dauer war und anschließend ein Zweitstudium erfolgreich abgeschlossen wurde, reicht eine knappe Auflistung im Lebenslauf aus - weniger ist in dem Fall mehr. Dagegen kann ein längeres Erststudium zusätzliche Qualifikationen mit sich bringen. Interessant ist das vor allem im journalistischen Bereich. Dort sind Redakteure mit speziellem Fachwissen gefragt. Ein vermeintliches Manko im Lebenslauf kann so ein Vorteil gegenüber anderen Bewerbern sein. Im Vorstellungsgespräch sollte der Studienabbruch nicht einfach unter den Tisch fallen. Eine Erwähnung gibt euch die Gelegenheit, Gründe darzulegen, warum ihr das Studium beendet habt. Eine gute Gesprächsvorbereitung ist dann natürlich das A und O.

4. Karriere-Alternativen

Karriere ohne einen akademischen Abschluss zu machen, gelingt vor allem durch anderweitige Qualifizierungen: Praxiserfahrung, freie Mitarbeit, Referenzen und Arbeitsproben. Ansonsten ist ein weiteres Studium auch ohne einen akademischen Grad möglich. Ein Master ist in bestimmten Fällen auch ohne einen vorherigen Bachelor-Abschluss drin. Manchmal sogar das Promovieren ohne Master. Durch die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz im Jahr 2010 besteht mittlerweile die Möglichkeit, an den Hochschulen ohne akademische Qualifizierung zugelassen zu werden, wenn eine Eignungsprüfung bestanden wird. Zusätzlich müssen meistens eine abgeschlossene Ausbildung und mehrere Jahre Berufserfahrung vorliegen.

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