Uni-Sex – Der große Mythen-Check - Teil 2
IQ als Maßstab für guten oder schlechten Sex!?

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Klischees über Sex am Campus und Studenten gibt es jede Menge. UNICUM ist dem Wahrheitsgehalt von sechs Sexmythen auf den Grund gegangen - zusammen mit Studenten, Experten und einer großen Umfrage.

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Je höher der IQ, desto später und schlechter der Sex!
Dumm fickt gut! Den Spruch kennt jeder, auch Beatrice Poschenrieder. Die Autorin zahlreicher Ratgeber, unter anderem "Sex-Bewusstsein" und "Sex für Faule und Gestresste", betreut seit 1999 diverse Erotik-Kummerkästen im Internet und stellt klar: "IQ und Sexualität hängen zusammen, aber im positiven Sinne. Der Sex ist dann intelligenter, bewusster und abwechslungsreicher." Oft thematisiert wird aber bei hohem IQ nicht nur die Häufigkeit, sondern überhaupt (einmal) Sex zu haben - fragt nach bei den hochbegabten Helden von "The Big Bang Theory". Einige Untersuchungen bestätigen das.
Eine Studie des Leipziger Sexualforschers Kurt Starke von 2006 ergab, dass jeder zehnte männliche Hochschulabsolvent bis zum 29. Lebensjahr noch keinen Geschlechtsverkehr hatte. Unter den 1004 Befragten unserer aktuellen UNICUM Umfrage waren 10 Prozent noch Jungfrau. Zusätzliche 18 Prozent hatten bis zu ihrer Unizeit keinerlei sexuelle Erfahrung. Das sind international vergleichsweise geringe Zahlen. Eine viel zitierte Studie des US-Professors Tyler Cowen untersuchte stichprobenartig die Elite-Unis in Princeton, Harvard oder dem MIT. Bei allen dreien lag die Jungfrauen-Quote bei über 50 Prozent. Zahlen, die den Sexualwissenschaftler Konrad Weller der Hochschule Merseburg nicht übermäßig überraschen. "Es ist seit vielen Jahrzehnten immer wieder bestätigt, dass Menschen mit längeren Bildungswegen später ins partnerschaftliche Sexualleben einsteigen." Die Gruppe der Menschen, die im Erwachsenenalter ohne jede sexuelle Erfahrung durchs Leben gehen, schätzen Experten auf ein bis zwei Millionen in Deutschland. "Absolute Beginners" heißt das Phänomen, benannt nach einem Song von David Bowie. Verlässliche Studien zum Thema gibt es nicht, meist sind es Foren-Umfragen oder Klischees, die daraus ein reines Akademiker-Problem machen. Die Erfahrung von Sexualtherapeutin Poschenrieder ist eine andere: "In meinen anonymen und kostenlosen Online-Beratungen habe ich in 13 Jahren insgesamt rund 18000 Mails bekommen, davon etwa 150 von Absolute Beginners - sie stammen aus allen Schichten der Gesellschaft."



